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«Game of Thrones»: Die White Walkers und die lange Nacht

White Walkers sind das gefürchtetste Übel in ganz Westeros. Woher kommen die gruseligen Eiskreaturen? Und wie können sie aufgehalten werden?

Wenn in «Game of Thrones» Mütter, Ammen und alte Nans den unartigen Kindern das Fürchten lehren, dann erzählen sie ihnen Geschichten. Gruselige Geschichten. Solche über Werwölfe, Riesen, Wildlinge – und den White Walkers, das gefürchtetste Übel, das je über die Welt von Eis und Feuer gezogen ist.

Dann sind sie verschwunden. Vor etwa achttausend Jahren.

Heute sind sie Teil eben jener Gruselgeschichten, die von einer längst vergangenen Zeit handeln, in welcher einst ein Winter kam, der eine ganze Generation lang angedauert hat. Ein Winter, der Könige in ihren Burgen und Bauern in ihren Hütten erstarren liess. Ein Winter, der mit einer Finsternis einherging, die heute als «die lange Nacht» bekannt ist.

In jener Finsternis kamen die Weissen Wanderer zum allerersten Mal. Sie fegten durch Städte und Königreiche, ritten auf ihren toten Pferden und jagten mit ihren Meuten von fahlen Spinnen gross wie Jagdhunde…
Alte Nan zu Bran Stark, Staffel 1, Episode 3

Über die White Walkers ist nicht viel bekannt. Nur uralte Aufzeichnungen der Maester – die Gelehrten, Historiker und Ärzte in «Game of Thrones» – bergen Hinweise auf Herkunft und Beschaffenheit.

Der Krieg der ersten Menschen und der Children of the Forest

White Walkers sind hagere Gestalten mit weissen Haaren und Haut so bleich wie Milch. Sie tragen kristallene Langschwerter mit Klingen, die im Mondlicht blassblau leuchten – genau wie ihre Augen. Ihre Sprache klingt wie das Bersten von Eis. Sie gehen auf Schnee, ohne einzusinken, sind grösser als gewöhnliche Menschen und extrem stark. Kälte umgibt sie, und ihre Ankunft wird stets von einem Wintersturm begleitet.

Ein Weisser Wanderer

White Walkers werden von ihren Armeen der Toten unterstützt: Wights, zu Deutsch Wiedergänger. Zombieähnliche Kreaturen mit blauen Augen, die nur den Befehlen desjenigen White Walkers gehorchen, der sie erschaffen hat. Denn Wights waren lebendige Menschen, Tiere oder sonstige Kreaturen, die durch die Berührung eines White Walkers nach ihrem Tod verwandelt worden sind. Die Schwäche der Wights ist das Feuer; tatsächlich können bereits verbrannte Leichen nicht mehr wiederauferstehen.

Die Geschichte der White Walkers beginnt vor etwa 12 000 Jahren – also lange vor der langen Nacht. Zu dieser Zeit wird Westeros von den Children of the Forest bewohnt, den Kindern des Waldes. Winzige, humanoide Kreaturen, welche die Natur verehren. Dann kommen die Ersten Menschen, ein wildes, aber fortgeschrittenes Volk. Für seine Invasion hat es die Landbrücke benutzt, die Westeros und Essos verbindet: der Arm von Dorne.

Die Children of the Forest

Zunächst begegnen die Children of the Forest den Ersten Menschen friedvoll. Dann beginnen die Menschen, ganze Wälder und Länder zu roden, um Landwirtschaft zu betreiben. Die Kinder verlieren immer mehr Lebensraum. Als selbst die ihnen so heiligen Wehrholzbäume gefällt werden – man sagt, sie beherbergen den Geist verstorbener Kinder und alles, was sie wissen und je über die Welt gewusst haben –, erklären sie den Menschen den Krieg.

Die Children of the Forest kämpfen mit Stock, Speer und Drachenglas, das Material, das auch als Obsidian bekannt ist. Aber gegen die Pferde reitenden Menschen mit ihren bronzenen Rüstungen und Schwertern sind sie chancenlos. Allerdings kennen sie etwas, womit die Menschen nicht gerechnet haben: Magie. Tiere und Wesen aller Art werden entfesselt, und schliesslich fluten die mächtigsten Magier der Kinder – die Grünseher – den Arm von Dorne, um Westeros von Essos zu trennen.

Im Süden: Der Arm von Dorne, bevor er geflutet worden ist

Damit verhindern die Kinder zwar den Einmarsch weiterer Menschen, aber es reicht nicht aus, um das Blatt zu wenden; zu zahlreich sind sie schon in Westeros eingedrungen. Also greifen die Kinder zu einer letzten, verzweifelten Massnahme.

Der Night King

Sie erschaffen den ersten White Walker: den Night King.

Der König der White Walkers

Ursprünglich war der Night King einer der Ersten Menschen. Wer – das weiss niemand. Die Kinder haben den Nachtkönig aber während eines gefährlichen magischen Rituals erschaffen. Dabei ist einem gefangenen Ersten Menschen ein Messer aus Obsidian ins Herz gerammt worden. Seine Augen haben sich blau gefärbt: Der Night King erwacht zum Leben.

Anders als gewöhnliche White Walkers hat der Night King keine weissen Haare oder Bart. Stattdessen hat er einen gezackten Kopf, ähnlich einer Krone. Und er besitzt Fähigkeiten, die jene der gewöhnlichen White Walkers übersteigen.

So kann er menschliche Babies durch seine Berührung in White Walkers verwandeln – vermutlich die einzige Möglichkeit, wie sich White Walkers zahlenmässig vermehren. Der Night King spürt, wenn sich von Menschen kontrollierte Tiere – eine Fähigkeit, die nur Wargen besitzen – in seiner Nähe befinden. Er kann Markierungen auf Mensch und Tier hinterlassen, die jeden Schutzzauber zu brechen vermögen. Sie erlauben ihm zudem, den oder die Markierte aufzuspüren.

Natürlich kann der Night King ebenfalls Tote in Wights verwandeln. Der Unterschied: Er braucht die Gefallenen nicht explizit zu berühren.

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Zweifelsohne ist der Night King der mächtigste aller Wanderer. Trotzdem können er und seinesgleichen sowohl durch Drachenglas, also Obsidian, als auch durch valyrischen Stahl aufgehalten werden – beides extrem seltene Materialien, die in Verbindung zu Drachen stehen. Wenn ein White Walker stirbt, dann sterben die von ihm kontrollierten Wights mit ihm. Ob dieser Logik folgend die vom Night King erschaffenen Wanderer sterben, wenn der König stirbt, ist zwar spekulativ, aber – so der allgemeine Konsens – wahrscheinlich.

Das Ende des Krieges – der Beginn der langen Nacht

Es sind also die Children of the Forest gewesen, die den Night King und die White Walkers geschaffen haben, um sich gegen die Invasion der Ersten Menschen zu verteidigen: Als eine ultimative, aber gefährliche Waffe, wenn alles andere versagen sollte.

Aber die Waffe sollte nie eingesetzt werden.

Denn der Krieg, der 2000 Jahre lang angedauert hatte, fordert auf beiden Seiten hohe Verluste. Schliesslich setzen sich Weisheit und Vernunft durch; ein Friedenspakt beendet das Blutvergiessen. Die Menschen sollten das offene Land bekommen, während den Kindern die noch existierenden Wälder zugesprochen werden. Zudem schwören die Menschen, nie mehr einen Wehrholzbaum zu fällen.

Wehrholzbäume, so sagt man, beherbergen den Geist und das Wissen verstorbener Children of the Forest

Die Kinder markieren die Werholzbäume durch das Einritzen eines Gesichts mit tränenden Augen. Später übernehmen die Ersten Menschen gar den Glauben an die Alten Götter von den Children of the Forest. Ein Glaube, den sie über die Jahrtausende hinweg bewahren und an ihre Nachfahren weitergeben werden: den Menschen des Nordens, insbesondere den Starks.

Starks, Nachfahren der Ersten Menschen, beim Waffenwetzen unter einem Wehrholzbaum

Aber der Frieden hält nur 2000 Jahre an.

Der Night King, von den Children of the Forest erschaffen, kann sich dessen Einfluss aus unbekannten Gründen entziehen – und die White Walkers greifen an. Von Norden aus fegen sie über die ganze Welt, einen endlosen Winter mit sich bringend. Die lange Nacht, so wurde er genannt, ist der längste Winter, den die Welt je gesehen hat, und wird über eine ganze Generation dauern.

Beendet wird die lange Nacht erst, als die Ersten Menschen und die Children of the Forest sich erneut zusammen tun, um die White Walkers und den Night King in den Norden zurückzudrängen. Dann lässt Bran der Erbauer – ein Vorfahre der Stark-Familie – eine Mauer aus Eis erbauen, 480 Kilometer lang, 91 Meter hoch und verstärkt durch mächtige Schutzzauber der Children of the Forest.

Die Mauer wird von den geschworenen Brüder der Nachtwache bemannt

Um die White Walkers herum wird es still. Über die Jahrtausende hinweg geraten sie gar in Vergessenheit oder werden bloss noch als Schauermärchen fürs Lagerfeuer abgetan. Dasselbe Schicksal ereilt auch die Kinder: Sie haben so herbe Verluste erlitten, dass sie aus der Welt getilgt scheinen. Bis heute.

Während in Westeros die Geschichte damit endet, dass nach dem Bau der Mauer die Nachtwache gegründet wurde, um die Schrecken des Nordens vor dem Süden fernzuhalten, besingen Menschen im Osten jenen Helden, der die Armeen angeführt hat, welche die White Walkers besiegt haben: Azor Ahai, der Prinz, der versprochen wurde, und der Einzige, der dem Night King ebenbürtig ist.

Denn sein ist das Lied von Eis und Feuer.

Das war Teil eins von sechs geplanten Artikeln zu «Game of Thrones». Nächste Woche geht's weiter mit Azor Ahai und der Prophezeiung des Prinzen, der verheissen worden ist. Wenn's dir gefallen hat und du viele weitere Hintergründe und News rund um die schillernde Welt des Kinos und der Fernsehserien nicht verpassen möchtest, dann folge mir mit einem Klick auf den «Autor folgen»-Button.

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Luca Fontana, Zürich

  • Editor
Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

2 Kommentare

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User darnok16

Gratulation für die Forschung, für diese Serie muss man wohl ein Doktorat machen, oder man schaut einfach ohne alles begreifen zu wollen...

15.04.2019
User Luca Fontana

Kannst mich auch Maester Luwca nennen ;-)

16.04.2019
Antworten