Ein Tor für Unentschiedene
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Ein Tor für Unentschiedene

Michael Restin
Michael Restin
Zürich, am 01.04.2021
Ein stabiles und mobiles Goal fürs Juniorentraining zu finden, ist gar nicht so einfach. Die Klappkonstruktion von Hudora ist nicht perfekt, aber ein brauchbarer Kompromiss.

Meine Karriere als Coach ist noch jung. Die Kinder sind es auch, ich habe gemeinsam mit einem Kollegen die G-Junioren unserer Söhne übernommen. Für Fünf- und Sechsjährige ist Fussball ein einfaches Spiel. Es ist dann gut, wenn sie den Ball am Fuss haben. Zwei Teams, die Kugel in die Mitte, los geht's. Viel mehr wünschen sie sich nicht. Schon gar nicht langatmige Erklärungen. Und sie haben ja Recht. Genau genommen ist das der ganze Zauber des Spiels. Zusammen mit den Toren natürlich. Und es ist gar nicht so einfach, die richtigen zu finden.

Theorie vs. Praxis

In der Theorie steht in diesem Alter purer Spassfussball auf dem Programm, bei dem niemand gewinnt oder verliert. Jedes Training ist eine kleine Abenteuerreise durch die bunte Welt der Spielformen. Es wird viel gelacht, alle sind mit Feuereifer dabei und hüpfen danach beschwingt nach Hause. In der Praxis registrieren natürlich alle ganz genau, was gerade läuft. Wer führt, wer hinten liegt, wer welchen Ball hat und auf welches Tor spielt. Es gibt Freude und Tränen, unzählige offene Schuhbändel und unterschiedliches Material, das unterschiedlich gut ankommt. Aber Tore, Töggel und Trainingsplätze müssen nun mal mit anderen Teams geteilt werden. Manchmal spielt eine Gruppe auf ein massives Tor, während sich die andere mit diesen halbrunden Pop-up-Dingern begnügen muss.

Expert 180 (1.8 x 1.2 m)
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Hudora Expert 180 (1.8 x 1.2 m)
Falt Flexx (1.2 x 0.8 m)
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EXIT Falt Flexx (1.2 x 0.8 m)

Du kannst dir vorstellen, dass die Begeisterung beim «richtigen» Tor deutlich grösser ist. Und ich muss gestehen, dass ich diesen kleinen Netzkörbchen selbst wenig abgewinnen kann. Als gelegentliches Ziel sind sie okay, im Spiel nerven sie mich. Bei jedem zweiten Schuss klappen sie weg. Ständig reisst die Verankerung aus dem Boden, im Kunstrasen lassen sie sich ohnehin nicht befestigen. Und wenn du mit dem Training und den Nerven am Ende bist, kommt Strandmuschel-Feeling auf: Wie lässt sich das Teil doch gleich zusammenklappen?

Kompromiss gesucht

Ich habe ziemlich schnell damit begonnen, mich nach einer mobilen Alternative umzuschauen. Etwas stabiler sollte sie sein. Und etwas mehr wie ein Tor aussehen. Aber bitte leicht genug, um zwei Stück davon zusammen mit all dem anderen Material auf den Trainingsplatz tragen zu können. Aus Mangel an Alternativen ist ziemlich schnell dieses Modell von Hudora auf meiner Merkliste gelandet.

Fussballtor (1.8 x 1.2 m)
76,47
Hudora Fussballtor (1.8 x 1.2 m)

Und es ist ziemlich lange dort geblieben, denn ganz überzeugt hat mich die Konstruktion auf den ersten Blick nicht. Gekauft habe ich es nur, weil ich für meine Zwecke nichts Besseres gefunden habe. Das Gewicht hält sich mit 4,3 Kilogramm im Rahmen und es hat zumindest ein dünnes Gestänge, was es nicht ganz so labberig wie die Pop-up-Lösungen macht. Mit etwas Übung lässt es sich schnell aufbauen. Das Netz ist dabei das grösste Hindernis, denn es verheddert sich regelmässig in den Scharnieren. Hast du diese ordentlich freigelegt, kannst du die Bodenstrebe ausklappen sowie die seitlichen Teleskop-Streben in ihre Halterung stecken und ausziehen. Das ergibt eine Art umgekehrtes «Y». Echte Pfosten und eine Querlatte gibt es nicht. Das Netz wird nur mittels Gummizügen eingespannt.

Wie lange das wohl hält?
Wie lange das wohl hält?

Die erste Erkenntnis, nachdem ich die Konstruktion zum Beschuss freigegeben habe: Es dauert ungefähr zehn Sekunden, bis das Netz wieder auf Halbmast hängt. Erst mit einer Extraschlaufe im Gummiband hält es meinen G-Junioren stand. Dafür steht es stabiler, als ich gedacht hätte. Auf dem Kunstrasen kann ich die mitgelieferten Metallheringe nicht verwenden und natürlich haben die Jungs das Ziel, meine Neuanschaffung umzuschiessen. Es verrutscht zwar immer mal wieder um einige Zentimeter, aber das Tor fällt nicht. Dafür hat es schon eine der Klettverschluss-Schlaufen verloren, mit denen das Netz an den Stangen befestigt ist.

Kompromiss gefunden

Alles an der Konstruktion ist ein Kompromiss. Ich bin mit dem Kauf vor allem deshalb glücklich, weil die Kinder die Tore als gleichwertig akzeptieren. Es gibt keine neidischen Blicke mehr Richtung Nachbarfeld, wenn dort auf massives Aluminium gebolzt wird. Was die Haltbarkeit angeht, habe ich immer noch leise Bedenken. Aber die Konstruktion ist leicht, mobil und zumindest halbwegs stabil. Dazu hat sie ein Feature, von dem selbst Profis nur Träumen können: Du kannst die Pfosten einfach einziehen, wenn das Tor mal zu hoch sein sollte.

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Michael Restin
Michael Restin

Editor, Zürich

Sportwissenschaftler, Hochleistungspapi und Homeofficer im Dienste Ihrer Majestät der Schildkröte.

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