Filme, die du unbedingt in 3D gesehen haben musst
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Filme, die du unbedingt in 3D gesehen haben musst

Luca Fontana
Luca Fontana
Zürich, am 06.09.2017
Diese zehn Filme musst du meiner Meinung nach unbedingt in 3D gesehen haben. Aber das ist Geschmackssache. Daher möchte ich auch wissen, was deine 3D-Lieblingsfilme sind.

3D hat es nicht leicht. Jedenfalls nicht im Heimkino. Gründe dafür gibt es genug, und sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Nur gut, habe ich das hier schon getan:

Steht *3D im Heimkino** vor dem **Aus**?
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In diesem Artikel habe ich nicht nur Vermutungen angestellt, weshalb die dritte Dimension so einen schweren Stand hat. Ich habe auch erörtert, wieso 3D eben doch mehr als ein tolles Gimmick ist und mit welcher «Hardware» du auch in Zukunft in fremde, exotische Welten eintauchen wirst.

Hier aber geht es um die «Software»: Den Film. Tolle 3D-Filme gibt es wie Sand am Meer. Man muss sie nur finden wollen. Damit du aber nicht lange zu suchen brauchst, zähle ich hier meine persönlichen Top Ten auf.

Platz 10: Titanic (1997) / Titanic 3D (2012)

Pünktlich zum 15. Geburtstag des einst finanziell erfolgreichsten Filmes aller Zeiten beglückte Cameron viele (vorwiegend weibliche) Fans mit einer Neuauflage des Filmklassikers – dieses mal in 3D. Die Nachkonvertierung soll 60 Wochen gedauert und ganze 18 Millionen Dollar verschlungen haben, so Produzent Landau. Mein Verdikt: Hat sich gelohnt!

Räumen wir mal mit den Vorurteilen auf. Titanic ist keineswegs nur eine Schnulze, sondern ganz grosses Kino. Inhaltlich, schauspielerisch und besonders handwerklich. Das Drama wird in der 3D-Fassung nochmals gesteigert. Die stampfenden Motoren im Maschinenraum erscheinen noch riesiger, die Party auf dem Unterdeck noch wilder, und das eisige Atlantikwasser, das durch die Kabinengänge rauscht, noch kälter. Und spätestens, wenn sich das Heck in den Nachthimmel hebt und wir über Roses und Jacks Schultern hinweg in die dreidimensionale Tiefe blicken, stockt der Atem.

Platz 9: Tron – Legacy (2010)

Tron: Legacy ist die Fortsetzung des 1982 erschienenen Kultklassikers mit Jeff Bridges. Fans des ersten Teils erwarteten gespannt den Nachfolger – und hofften, dass dieser den Kultstatus des Erstlings nicht zerstören würde. Die restlichen Zuschauer (zu denen ich mich zähle) hatten selbst nach dem Trailer schlicht keine Ahnung, was auf sie zukommen würde. Eine gelungene Überraschung, wie sich im Nachhinein herausstellte.

Dazu trugen Dinge bei wie der elektrisierende Soundtrack von Daft Punk (den man schon im Trailer hört) oder die herausragenden Spezial-Effekte, die gefährlich nah an einer Überdosis Effekte-Gewitter vorbeischrammen. Ein optisches Spektakel, das erst mit 3D so richtig «fätzt» – nicht zuletzt dank der im IMAX-Format gedrehten Action-Sequenzen.

Platz 8: The Great Gatsby (2013)

Ein Film, der den Sprung von der Buch- zur Filmform erfolgreich geschafft hat. Die Rede ist von einem der grossen Klassiker der amerikanischen Buchliteratur: The Great Gatsby. Als das Erscheinungsdatum des Filmes verschoben wurde, um den Film nachträglich in 3D zu konvertieren, machte das viele stutzig: Ging es wieder einmal nur darum, mehr Geld an der Kinokasse zu machen? Würde der Film von der dritten Dimension überhaupt profitieren?

An den «International 3D Society’s Creative Arts Awards» gewann der Film den Preis in der Hauptkategorie «Outstanding Live Action 3D Feature Film». The Great Gatsby ist zweifelsohne ein visuelles Spektakel, doch es sind die vermeintlich unspektakulären Nahaufnahmen der Darsteller, die dank der Tiefenwirkung erst richtig eindringlich werden. Daran erkennt man, was mit 3D möglich ist.

Platz 7: Pacific Rim (2013)

Du hast Pacific Rim noch nicht gesehen? Dann wird es Zeit! Auch wenn der Trailer mit den vielen bunten Lichtern und kämpfenden Roboter schräg rüber kommt. Aber Guillermo del Torro ist ein Visionär und hat mit seinen beiden Hellboy-Verfilmungen oder dem Kritiker-Liebling Pan's Labyrinth bewiesen, dass er einiges auf den Kasten hat. Gerade wenn es um die Optik geht. Und Pacific Rim ist da keine Ausnahme.

Und auch das bitteschön in 3D! Wenn ein Blechmann ein Godzilla-ähnliches Monster durch Hochhäuser donnert und diese langsam in sich zusammen zu fallen beginnen, dann knallt das nur in 3D so richtig.

Riesige Monster («Kaijus») duellieren sich also mit von Menschen gesteuerten Robotern. Klingt für dich nach «Power Rangers»? Tatsächlich dachte ich mir damals: «Wenn es je wieder einen Kinofilm des Kultklassikers geben wird, dann müsste dieser genauso aussehen.» Nun, die Neuverfilmung kam tatsächlich, aber Pacific Rim macht um einiges mehr Spass!

Platz 6: Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009)

Der Film, mit dem der 3D-Boom begann. Selbstverständlich kommt er in die Liste rein, was hast du denn gedacht?

Avatar wird vor allem für seine unglaublichen visuellen Effekte in Erinnerung bleiben. Es ist eine Sache, in eine neue, faszinierende Welt eingeführt zu werden (man erinnere sich nur an die «Lord of the Rings»-Trilogie). Aber es ist etwas komplett anderes, das Gefühl zu haben, sich tatsächlich darin zu bewegen oder sogar zu leben!

Avatar gelingt es kinderleicht, uns in diese träumerische, bei Nacht fluoreszierende Welt zu versetzen. Das 3D erzeugte damals die genau benötigte Tiefenwirkung, um uns wie aufgeregte, kleine Kinder eintauchen zu lassen. Es ist das wohl perfekte Beispiel für die Art von Film, dem ohne 3D etwas Entscheidendes fehlen würde.

Platz 5: Gravity (2013)

Einer meiner absoluten Lieblinge. Gravity ist der erste Film von Alfonso Cuarón seit dem 2006 erschienen Children of Men. Der Mann mit dem Faible für unglaublich lange Filmsequenzen ohne sichtbaren Schnitt (die erste Einstellung des Films dauert satte 17 Minuten!) lieferte hier ein Meisterwerk ab, das zusammen mit Avatar in einem Atemzug genannt wird, wenn es um ein Musterbeispiel für gelungenes 3D-Kino geht.

Genau wie Avatar entführt uns Gravity in eine Welt, die wir auf der Erde nicht erleben können. Erst durch das 3D wird das Weltraumabenteuer konkret und spürbar. Wie die Charaktere im Film erleben wir das Gefühl, durchs Weltall zu schweben – meist komplett hilf- und machtlos – und entwickeln dadurch tiefen Respekt und Demut vor dem Vakuum des Weltraums.

Selbst die grössten 3D-Skeptiker in meinem Freundeskreis gaben zu, dass sich im Falle von Gravity der 3D-Zuschlag definitiv gelohnt hätte. Wenn das mal kein dickes Kompliment ist.

Platz 4: Die Abenteuer von Tim und Struppi (2011)

Eines der am meisten unterschätzten Abenteuerfilme aller Zeiten. Tim und Struppi ist all das, was Jahre zuvor Indiana Jones 4 versprach (aber nicht einhielt): Schrullige Charaktere, ein Mysterium, um das sich die gesamte Handlung dreht, exotische Schauplätze rund um die Welt und irrwitzige Kamerafahrten, wie sie nur in einem Animationsfilm möglich sind. Dazu die treibende Musik vom Altmeister John Williams. Ach, 3D kann so schön sein!

Mein Highlight sind Captain Haddocks Wahnvorstellungen in der Wüste, in der Realität und Wahnsinn immer wieder verschmelzen, nur um ein majestätisches Schiff über unendliche Sanddünen segeln zu lassen (siehe Trailer). Gerade in 3D ein Anblick, dass die Kinnlade knallen lässt. Ebenfalls spektakulär: Eine irre Verfolgungsjagd zu Auto, Motorrad, Fuss und Panzer (!) mitten durch ein orientalisches Küsten-Städtchen – gefilmt an einem Stück und ganz ohne Schnitt.

Platz 3: Jurassic Park (1993) / Jurassic Park 3D (2013)

Auf der Spitze seines Schaffens schickte sich Steven Spielberg an, einen Film zu machen, der eine scheinbar perfekte Mischung aus Adventure-, Science-Fiction- und Horror-Elementen finden sollte. Die Rede ist von Jurassic Park. Zudem würde sein «Hauskomponist» John Williams eine Filmmusik erschaffen, die fast genauso tief ins kollektive Filmgedächtnis eingebrannt ist wie der erbarmungslose Angriff des T-Rex bei strömenden Regen.

Bei der Konvertierung und Restaurierung des 20-jährigen Filmmaterials ging man äusserst liebevoll vor. So wurden einige Effect-Shots nachträglich bearbeitet, um das 3D-Erlebnis sinnvoll zu verstärken. Beispiel? Der angesprochene Regen beim T-Rex-Überfall hat man für die 3D-Fassung so digital nachbearbeitet, dass für den Zuschauer ein noch beklemmenderes «Mittendrin-Gefühl» entsteht. 20 Jahre, nachdem dieses Meisterwerk das Licht der Kinoleinwände erblickte, finden wir nun eine derart gelungene 3D-Fassung vor, dass ich fast zur Überzeugung gelange, es wäre von Anfang an darauf angelegt worden.

Platz 2: Life of Pi (2012)

Wenn ich eine Buchadaption nennen müsste, die den Sprung ein anderes Medium nahezu perfekt geschafft hat, dann wäre es Life of Pi. Die wunderschöne spirituelle Geschichte eines Schiffbrüchigen auf hoher See, gepaart mit surrealen Fantastereien und der ergreifenden Filmmusik machen aus Life of Pi eine emotionale Achterbahnfahrt, die mich von der ersten bis zur letzten Sekunde mitgerissen hat.

Regisseur Ang Lee zeigt, wie erst durch den sorgfältigen Einsatz von 3D das volle Potenzial der ohnehin ergreifenden Story entfaltet werden kann. Es muss nicht immer ein grossangelegter Action-Kracher sein, damit 3D funktioniert. Manchmal ist es gerade der subtile Einsatz der dritten Dimension, die den Zuschauer mittendrin statt nur dabei sein lässt. Wer den Film bereits in 3D genossen hat, wird genau wissen, warum mich selbst die Anfangs-Credits total fasziniert haben.

Platz 1: Mad Max: Fury Road (2015)

«What a day. What a lovely day!» schreit einer der Hauptcharaktere inmitten einer der verrücktesten und abgefahrensten Verfolgungsjagden, die je für die grosse Leinwand inszeniert wurden. Der Film fängt schon halsbrecherisch an und steigert sich vor allem in Bezug auf Stunts immer weiter. Kein Wunder, heuerte man für besonders gefährliche Sequenzen Artisten des «Cirque du Soleil» als Stuntmänner und -frauen an. Und das sieht man im Film, wenn einem beim Zuschauen bewusst wird, wie viele der irrwitzigen Actioneinlagen ohne jegliche Hilfe von Computereffekten realisiert wurden.

Der Adrenalinpegel bleibt von der ersten bis zur letzten Sekunde fast unerträglich hoch und lässt den Zuschauer völlig baff auf der Couch zurück. Dass man schon beim Filmen das dreidimensionale Format im Hinterkopf hatte, ist offensichtlich. Wenn sich Autos bei höchster Geschwindigkeit in grossen, orangen Feuerwolken überschlagen und Trümmerteile direkt um einen herumfliegen, möchte man sich einfach nur irgendwo festklammern.

Eure Meinung ist gefragt!

Jetzt interessiert mich deine Meinung. Welches sind deine liebsten 3D-Filme? Sind sie in der Liste enthalten? Habe ich wichtige 3D-Perlen vergessen oder übergangen? Lass es mich in den Kommentaren wissen!


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Luca Fontana
Luca Fontana
Editor, Zürich
Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

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