Für faule Koffeinjunkies: Vollautomaten im Vergleich

Für faule Koffeinjunkies: Vollautomaten im Vergleich

Simon Balissat
Zürich, am 09.09.2019

Frisch gemahlener Kaffee, konstante Qualität, energiesparend und umweltfreundlich: Vollautomaten liegen im Trend. Sie sind einfach zu bedienen und bieten dir günstigen Kaffeegenuss.

Zugegeben, sie gewinnen kaum einen Schönheitswettbewerb. Dafür sind sie praktisch: Kaffeevollautomaten heizen schnell auf und liefern auf Knopfdruck Espresso, Kaffee oder heißes Wasser. Willst du Capuccino oder Latte Macchiato, machen das teurere Geräte ebenfalls vollautomatisch. Während du bei Kapselmaschinen fast nichts einstellen kannst, wählst du beim Vollautomaten unter anderem die Kaffeestärke und den Mahlgrad der Bohnen selbst .

Der Vollautomat ist die perfekte Maschine, wenn es am Morgen oder bei der Dinnerparty schnell gehen muss. Maschine an, kurz aufheizen und der Kaffee ist bereit. Die Barista-WM gewinnst du mit diesen Automaten nicht, du musst aber auch nicht Raketenwissenschaften studiert haben, um sie bedienen zu können. Ich empfehle dir einen Vollautomaten, wenn du mehrmals wöchentlich Kaffee trinkst und bisher auf Kapseln gesetzt hast. Die sind schlicht zu teuer und produzieren viel Müll. Der Vollautomat ist ebenfalls ein «Rundum-sorglos-Paket».

Die kaffeeliefernde Teemilchsau

Waren Vollautomaten ihres Preises wegen früher Büro-Cafeterias und Luxusvillen vorbehalten, gibt es heute Einsteigermodelle um 300 Euro. Die reichen völlig für den Kaffee am Morgen. Legst du etwas mehr drauf, gibt es Displays, integrierte Milchschäumer, zwei Bohnenbehälter oder sogar zwei Kaffeemühlen, teilweise App-gesteuert. Statt Plastik ist bei den teureren Maschinen hochwertiges Material wie Edelstahl verbaut. Zudem sind die Mühlen etwas leiser und effizienter.

Die Mühle

Bei den Vollautomaten ist die Kaffeemühle direkt in der Maschine integriert. Du stellst den Mahlgrad einmal ein (meist etwas umständlich an einem Drehrad im Bohnenbehälter) und belässt ihn dann in der Regel auf der Einstellung. Beim Mahlwerk gibt es zwei verschiedene Bauarten. Während das Scheibenmahlwerk leiser ist, braucht das Kegelmahlwerk weniger Platz in der Maschine und verarbeitet den Kaffee etwas schonender. Die Unterschiede sind jedoch minim.

Schaumschlägerei: Die meisten Maschinen besitzen eine Möglichkeit, Milch aufzuschäumen.
Schaumschlägerei: Die meisten Maschinen besitzen eine Möglichkeit, Milch aufzuschäumen.

Der Milchschaum

Trinkst du viel Cappuccino oder Latte Macchiato, dann lohnt sich ein integrierter Milchschäumer. Unter den günstigsten Modellen bietet dir die Saeco Lirika einen automatischen Milchschäumer. Du steckst einen kleinen Schlauch in die Milch und die Maschine schäumt sie für dich auf. Den Kaffee musst du dann noch auf Knopfdruck beziehen. Im oberen Preissegment geht das alles vollautomatisch: Cappuccino drücken, Cappuccino kommt unten raus. Bei den ganz teuren Maschinen kannst du dank Smartphone App und Touchscreen sogar Details wie die Milch- und Kaffeemenge bestimmen.

Die Reinigung

So einfach Vollautomaten auf Knopfdruck Kaffee zubereiten, brauchen sie mehr oder weniger regelmäßig eine gründliche Reinigung. Wasserfilter, Entkalker und Reinigungstabs gehören zum Verbrauchsmaterial. Als Sparfuchs musst du das in deinen Betriebskosten berücksichtigen. Wie einfach oder schwierig die Reinigung ist, hängt vom Hersteller und vom Gerät ab. Das geht von vollautomatischer Reinigung bis zum mühsamen Auseinanderschrauben. Achte beim Kauf daher auf die Beschreibung unter «Besondere Eigenschaften» und «Reinigung» bei unseren Spezifikationen. Dort steht, wie einfach die Maschine zu reinigen ist und wie gut die einzelnen Komponenten zugänglich sind.

Die Bedienung

Die Vollautomaten sind in der Moderne angekommen. Bieten die günstigen Geräte einfache Knöpfe, kannst du die teuren Kaffeemaschinen zusätzlich mittels WLAN per App steuern. So kannst du etwa deine Tassengröße programmieren, damit der Kaffee nicht überläuft. Das funktioniert natürlich auch bei den günstigen Maschinen, bloß weniger bequem. Ich persönlich sehe den Sinn hinter Touchscreen, Appsteuerung und LCD-Display bei Kaffeemaschinen nicht und mag die Haptik von einzelnen Knöpfen. Das ist wohl Geschmackssache.

Mit schlechten Bohnen bringt die teuerste Maschine nichts.
Mit schlechten Bohnen bringt die teuerste Maschine nichts.

Der Kaffee

Du kannst dir den teuersten Vollautomaten bestellen – sind die Bohnen schlecht, ist es auch der Kaffee. Ich empfehle dir, immer die selben Bohnen zu kaufen, damit das Resultat konstant ausfällt. Je frischer die Bohnen aus der Rösterei kommen, desto aromatischer sind sie. Kaffeebohnen haben eigentlich kein Ablaufdatum, sie verlieren ihr Aroma aber überraschend schnell. Statt Bohnen kiloweise zu bunkern, kaufst du deine Bohnen lieber in kleineren Packungen.

Budget

Hier gibt es wenig Schnickschnack. Diese Maschinen machen, was sie sollen: Kaffee automatisch zubereiten. Und das für wenig Geld. Weil die Maschinen etwas kleiner sind, eignen sie sich auch für kleinere Küchen und Büros. Alle Maschinen in dieser Auswahl haben die Möglichkeit, Milch aufzuschäumen, sei es direkt mit einem Milchtank oder mit einer Dampflanze (beim Modell von De’Longhi).

Mittelklasse

Hier gibt es bei den meisten Geräten einen automatischen Milchschäumer und ein Display. Die Geräte in dieser Preisklasse brauchen mehr Platz auf der Küchenablage, kommen aber auch mit kleineren Büros und Großfamilien klar. Für Kaffeejunkies genau das Richtige.

High-End

Das sind die «Rolls Royce» unter den Vollautomaten. Sie lassen keine Wünsche offen, sind hochwertig verarbeitet und haben keine Mühe mit dem Großraumbüro. Für die Küche sind diese Maschinen oft zu groß. Es sei denn du wohnst in einer Gastroküche.

Habe ich ein Gerät vergessen? Hast du Erfahrungen mit einem der vorgestellten Vollautomaten gemacht? Dann schreib mir doch einen Kommentar. Willst du zum frisch gebrühten Kaffee aus der neuen Maschine spannende und überraschende Artikel lesen, folge meinem Autorenprofil und verpasse keine Story mehr.

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Simon Balissat
Simon Balissat

Editor, Zürich

Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell

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