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Eine neue Android-Funktion soll dich bald vor Fake-Anrufen schützen

Debora Pape
3.6.2026

Die Betrugsmasche des Telefon-Spoofings wird durch KI immer perfider. Google bläst jetzt zum Gegenangriff und führt im neuen Android-Update ein Feature ein, das Fake-Anrufe entlarven soll.

Dein Handy zeigt «Mama» an, doch am anderen Ende sitzt ein Betrüger. Google will Android-Nutzende mit einem neuen Feature besser vor sogenanntem Telefon-Spoofing schützen. Bei dieser Masche gibt sich der Betrüger etwa als Familienmitglied aus.

Der Anrufer verändert mittels KI seine Stimme und klingt dadurch im Gespräch wie die Person, die er vorgibt zu sein. Meistens tischt der Betrüger eine dringende Notfallsituation auf und bittet das Opfer um eine schnelle Geldüberweisung. Bislang hilft es nur, Ruhe zu bewahren und die betreffende Person auf anderem Wege selbst zu kontaktieren.

Genau hier setzt Googles neue Funktion an. Sie überprüft bei Annahme des Gesprächs im Hintergrund die anrufende Nummer. Besteht Verdacht auf einen Spoofing-Versuch, soll dein Telefon dich mit einem Warnton, einer Vibration und einer Anzeige auf dem Display darauf aufmerksam machen und dir empfehlen, den Anruf abzubrechen.

So funktioniert die Erkennung von Fake-Anrufen

Wenn du einen legitimen Anruf annimmst, wird im Hintergrund eine Art digitaler Bestätigungscode mitgeschickt, der verifiziert, dass der Anruf wirklich vom Gerät der angezeigten Person kommt. Wird dagegen Spoofing-Software genutzt, die eine Nummer nur vortäuscht, fehlt dieses Signal. Dein Smartphone sendet dann im Hintergrund eine Anfrage an das Gerät deines echten Kontaktes. Gibt dieses zurück, dass es gerade keine Verbindung aufbaut, ist das ein Warnsignal: Der Anruf ist höchstwahrscheinlich ein Fake.

Die Überprüfung führt Google mit dem Kommunikationsstandard Rich Communication Services (RCS) durch. Das ist der Nachfolger der SMS und funktioniert ähnlich wie Messenger-Apps à la WhatsApp. Eine zusätzliche App oder ein Account ist dafür aber nicht nötig. Via RCS können sich Nutzende Nachrichten zusenden, auch plattformübergreifend zwischen iPhones und Androiden. In der Standard-Nachrichten-App auf Android werden die Nachrichten verschlüsselt übertragen.

Auch wenn Mama auf dem Handy angezeigt wird, muss es nicht Mama sein. Die neue Funktion soll dich vor Fake-Familienmitgliedern warnen.
Auch wenn Mama auf dem Handy angezeigt wird, muss es nicht Mama sein. Die neue Funktion soll dich vor Fake-Familienmitgliedern warnen.
Quelle: Google

Laut eigener Angabe nutzt Google RCS, um die Fake-Call-Erkennung auch anderen App-Anbietern und Herstellern bereitzustellen.

Google spielt das neue Feature im Juni weltweit aus. Pixel-Geräte werden priorisiert.

Voraussetzungen: Android 12, Google-Phone-App und RCS

Der Schutz greift allerdings nur, wenn auf beiden beteiligten Smartphones mindestens Android 12 installiert ist. Aktuell funktioniert er nur bei Telefonaten mit Googles Standard-Telefon-App. Damit die Überprüfung funktioniert, muss zudem RCS auf beiden Geräten aktiviert sein.

Auf Android-Geräten lässt sich RCS in der Regel über «Google Messages» nutzen, ist aber nicht immer automatisch aktiviert. Checken kannst du das so: Öffne die App «Google Messages», tippe auf dein Profilbild und wähle die «Messages-Einstellungen». Dort solltest du sehen können, ob RCS-Chats aktiviert sind.

Weiterhin gilt: Sei immer vorsichtig, auch wenn dich dein Handy nicht warnt. Gehe immer erst sicher, mit wem du es zu tun hast, bevor du Geld oder Daten herausgibst.

Weitere neue Android-Funktionen im Juni

Neben der Erkennung gefälschter Anrufe bringt der Android‑Drop im Juni vor allem Verbesserungen bei Suche, Personalisierung und Teilen: So kann «Circle to Search» nun komplette Outfits auf einmal erkennen und passende Ergebnisse liefern, ohne dass du zwischen Apps wechseln musst. Außerdem führt Google Fotos eine Art digitale Garderobe ein, die Kleidung aus der eigenen Fotobibliothek automatisch katalogisiert und das Kombinieren oder virtuelle Anprobieren erleichtert. Das Feature gibt es zunächst nur in den USA, Indien und Brasilien.

Ergänzend kommen neue Features für Familien und Kinder über die «Persönliche Sicherheit»-App sowie eine KI‑Unterstützung in «Google Play Books», die Inhalte zusammenfasst und Fragen beantwortet. Schließlich wird auch der Datenaustausch erweitert, etwa durch Quick Share mit besserer Unterstützung für den Austausch mit iPhones.

Eine kurze Beschreibung aller Feature-Updates findest du in dieser Zusammenfassung von Google.

Titelbild: Google

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Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


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