Im Selbsttest: Sieht 4K wirklich besser aus?
Hintergrund

Im Selbsttest: Sieht 4K wirklich besser aus?

Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Zürich, am 20.10.2016
4K entspricht der vierfachen Full-HD-Auflösung. Da muss der optische Unterschied ja gewaltig sein oder? Ich hab den Direktvergleich gemacht und meinen alten Full-HD-Fernseher gegen meinen neuen 4K-TV antreten lassen. Hier sind die Ergebnisse.

Um zu testen, wie 4K neben Full HD aussieht, habe ich meinen alten und meinen neuen Fernseher miteinander verglichen und von 4K-Blurays über Netflix-Streams alles, was mir in die Hände gekommen ist, gleichzeitig über die beiden Geräte flimmern lassen.

Das sind die beiden Testkandidaten:

TV/>
KD-75XD8505 (75", 4K, Android OS, LCD)
Sony KD-75XD8505 (75", 4K, Android OS, LCD)
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PS64D8080, 64" FullHD 3D Plasma-TV, 600Hz, WiFi
Samsung PS64D8080, 64" FullHD 3D Plasma-TV, 600Hz, WiFi
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Natives 4K vs. Full HD

4K links, Full HD rechts.

Bildquelle: Netflix

Ich hab mich hier beim 4K-Material von Netflix bedient und muss sagen, der Unterschied ist gar nicht so leicht festzustellen. Das Bild des 4K Luke Cage ist etwas schärfer. Wenn beim Full-HD-Bild manchmal Details etwas verschwimmen, bleibt die 4K-Version immer gestochen scharf. Man muss aber definitiv genau hinsehen. Selbst wenn man auf Schriftzüge im Hintergrund achtet, sind sie meist in beiden Versionen gleich gut lesbar.

Natives 4K vs. upscaled Full-HD

Bildquelle: Netflix und Kabelfernsehen

Hier spielt der Fernseher eine entscheidende Rolle. Günstige Modelle schwächeln oft beim Upscaling, was in schlechterer Bildqualität des Full-HD-Materials resultiert. Mein Sony-Fernseher besitzt angeblich ein sehr gutes Upscaling und bei gutem Material wie BBC-Dokus ist der Unterschied zu einem 4K-Netflix-Stream schwer auszumachen. Zappt man dagegen auf TNT Serie HD und schaut dort «2 Broke Girls» oder andere Serien wird der Unterschied frappant. Alles wirkt leicht verwaschen. Poren in Gesichtern sind kaum auszumachen. Das zeigt einfach, wie schlecht gewisses Fernsehmaterial ist.

Full-HD-Bluray vs. 4K-Stream

Bildquelle: Bluray und Netflix

4K ist detaillierter, die Texturen eindeutig feiner, aber sobald sich das Bild schnell bewegt, verschwinden auch hier die Unterschiede. Gut sieht man es bei den Gesichtern. Im 4K-Stream sieht man Poren bei Full HD ist die Haut glatter. Vorteil des Blurays ist dagegen der bessere Sound. Nur Blurays unterstützen verlustfreie Soundformate wie Dolby TrueHD.

Full-HD-Bluray vs. 4K-Bluray

4K links, Full HD rechts.

Bildquelle: Blurays

Der 4K-Bluray ist detaillierter, aber man muss wieder genau hinsehen. Bei «Mad Max: Fury Road» (wurde offenbar nur in 2K gefilmt) kommt bei der 4K-Version auch noch HDR hinzu, dadurch wirken die Farben ausgeglichener. Auf meinem alten Plasma waren die Farben extrem knallig - zu knallig. So etwas fällt einem erst beim Direktvergleich auf. Insgesamt zeigt sich bei beiden Versionen, dass es sich immer noch auszahlt, Blurays zu kaufen.

4K-Bluray vs. 4K-Stream

Bildquelle: Bluray und Netflix

Schwer zu sagen. Der Bluray sieht wohl noch eine Spur besser aus, aber je nach Film oder Serie, sieht man so gut wie keinen Unterschied. Was beim Stream fehlt ist der HD-Sound.

Gaming: 4K upscaled vs. Full HD

«Battlefield 1» in prachtvollen 4K.

Bildquelle: Xbox One und Xbox One S

Games sind die ideale Möglichkeit, die Qualität zu vergleichen. «Gears of War 4» oder «Battlefield 1» sehen auf dem 4K-TV wirklich ein bisschen besser aus. Die Texturen sind etwas schärfer und alles wirkt irgendwie sauberer. Das ist bevor man mit der Kettensäge ein Monster-Massaker veranstaltet, versteht sich.

Gaming: Natives 4K vs. Full HD

Bildquelle: Nvidia Shield Android TV und Xbox One

Ich hab mir hier mit dem Nvidia Shield Android TV beholfen und den 4K-Inhalt vom PC gestreamt. Möglich, dass das Resultat per HDMI-Kabel noch besser ausfallen würde. Aber schon so ist der Unterschied deutlich. Ich würde sogar sagen, dass hier der grösste potentielle Nutzen besteht. Mich störte schon immer, dass Games auf Full-HD-TVs, besonders auf grossen Fernsehern, verwaschen und pixelig aussehen. Das 4K-Bild ist dagegen gestochen scharf und flimmerfrei. Man kann gar nicht mehr wegschauen. Hier seh ich die grösste Gefahr, dass man sich verdirbt für Full-HD-TVs.

Fazit:

Der Unterschied ist in den meisten Vergleichen geringer ausgefallen, als ich gedacht hätte. Generell ist das Bild in 4K aber schärfer, detaillierter und die Farben kommen besser zur Geltung – auch wenn man teilweise genau hinschauen muss, um konkrete Unterschiede auszumachen. Dennoch wirkt das 4K-Bild insgesamt besser, obwohl man nicht immer sagen kann, woran es liegt. Einen ausführlichen Vergleich hat auch die Seite Whathifi gemacht.

Viel wichtiger als Auflösung ist jedoch ein guter Fernseher und gutes Bildmaterial. Die Unterschiede der verschiedenen Displays sind teilweise enorm und ein etwas teurerer Full-HD kann durchaus ein besseres Bild produzieren als ein günstiger 4K. Die richtige Mischung macht es aus. Am meisten profitieren meiner Meinung nach Games von der höheren Auflösung. Möglicherweise bin ich dafür besonders affin, aber wer einmal «Everspace» oder «Battlefield 1» in 4K und kantenloser Schönheit auf einem grossen Fernseher gesehen hat, für den gibt es kein zurück mehr.

Die folgende Ausrüstung diente mir ebenfalls beim Testen

AV-Receiver/>
TX-NR656 (7.2 Kanal, Dolby Atmos, WLAN, 7 x 160W, Silber)
Onkyo TX-NR656 (7.2 Kanal, Dolby Atmos, WLAN, 7 x 160W, Silber)
Spielkonsole/>
SHIELD TV 16GB + Remote (DE, FR, IT, EN)
NVIDIA SHIELD TV 16GB + Remote (DE, FR, IT, EN)
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Und falls euch eine 75-Zoll-Glotze zu teuer ist, können wir euch diese Alternativen empfehlen

TV/>
KD-65XD8505 (65", 4K, Android OS, LCD)
Sony KD-65XD8505 (65", 4K, Android OS, LCD)
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UE55KS7080 (55", 4K, SUHD, LCD)
Samsung UE55KS7080 (55", 4K, SUHD, LCD)
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65UH850V (65", 4K, LCD)
LG 65UH850V (65", 4K, LCD)
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Hier gibt es noch mehr Infos zu 4K

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Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Senior Editor, Zürich
Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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