
Ganz klein, herausnehmbare Actioncam oder E-Ink: Neue Smartphones von der IFA
Beim Gang über die IFA muss ich die Smartphones zwischen Robotern, Waschmaschinen und Fernsehern suchen. Sobald ich sie dann finde, freue ich mich über die spannenden Neuheiten.
Xiaomi und Motorola sind zwar auch in Berlin präsent, bei den Smartphones auf der IFA dominieren aber kleinere Hersteller die Neuigkeiten. Auffällig ist die Anzahl an chinesischen Outdoor-Smartphones, aber auch europäische Anbieter versuchen, ihre Nische zu finden.
Oukitel C17 und C26: Liebling, ich habe die Smartphones geschrumpft
In Kommentaren oft gefordert und nun wirklich da: kleine Smartphones. Neben vielen Outdoor-Smartphones finden sich bei Oukitel das C17 und das C26 am Stand. Sie sehen zwei großen Smartphones verdächtig ähnlich.

Die Ausstattung der 4-Zoll-Smartphones ist inklusive der Speichervarianten identisch:
- Android 16
- 13- und 5-Megapixel-Kameras
- 2300-mAh-Akku, 10-Watt-Ladetempo
- 3 oder 4 Gigabyte Arbeitsspeicher
- 32 oder 64 Gigabyte Datenspeicher
- Unisoc T610 oder T310

Preis und Verfügbarkeit sind noch unbekannt, aber sie müssen auch erst einmal die Markenrechtskontrolle des Zolls überstehen.

Unlefone: Actioncam, Hot-Swap-Akku oder Entfernungsmessung
Der Hingucker am Stand von Ulefone ist das Xsnap 7 Pro. Auf der Rückseite des Smartphones kann ich eine Actioncam herausnehmen. Mit einer Akkuladung nimmt sie bis zu 40 Minuten lang Videos in 2,8K-Auflösung auf. Die Datenübertragung zum Smartphone erfolgt via WiFi 6. So dient das Unlefone als 6,67 Zoll großes Display für die kleine Kamera.

Xsnap 7 Pro lädt die Actionkamera mehrfach von seinem 9300-mAh-Akku auf. Die fest verbauten Kameras liefern Bilder mit 50 und 64 Megapixeln, die Frontkamera nimmt Selfies mit 32 Megapixeln auf. Mit dem Dimensity 8400 und 12 Gigabyte Arbeitsspeicher sollte das Smartphone genug Leistung bieten. Der Datenspeicher von 512 Gigabyte bietet Platz für einige Actionvideos. Kostenpunkt: voraussichtlich 1099 Euro.

Neben dem Xsnap 7 Pro steht das Xever 8 bei Unlefone am Stand. Bei ihm fällt die Verriegelung auf der Rückseite auf. Ich öffne einen Schieber und nehme die Rückseite ab. Der zweite Riegel sichert den 4800-mAh-Akku. Diesen kann ich austauschen, ohne, dass das Smartphone ausgeht. Die fest verbaute Batterie im Smartphone überbrückt etwa drei Minuten. Genug Zeit für den Akkuwechsel.

Die übrige Ausstattung des robusten Outdoor-Smartphones fällt unspektakulär aus: 6,5-Zoll-Display, 8 Gigabyte RAM, 128 oder 256 Gigabyte Speicherplatz, Mediatek Helio G200 und 64 sowie 20 Megapixel-Kameras auf der Rückseite.

Das Ulefone Armor 35 Pro verfügt über den gleichen Prozessor wie das Xever 8. Allerdings ist es mit seinem 6,79-Zoll-Display insgesamt größer: Es verfügt über einen 11.000-mAh-Akku, 12 Gigabyte RAM und drei Kameras auf der Rückseite. Die große Besonderheit ist allerdings der Laser-Entfernungsmesser. App starten, Smartphone ausrichten und einen Knopf drücken. Anschließend zeigt das Smartphone die gemessene Entfernung an. Die Reichweite beträgt 1,2 Kilometer.

Ebenfalls auffällig ist die Lampe aus 655 LEDs auf der Rückseite. Sie erzeugen eine Helligkeit von bis zu 900 Lumen. Eine Nachtsichtkamera und IP68- sowie IP69K-Zertifizierungen runden das Outdoor-Smartphone ab. Das Armor 35 Pro soll noch im September in den Handel kommen.
Blackview Xplore 6: Anstecklinse für ein Outdoor-Smartphone
Blackview erweitert die Brennweite seines Outdoor-Smartphones Xplore 6 mit einer Anstecktelelinse. Diese hält nur an einer speziellen Hülle, bringt die Brennweite der 50-Megapixel-Periskop-Telekamera aber auf 230 Millimeter. Ohne Anstecklinse bietet sie nur einen dreifachen Zoom gegenüber der 50-Megapixel-Hauptkamera.

Auf der Rückseite des Xplore 6 befindet sich ein 1,47 Zoll großer Touchscreen. Dieser zeigt die Uhrzeit an, fungiert als Sucher für die Kamera oder lässt dich die Medienwiedergabe steuern. Bei der Leistung ist das Blackview mit dem Dimensity 9400+ und 18 Gigabyte Arbeitsspeicher ausgezeichnet aufgestellt. Der Akku fällt mit 12000 mAh riesig aus. Preis und Verfügbarkeit bei uns sind noch nicht bekannt.
Xiaomi 18 Fold: nur anschauen, nicht anfassen
Noch bevor Xiaomi sein 18 Fold richtig vorgestellt hat, präsentiert der Hersteller es auf seinem Messestand. Allerdings nur zum Anschauen unter Glas. Auf dem faltbaren Smartphone läuft ein Video, es bewegt sich aber nicht. Vorerst soll es nur in China erhältlich sein.
TCL P80 Ultra: E-Ink mit AMOLED-Display
TCL nutzt schon länger seine Nxtpaper-Technologie, um per Knopfdruck zwischen einer bunten und einer stromsparenden Schwarz-Weiß-Ansicht zu wechseln. Dabei bleibt der Touchscreen aber schneller als bei klassischen E-Ink-Displays. Als weitere Option steht ein matter «Paper Mode» zur Auswahl. Dieser soll die Augen schonen, indem er die Eigenschaften von Papier nachahmt und zum Beispiel etwas dunkler ist sowie die Farbtemperatur wärmer macht.

Das TCL P80 Ultra ist das erste Nxtpaper-Smartphone mit einem AMOLED-Display. Der Bildschirm des Topmodels misst 6,83 Zoll und hat eine Auflösung von 2766 × 1280 Pixeln. Für die Rechenleistung sind der Dimensity 7400 Elite und acht Gigabyte Arbeitsspeicher verantwortlich. Auf der Rückseite befinden sich eine 50-Megapixel-Hauptkamera, eine 32-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera und eine 50-Megapixel-Telekamera. Der Akku hat eine Kapazität von 5800 mAh.
Preislich startet das TCL P80 Ultra mit 256 Gigabyte Speicherplatz bei 549 Euro. Für 512 Gigabyte werden 599 Euro fällig. Die Verfügbarkeit ist noch unklar.
Mudita Kompakt: Entschleunigung durch E-Ink
Obwohl bereits erhältlich, ist das Mudita Kompakt für mich eine Neuentdeckung auf der IFA gewesen. Das aus Polen stammende Unternehmen will mit seinem handlichen Smartphone vor allem Entschleunigung anbieten. Es kann telefonieren, navigieren oder Fotos aufnehmen. An andere Geräte werden diese trotzdem bunt verschickt.

Das E-Ink-Display reagiert schneller als andere graue Displays, aber immer noch langsamer als bunte Touchscreens. Einen Browser und Social-Media-Apps gibt es aktuell auf dem Gerät nicht. Mit Mudita OS 2.0 soll sich im Herbst die Auswahl an für das E-Ink-Display angepassten Apps erhöhen.

Shifted iPhone: eine neue Rückseite für das iPhone
Shift aus Hessen bietet mit den Shift Phones eigentlich modulare und einfach zu reparierende Smartphones an. Inzwischen wendet sich das Unternehmen aber auch dem iPhone zu. Unter dem Label «Shifted iPhone» bietet es neue Rückseiten für das iPhone 15 und 16 Pro an. Diese sind nicht verklebt und lassen sich mit einem Saugnapf lösen, was den Zugriff auf Komponenten im Gerät erleichtert.

Entweder kaufst du direkt ein gebrauchtes Shifted iPhone bei den Hessen oder schickst dein iPhone ein. Sie ersetzen dann die Originalrückseite oder bessere Bedingungen, als es zu Hause möglich ist. Die Rückseite alleine kostet 88 Euro, inkl. Einbauservice werden 133 Euro fällig. Beide Preise reduziert Shift in seinem Online-Shop zum Start auf 69 bzw. 104 Euro.
Motorola Edge 70 Plus: das siebte Modell der Serie
Bei Motorola, die ihre Neuheiten abseits der Messe im Festsaal eines Hotels präsentierten, wird es langweiliger. Das Motorola Edge 70 Plus ist das siebte Modell der Edge-70-Serie. Im Vergleich mit dem Standardmodell verdient es sich das Plus durch einen größeren Akku (6500 statt 4800 mAh) und eine höhere Auflösung (200 statt 50 Megapixel) bei der Hauptkamera.

Ein Minus im Namen hätte das Edge 70 Plus durch den Wegfall der zweiten Kamera den schwächeren Chipsatz und die Reduzierung von wasserdicht auf spritzwassergeschützt verdient. Das Smartphone soll in den kommenden Wochen erscheinen und 599 Euro kosten.

Rein optische Änderungen bietet das Motorola Razr 70 mit Swarovski-Kristallen. 35 Stück der glitzernden Glassteine sind auf dem schwarzen Smartphone platziert. Das limitierte Smartphone kostet 999 Euro.
Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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