Produktvorstellung

«Elite Dangerous»: Hilfe, die Thargoiden kommen!

Aurel Stevens
Aurel Stevens
Zürich, am 12.01.2017
«Elite Dangerous» ist für mich das coolste Weltraumspiel, das es derzeit gibt. Vor einigen Tagen hat es einen inhaltlichen Knaller gegeben: Die Aliens, im Elite-Universum sind das traditionell die Thargoiden, sind aufgetaucht!

Die Thargoiden waren für mich der Anlass, das Spiel wieder einmal zu starten. Ich gebe es ja zu: «Elite Dangerous» ist bei mir für gut ein Jahr in der Mottenkiste verschwunden. Ich hatte Güter von einer Station in die andere und retour befördert, bis ich mir endlich eine gut bewaffnete Anaconda – das grösste Schiff im Spiel – zulegen konnte. (Fragt mich nicht, wie lange ich Superconductors und Beryllium in der Gegend herumgeschoben habe. Es hat sehr lange gedauert.)

Danach hatte ich noch einen Abstecher ins Zentrum der Milchstrasse gemacht, wo ein grosses Schwarzes Loch haust. Etwas mehr als zwei Monate (Echtzeit!) hat die Reise und zurück gedauert. Dabei habe ich zahllose Hyperraumsprünge durchgeführt und «fuel scoopen» konnte ich im Schlaf. Hunderte Sternsysteme habe ich als erster Spieler besucht und dabei zahllose Neutronensterne und Schwarze Löcher entdeckt.

Das Gefühl von Einsamkeit und Leere über 20'000 Lichtjahre entfernt vom zivilisierten Raum ist im Zentrum der Galaxie beängstigend.

Wieder zurück in der bewohnten Zivilisation freute ich mich damals, mit den gesammelten Daten sofort den Elite-Rang als Entdecker einzuheimsen. Falsch gedacht: Es reichte knapp für die Hälfte. Dieser Frust war es dann letztlich, der mich das Spiel in die Ecke legen liess.

Eines der interessanteren Systeme, das ich entdeckt habe.

Grundsätzlich kann ich das Spiel aber jedem ans Herz legen, der Weltraumspiele mag. Für mich ist es nach «Privateer» und «Freelancer» das beste Weltraumspiel seit langem. Grafisch ist es sehr ansprechend und es werden immer wieder neue Inhalte nachgelegt. «No Man’s Sky» habe ich natürlich auch gespielt. Ich fand es besser als die teils vernichtenden Kritiken es suggerieren, an Elite kommt es aber für mich niemals heran. Auf «Star Citizen» freue ich mich natürlich, aber der letzte Stand ist 2019. Mal schauen, was die Auskopplung «Squadron 42», die dieses Jahr erscheinen soll, zu bieten hat.

Jetzt hat es mich also nochmals gepackt. (Und nicht nur mich.) Würde mich freuen, wenn ich dich in den unendlichen Weiten antreffe, Commander! Gemeinsam werden wir die Thargoiden wieder zurück in ihre Dimension kloppen.

Produkte, die Elite noch spassiger machen

HOTAS

Was ich jedem Weltraumpiloten ans Herz lege, ist eine HOTAS-Steuerung (kurz für: «hands on throttle and stick»). Nebst einem Joystick hält man in der linken Hand einen Schubregler. Das ermöglicht ein recht feinfühliges und – wie ich finde – natürliches Fluggefühl. Ich benutze einen Saitek X55. Da Saitek von Logitech gekauft wurde, ist das Nachfolgeprodukt X56 derzeit kaum noch erhältlich. Ebenfalls nützlich sind viele Knöpfe, da man in Elite extrem viele Funktionen steuern kann. Knöpfe am Joystick sind besser, da man in der Hitze des Gefechts die richtige Taste auf der Tastatur kaum auf Anhieb trifft. Meiner Meinung nach ein Must-have für «Elite Dangerous». Zusätzlich oder alternativ nutzen viele Weltraumpiloten eine Sprachsteuerung wie «Voice Attack». Habe ich aber noch nie ausprobiert.

Basis-HOTAS: Gut bewertet und günstig.

Mit vielen Knöpfen und noch bezahlbar.

Die stabile (und schwere!) Luxuslösung mit zahlreichen Knöpfen. Seinerzeit habe ich mich gegen den Warthog entschieden. Er sieht zwar klasse aus, da ich aber abgesehen vom Weltall mit Flugsimulatoren nicht viel anfangen kann, war er mir dann doch zu teuer.

Immersion light: Head-Tracker

Mit einem Headtracker habe ich lange geliebäugelt, aber letztlich nie selbst ausprobiert. Kollege Phil hat einen getestet:

*Tobii Eye Tracker 4C**: Games mit den Augen steuern? Geht das?
Review

Tobii Eye Tracker 4C: Games mit den Augen steuern? Geht das?

Fazit: Mit knapp 170 Franken noch bezahlbar und durchaus nützlich. Allerdings gibt es laut Phil nur eine Handvoll Spiele, die von einem Headtracker profitieren können. Fliegt man ein Schiff mit grossem Cockpit (zB. «Asp Explorer»), können in einem Dogfight das erweiterte Sichtfeld und der Headtracker sicher den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen.

Volle Immersion: VR-Brille

Bis jetzt hatte ich es nie geschafft, eine VR-Brille auszuprobieren. Laut unserem Blogger Marc eignet sich die Oculus Rift am besten für Flugsimulatoren, wozu «Elite Dangerous» gezählt werden darf. Zum Glück arbeite ich bei digitec und durfte eine Rift für einige Tage ausleihen. Die Demos von Oculus sind cool. Aber dieses Spiel ist einfach der Hammer mit einer VR-Brille. Hat man es in VR erlebt, will man «Elite» nie mehr anders spielen. Ein HOTAS ist dafür allerdings Pflicht.

Ich habe mir dringend vorgenommen, auf die zweite Generation der Brillen zu warten. Jetzt bin ich aber ganz schwer in Versuchung. Darf. Nicht. Auf. Bestellen. Drücken!

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Aurel Stevens
Aurel Stevens
Chief Editor, Zürich
Ich bändige das Editorial Team. Hauptberuflicher Schreiberling, nebenberuflicher Papa. Mich interessieren Technik, Computer und HiFi. Ich fahre bei jedem Wetter Velo und bin meistens gut gelaunt.

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