«Helix» von Lapp Mobility: Ladekabel für Leute, die nicht aufrollen wollen
Produkttest

«Helix» von Lapp Mobility: Ladekabel für Leute, die nicht aufrollen wollen

Wer Verbrenner fährt, kennt es, dass Hände nach Benzin stinken. Das Pendant bei Menschen mit E-Auto: Ladekabel, die zu Stolperfallen werden. Abhilfe verspricht ein Kabel, das sich selbst aufräumt. Fast zumindest.

Beim Kauf eines elektrisch angetriebenen Autos bekommst du in aller Regel ein Ladekabel dazu. Meistens genügt dieses eine Kabel auch. An Schnellladern an der Autobahn sind ohnehin stärkere Kabel für höhere Leistung fix installiert. Es gibt aber Fälle, in denen du dir vielleicht ein zweites Kabel wünschst. Zum Beispiel, um eines an der Wallbox zu Hause zu haben und das zweite für unterwegs im Auto zu platzieren.

Genau diese Zielgruppe dürfte der schwäbische Hersteller Lapp Mobility mit seinem Ladekabel «Helix» im Visier haben. Nur, Ladekabel gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Bei uns im Shop sind es zum Beispiel um die 400. Von 120 bis knapp 200 Franken reichen aktuell (Stand April 2024) die Preise. So gut wie alle Kabel sind schwarz. Einige wenige sind Spiralkabel. Mit ihnen sparst du dir das Aufrollen nach Gebrauch, weil sie sich wieder zusammenziehen.

Nicht überall passt die «Helix»-Form

Noch einen Schritt weiter geht das «Helix»-Kabel. Es hat ein Formgedächtnis. Bedeutet: Es rollt sich nach Gebrauch wieder schneckenförmig zusammen. Ich habe das Kabel einige Zeit benutzt. Es gibt durchaus den ein oder anderen praktischen Anwendungsfall: In unserer Garage habe ich einen (an sich überteuerten) Kabelhalter, über den ich das Kabel nach Gebrauch hänge. Dafür wickle ich es wie einen Gartenschlauch auf, damit es ordentlich aussieht. Der innere Monk freut sich. Das «Helix» verkürzt diesen Prozess und erspart mir ausserdem schmutzige Hände.

Das «Helix» macht auch als Standard-Ladekabel in der Garage eine gute Figur.
Das «Helix» macht auch als Standard-Ladekabel in der Garage eine gute Figur.
Quelle: Martin Jungfer

Bei Bedarf ist das «Helix» schnell von der Wallbox abgestöpselt und in den Kofferraum verfrachtet. Da liegt es dann auch fast wie frisch aus der Box gewickelt und wartet auf seinen nächsten Einsatz.

Schwierig wird die Sache, wenn du das «Helix» nicht lose im Kofferraum herumliegen haben möchtest. Viele E-Autos haben für das Ladekabel Fächer geschaffen. Bei manchen Autos ist der Frunk, also eine Art Kofferraum unter der Motorhaube, der designierte Platz fürs Ladekabel.

Bist du Frunk-los unterwegs, dann viel Glück, wenn du für das «Helix»-Ladekabel ein Plätzchen finden willst. Die Aufteilung der Fächer unter dem Ladeboden ist nicht wirklich kompatibel mit der Form des «Helix». Das sieht dann halt so aus, wenn ich es hineinlege. Schön ist anders.

In die gedachte Aussparung im Kofferraum passt das «Helix»-Kabel bei meinem Skoda Enyaq nicht hinein.
In die gedachte Aussparung im Kofferraum passt das «Helix»-Kabel bei meinem Skoda Enyaq nicht hinein.
Quelle: Martin Jungfer

Ein Standard-Ladekabel, das ich selbst aufwickle, kann ich besser einpassen. Und ich kann es sogar genauso schön wickeln, wie das «Helix». So!

Orange hat sich selbst in Form gebracht, Gelb wurde von mir verstaut. Nicht so schlecht, oder?
Orange hat sich selbst in Form gebracht, Gelb wurde von mir verstaut. Nicht so schlecht, oder?
Quelle: Martin Jungfer

In unserem Enyaq ist der beste Platz für das «Helix» unter dem Ladeboden. Will ich diesen aber eine Stufe tiefer stellen, passt das Kabel schon nicht mehr hinein.

Unter dem Ladeboden ist das «Helix» gut aufgehoben.
Unter dem Ladeboden ist das «Helix» gut aufgehoben.
Quelle: Martin Jungfer

Die Technik im «Helix»

Hier ist nichts Besonderes oder Auffälliges zu berichten. Das «Helix» von Lapp Mobility hat den Typ-2-Stecker, der in allen europäischen Ländern gängig ist. Es ist wasserdicht nach IP55 und erfüllt alle nötigen Normen. Seine Länge von fünf Metern ist ausreichend, um zwischen Auto und Ladesäule bequem eine Verbindung herzustellen. Falls Dir das grelle Orange Kopfschmerzen bereitet – das «Helix» gibt es auch in schwarzer Ausführung.

Positiv fällt auf, dass das «Helix» für eine Stromstärke von bis zu 32 Ampere ausgelegt ist, es hat eine Ladeleistung von bis zu 22 kW. Lapp stellt das «Helix» in einer ein- und einer dreiphasigen Version her. Mit der 11-kW-Version des Kabels kannst du in etwa zwei Stunden genug Strom laden, um rund 100 Kilometer weit zu fahren – sehr grob gerechnet.

Schneller, bis zu 22 kW, lädt das dreiphasige Kabel. Vorausgesetzt natürlich, die Wallbox oder die Ladestation, die den Strom liefert, ist auch stark genug ausgelegt. Wenn dich dreiphasige Kabel interessieren, wirst du hier fündig.

Beim Laden von E-Autos sollte man mit den Begriffen Kilowatt (kW), Ampere (A) und Volt (V) vertraut sein. In der Regel sind bei Wallboxen und Ladekablen meistens die Werte für Ampere und Volt angegeben. Um die Kilowatt-Leistung zu berechnen, muss man die Zahl der Phasen kennen, über die geladen werden soll. E-Autos werden meistens mit 230 Volt (1-phasig) oder mit 400 Volt (3-phasig) geladen. Die Kombination aus Stromstärke, Spannung und Phasenanzahl ergibt dann die Kilowatt. Ein Beispiel: Bei 16 Ampere und einphasigem Laden (230 Volt) ergibt sich aus der Multiplikation eine Ladeleistung von 3,7 kW.

Für wen das «Helix» interessant ist

Am Ende ist es die Preisfrage, die du dir stellen musst. Bei den Ladekabeln gibt es grob drei Kategorien:

  • Kabel zum Selbstaufrollen
  • Kabel in Spiralform
  • Kabel mit Formgedächtnis, also das «Helix»

Im Schnitt zahlst du für ein Spiralkabel 20 Franken mehr als für eines, das du selbst aufrollst. Und noch einmal 20 Franken mehr, wenn du das «Helix» von Lapp Mobility wählst. Lädst du häufig an öffentlichen Ladesäulen, an denen du dein eigenes Kabel verwendest, kann das «Helix» dein Freund werden. Besonders dann, wenn du schlecht darin bist, ein Kabel ordentlich zusammenzurollen und schmutzige Hände ein Graus für dich sind. Du musst dich dafür nicht mal so dumm anstellen wie der Typ aus dem Werbevideo fürs «Helix»-Kabel.

So ganz ohne ist das Anstecken des E-Autos an die Ladesäule mit dem «Helix» nämlich nicht. Das Formgedächtnis ist auch ein wenig ein Sturkopf. Ich muss schon etwas am Kabel ziehen, damit es mir seine ganzen fünf Meter Länge schenkt.

Aus der Spiralform gezogen, überbrückt das Kabel von Lapp eine Distanz von fünf Metern ohne Probleme.
Aus der Spiralform gezogen, überbrückt das Kabel von Lapp eine Distanz von fünf Metern ohne Probleme.
Quelle: Martin Jungfer

Je länger ich es auseinandergezogen habe, desto grösser ist die Gefahr, dass ich es doch irgendwie verdreht habe. Dann reicht das Formgedächtnis nicht mehr aus, dass das «Helix» in die Schneckenform zurückfindet.

Hier findet das Kabel deutlich erkennbar nicht in seine Form zurück.
Hier findet das Kabel deutlich erkennbar nicht in seine Form zurück.
Quelle: Martin Jungfer

Fazit

Einfach und bequem für einen kleinen Aufpreis

Du suchst ein Zweitkabel für dein E-Auto? Dann lohnt es sich, einen Blick auf das «Helix» zu werfen. Das Formgedächtnis ist eine clevere Idee, weil sich das Kabel – meistens jedenfalls – selbst wieder aufrollt. In der vorgegebenen Form ist es nicht mit allen Stauräumen in Elektroautos kompatibel.

Pro

  • Version mit niedriger und hoher Leistung verfügbar
  • spart Zeit beim Aufräumen
  • geringer Aufpreis im Vergleich zu «normalen» Ladekabeln

Contra

  • vorgegebene Form passt nicht bei allen Autos gut in den Kofferraum
  • nur mit fünf Meter Länge verfügbar
  • trotz Formgedächtnis kann es verdreht werden
Lapp Mobility Helix (Typ 2, 22 kW, 32 A, 5 m)
Aktion beendet 1 Stück verkauft
155,09 EUR statt 189,99 EUR

Lapp Mobility Helix

Typ 2, 22 kW, 32 A, 5 m

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Typ 2, 22 kW, 32 A, 5 m

Titelbild: Martin Jungfer

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Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln. 


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