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Hintergrund

Dr. Emi: «Die Kopfhautmassage ist ein Gamechanger!»

Kopfhautpflege ist jetzt sexy – dank Social Media. Star-Dermatologin Dr. Emi Arpa verrät, weshalb sie die Massage für eine stark unterschätzte Methode hält und wie du mit wenig Aufwand und Konsistenz das Maximum aus deiner Mähne herausholst.

Gesunde Kopfhaut, gesundes Haar. Das ist vermutlich die wichtigste Erkenntnis, die ich durch meine Arbeit als Beauty-Redaktorin in Sachen Haarpflege gewonnen habe. Eine, die sich immer wieder für mehr Kopfhautliebe ausspricht, ist Dr. Emi Arpa, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie. Die meisten kennen sie jedoch nicht aus ihrer Berliner Praxis, wo sie regelmässig bekannte Persönlichkeiten behandelt, sondern von Instagram. Auf ihrem Account teilt sie ihr medizinisches Fachwissen mit ihren rund 677 000 Followern. Darunter ich.

Ich treffe Dr. Emi via Teams auf ein Gespräch. Das Thema? Kopfhautmassage. Eine Routine, auf die die Expertin schwört.

Emi, du bist bekanntlich grosser Fan der Kopfhautmassage. Was geschieht, wenn wir unseren Kopf kneten?
Dr. Emi Arpa, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie: Bei der Kopfhautmassage versuchen wir, die Durchblutung in der Kopfhaut anzuregen. Die Blutgefässe erweitern sich und es gelangen mehr Nährstoffe an die Follikel. Das wiederum hat Einfluss auf unser Haar.

In einem deiner Videos bezeichnest du diese Methode als «Gamechanger». Welche Vorher-Nachher-Effekte sind denn realistisch?
Ganz wichtig: Du kannst nicht mehr erreichen als das, was dir genetisch vorgegeben ist. Ich sehe immer wieder Menschen, die mit der Kopfhautmassage beginnen, weil sie gerne Haare wie diese oder jene Person hätten. Wenn das nicht klappt, erklären sie die Massage für gescheitert. Dabei sind Dichte, Dicke und die maximal mögliche Länge deiner Haare genetisch vorprogrammiert. Daran lässt sich selbst mit einer regelmässigen Kopfhautmassage nicht schrauben.

Ich kann also lediglich das Optimum aus dem herausholen, was meine DNA hergibt.
Genau! Und dieses Optimum sieht bei jedem Menschen anders aus.

Woher weiss ich, wann ich das Optimum erreicht habe?
Das Haarwachstum und die Genetik der Follikel sind super komplexe Themen. Du kannst dich aber an ein paar Punkten orientieren. Was für Haare haben deine Eltern? Wie waren deine Haare als Kind? Mehr als die vollste Version der Haare, die du als Kind hattest, darfst du nicht erwarten. Die ist aber nicht zu unterschätzen. Oft liegt eine Menge drin, bis man diesen Punkt erreicht hat. Viele Menschen bleiben aufgrund ihrer Ernährung oder Produkt- und Stylingwahl ein ganzes Stück hinter dem zurück, was möglich wäre.

Können meine Haare denn auch schneller wachsen, wenn ich meine Kopfhaut massiere?
Ja, die Geschwindigkeit, mit der die Haare wachsen, kannst du beeinflussen. Den Glanz ebenfalls.

Dr. med. Emi Arpa
Dr. med. Emi Arpa
Quelle: Dr. Emi Arpa

Hat so eine Massage auch Einfluss auf unser Mikrobiom?
Ja, durch die stärkere Durchblutung wird das Mikrobiom besser mit Nährstoffen versorgt. Auch der richtige Umgang mit der Kopfhaut hat einen Einfluss auf das Mikrobiom. Setzt du deine Haare extremer Hitze aus, zerstörst du es. Durch den Einsatz milder Stylingprodukte kannst du es hingegen fördern.

Wie oft und wie lange muss ich Hand anlegen, bis ich die ersten Resultate sehe?
Drei Monate musst du die Massagen schon durchziehen. Studienergebnisse legen nahe, die Massage zweimal täglich durchzuführen. Aus der praktischen Beobachtung würde ich sagen: Einmal am Tag fünf bis zehn Minuten reichen auch.

Deine genaue Massage-Anleitung hast du ja auf Tiktok geteilt.
Das Video ist ein guter Anhaltspunkt. Man kann da ehrlich gesagt aber auch gar nicht so viel falsch machen, finde ich. Hauptsache mittleren Druck anwenden und auf trockenem Kopf arbeiten, um Knoten und Haarbrüche zu vermeiden. Im nassen Zustand ist unsere Kopfhaut nämlich verletzlicher, da die Hautbarriere aufgelockert ist. Generell aber spürst du ja selber, was dir gut tut und was nicht. Schmerzen oder herausgerissene Haare sollten bei einer Finger-Massage also nicht auftreten.

Und wenn ich mit einer klassischen Kopfmassagebürste arbeite?
Da wird's heikler. In den Gummi-Zacken können sich die Haare verfangen und herausgerissen werden. Vor allem, wenn du zu grosse Bewegungen machst. Grundsätzlich ist die Bürste aber ein nettes Hilfsmittel, zu dem ich auch gerne mal greife.

Gibt es Gadgets im Kontext der Kopfhautmassage, bei denen du denkst «Bloss nicht!»?
Viele der Tools, die auf Tiktok einen Hype erleben, haben auf der Kopfhaut wenig bis keine Evidenz. Ein Beispiel dafür sind die Rotlichtgeschichten. Da stellt sich dann die Frage, ob man nicht sehr viel Geld aus dem Fenster schmeisst.

Was ist mit Microneedling-Rollern? Die sehe ich auf Social Media auch immer mal wieder ...
Microneedling an sich finde ich super. Gerade zum Einarbeiten von Seren, weil es ebenfalls die Kopfhautdurchblutung und die Anregung der Stammzellen befeuert. Das Problem ist: Wenn Menschen im Alleingang zu Hause zum Roller greifen, kann es zu Anwendungsfehlern kommen.

Die wären?
Übst du zu viel Druck aus, kannst du deine Hautbarriere verletzen, was zu einer Superinfektion führen kann. Als Dermatologin kann ich das Microneedling deshalb nicht guten Gewissens pauschal empfehlen. Wird die Anwendung hingegen in einer Praxis vorgenommen, wo die Hygiene und der richtige Umgang gewährleistet sind, kann Microneedling zu einem tollen Effekt führen. Wer davon profitieren will, sollte sich in professionelle Hände begeben.

Für alle, die sich an das Thema Kopfhautmassage herantasten wollen: Welche Tools sind zwingend nötig und welche betrachtest du eher als Nice-to-haves?
Deine Finger reichen völlig aus. Optional ergänzt du die Massage mit einem Kopfhautserum. Am besten eins, das Wirkstoffe besitzt, die die Gefässerweiterung unterstützen.

Hat die Massage abgesehen vom kosmetischen auch einen weiteren Effekt?
Sie entspannt. Bei der Kopfhautmassage stimulieren wir den Vagusnerv, der für Ruhe und Entspannung zuständig ist. So aktivierst du das sogenannte parasympathische Nervensystem. Das ist dieser Modus, in dem unser Körper herunterfährt. Ist der Parasympathikus aktiv, fördert er wiederum die Kopfhautdurchblutung.

Dieses Interview kam in Zusammenarbeit mit Dyson zustande.

Titelbild: svitlini via Shutterstock

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Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich. 


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