Externe SSD oder externe HDD?
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Externe SSD oder externe HDD?

Kevin Hofer
Zürich, am 12.08.2019

Trotz Cloud und NAS ist ein externes Laufwerk heute manchmal unerlässlich. Unterwegs speicherst du darauf deine Daten oder tauschst sie mit anderen aus. Doch worauf speicherst du am besten? Einer externen SSD oder HDD?

Ein externes Laufwerk schließt du einfach an deinen Computer oder Notebook an und schon hast du deinen Speicherplatz erweitert. Kein Geschraube oder Gang zum IT-Spezialisten. Aber nicht nur das: Wenn du deine Daten mitnehmen musst, steckst du das externe Laufwerk einfach ab und an anderer Stelle wieder ein.

Als externe Speichertechnologie eignen sich SSDs und HDDs. Äußerlich sehen sich die Laufwerke zwar ähnlich, sie basieren aber auf komplett unterschiedlichen Technologien. Beide haben Vor- und Nachteile.

Was die SSD von der HDD unterscheidet

SSD steht für Solid State Drive. Eine SSD speichert Daten elektronisch in nicht flüchtigem Speicher. Das bedeutet, dass Daten nicht verloren gehen, wenn der Strom abgeschaltet wird. Falls du mehr über SSDs und ihre Funktionsweise wissen willst, empfehle ich dir folgenden Artikel.

  • Hintergrund

    Eine komplexe Angelegenheit: So funktioniert eine SSD

Im Gegensatz zur SSD funktioniert eine HDD mechanisch. Ein Schreibkopf schreibt die Daten magnetisch auf rotierende Platten. Auch zur HDD kann ich dir einen Artikel empfehlen.

  • Hintergrund

    Auf die Grösse kommt’s an: Geschichte der Festplatte

Der klare Vorteil der SSD gegenüber der HDD ist die Geschwindigkeit. Die HDD wird durch die Rotationsgeschwindigkeit der Platten begrenzt. Da die SSD Daten nicht mechanisch speichert, geht das viel schneller.

Ein kleiner Geschwindigkeitsvergleich

Damit du dir vorstellen kannst, wie viel schneller eine SSD ist, habe ich zwei externe Festplatten mit einer externen SSD in Benchmarks verglichen.

Die drei externen Laufwerke unterstützen alle USB 3.0. Gemäß Hersteller verfügt die Fast SSD über eine maximale Übertragungsrate von 540 MB/s, die Backup Plus Ultra Touch sowie die Mobile Drive 120 MB/s.

Im PC Mark 8, der Arbeitsschritte diverser Anwendungen aus der Adobe Creative Suite, Microsoft Office und Spielen simuliert, ist die externe SSD bis zu 2.5 Mal so schnell wie die zwei HDDs. Die Fast SSD von Seagate erreicht einen Score von 4924 Punkten. Auf 2026 Punkte kommt die Lacie Mobile Drive und die Backup Plus Ultra Touch erreicht 2126 Punkte.

Der ATTO Disk Benchmark verwendet Rohdaten. Dabei testet er Lese- und Schreibleistung verschiedener Übertragungsgrößen von 512 B bis 64 MB. Auch in diesem Benchmark ist die Fast SSD den beiden HDDs weit voraus. Eine 24 MB große Datei, also in etwa eine Foto-RAW-Datei, wird mit der Fast SSD mit 502 MB/s geschrieben. Bei der Backup Plus Ultra Touch sind es 99 MB/s und die Mobile Drive schafft 96 MB/s. Hier ist die SSD über fünf Mal so schnell. Eine Foto-RAW-Datei ist somit bei der Fast SSD in rund fünf Hundertstelsekunden übertragen. Bei den beiden anderen dauert es rund 25 Hundertstelsekunden. Bei nur einem Bild ist der Unterschied nicht bemerkbar. Wenn du aber 100 Bilder überträgst, sind es mit der SSD rund 5 Sekunden und mit den externen HDDs rund 25 Sekunden. 20 Sekunden mehr ist definitiv ein spürbarer Unterschied.

HDD oder SSD, was soll es nun sein?

HDDs gibt’s mit mehr Kapazität und sie sind günstiger als SSDs. SSDs sind hingegen schneller, robuster – da sie keine mechanischen Teile haben – und physisch kleiner. Wenn du viel Speicherplatz brauchst, wenig Geld ausgeben willst und das externe Laufwerk sowieso hauptsächlich stationär benutzt, solltest du zu einer externen HDD greifen.

Bist du auf hohe Geschwindigkeit und Mobilität aus, ist die externe SSD das Laufwerk deiner Wahl. Im Gegensatz zur HDD kostet das Gigabyte aber einiges mehr. Zum Vergleich: Beim 1 TB Modell der Lacie Mobile Drive mit HDD kostet das GB 7.4 Cent. Beim 1 TB Modell der Seagate sind es mit 23 Cent beinahe das Dreifache. Bei der Speicherkapazität sollte es mindestens 1 TB sein. Alles drunter macht heutzutage keinen Sinn. Bei den zwei oben genannten Laufwerken macht das eine Differenz von 159 Euro – ein ordentlicher Batzen (alle Angaben Stand 12. August 2019; Aktionen ausgenommen).

Unten: Anschluss des Grauens; Oben: Anschluss des Vertrauens – bei externen Laufwerken solltest du darauf achten, dass sie einen USB-C-Anschluss haben.
Unten: Anschluss des Grauens; Oben: Anschluss des Vertrauens – bei externen Laufwerken solltest du darauf achten, dass sie einen USB-C-Anschluss haben.

Nebst Kapazität, Geschwindigkeit, Mobilität und Preis solltest du auf den Anschluss achten. Welchen Anschluss hat dein Endgerät? An welche Geräte willst du das Laufwerk anschließen? Hast du nur ein USB-C-Kabel, kannst du es nicht mit einem Notebook ohne USB-C-Anschluss verbinden. Wichtig ist auch der Anschluss am Laufwerk selbst. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, sollte der Anschluss auf Laufwerkseite USB-C sein. Künftig werden die meisten Geräte mit USB-C ausgerüstet sein. So brauchst du nicht mehr hunderte verschiedene Kabel.

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Kevin Hofer
Kevin Hofer

Editor, Zürich


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