Inflation: Vier von fünf Deutschen wollen häufiger Preise vergleichen
Hinter den Kulissen

Inflation: Vier von fünf Deutschen wollen häufiger Preise vergleichen

Daniel Borchers
Hamburg, am 25.07.2022

Die Inflation zieht an. Deshalb vergleichen vier von fünf Deutschen neuerdings häufiger die Preise. Und drei von zehn kaufen geplante Anschaffungen früher, weil sie die steigenden Preise fürchten. Das zeigt eine repräsentative GfK-Umfrage im Auftrag des Onlinehändlers Galaxus. Die Bandbreite der Preise geht in diesen Tagen allerdings nicht auseinander – zumindest nicht im Onlinehandel.

Inflation ist, wenn du 30 Euro für den 20-Euro-Haarschnitt bezahlst, den du für 15 Euro bekamst, als du noch Haare hattest. Nach fast drei Jahrzehnten stabiler Preise meldet sich auch hierzulande die Teuerung zurück. Der Marktforscher GfK hat im Auftrag von Galaxus 1.010 Einwohnerinnen und Einwohner Deutschlands gefragt, wie stark die Preise dieses Jahr in Deutschland steigen werden. Fast zwei von drei Befragten gehen von einer Teuerung um mehr als fünf Prozent aus. Rund ein Viertel rechnet mit einer Inflation von zwei bis fünf Prozent.

Vor allem die älteren Semester gehen von einer höheren Inflation aus: Drei Viertel der Über-60-Jährigen und acht von zehn Ü-70ern rechnen mit mehr als fünf Prozent Teuerung fürs laufende Jahr. Kein Wunder, haben diese doch die hohe Teuerung in den 1970ern und 1990ern erlebt. Hingegen geht nur jeder Zweite der 30-39-Jährigen von mehr als fünf Prozent Inflation aus, bei den 18-29-Jährigen glauben sogar nur gut 43 Prozent daran. Zum Vergleich: Die Ökonomen des ifo Instituts erwarten bis Ende des Jahres eine durchschnittliche Teuerung von 6,8 Prozent. Für Juni errechnete das Statistische Bundesamt eine Teuerungsrate im Vorjahresvergleich von 7,6 Prozent.

Gemäß Umfrage rechnen zudem Besserverdienende mit höheren Inflationsraten als Geringverdienende. Dabei trifft die Geringverdiener die Inflation überdurchschnittlich hart, weil Heizöl, Gas, Benzin oder Diesel einen größeren Teil ihres Budgets ausmachen. Unterschiede gibt es auch zwischen Ost und West: Einwohnerinnen und Einwohner der neuen Bundesländer gehen zu 74,3 Prozent von einer hohen Inflation aus. In Nordrhein-Westfalen, Bayern oder Hamburg liegt der Anteil hingegen nur bei 61,2 Prozent.

Immer öfter Preisvergleiche, Panikkäufe bei einem Viertel der Deutschen

Vier von fünf Deutschen vergleichen wegen der Inflation nun häufiger Preise. Sie achten bei der Autofahrt stärker auf die Spritpreise, suchen intensiver den billigsten Flug oder öffnen zwei Dutzend Tabs, bis die Windeln im Warenkorb landen. Auch hier spielt das Einkommen eine Rolle. Über 80 Prozent der Geringverdiener mit weniger als 3.000 Euro monatlichem Haushaltseinkommen vergleichen nun häufiger. Viele Top-Verdiener mit mehr als 5.000 Euro Einkommen lässt die Teuerungsrate hingegen kalt: Ein Viertel der Top-Verdiener vergleicht nicht häufiger als sonst.

Zumindest beim Shopping im Internet bedeutet die Teuerung aber nicht, dass dadurch die Bandbreite der Preise größer wird: «Die Preise für Zahnbürsten, Kaffeemaschinen oder Handys sind im Internet so dynamisch und leicht zu vergleichen, dass Händler die höheren Preise im Einkauf nicht eins zu eins ihrer Kundschaft weiterreichen können», sagt Hendrik Blijdenstein, der als Chief Commercial Officer für den Ein- und Verkauf bei Galaxus verantwortlich ist. «Würde es trotzdem einer versuchen, würde er auf seiner Ware sitzenbleiben.» Eine Ausnahme seien knappe Güter: So gab es in den vergangenen Monaten etwa große Preisunterschiede bei Grafikkarten oder Spielekonsolen. Galaxus.de zeigt als einziger Shop weltweit die Preisentwicklung aller Produkte an und unterstützt die Kundschaft so dabei, klügere Kaufentscheidungen zu treffen (mehr Informationen zur Preistransparenz).

Die Befragung von GfK und Galaxus zeigt auch, dass die Inflation teilweise zu Panikkäufen beziehungsweise zu Sicherheitskäufen führt. Mehr als jeder Vierte kauft geplante Anschaffungen nun früher ein, aus Angst, dass die Preise weiter steigen. Vor allem Jüngere reagieren so: Ein Drittel der Jüngeren zieht Einkäufe vor, bei den Älteren tut dies nur ein Fünftel. Die Überlegung: Wenn das Sofa heute 400 Euro kostet, Ende des Jahres aber vermutlich 450 Euro, dann hole ich es lieber jetzt als später.

Neben rund 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern Deutschlands haben GfK und Galaxus auch jeweils mehr als 1.000 Menschen in Österreich und in der Schweiz befragt. Bei den Eidgenossen rechnet mehr als die Hälfte der Bevölkerung mit einer Inflation zwischen zwei und fünf Prozent. In Österreich rechnen sogar 70 Prozent der Menschen mit mehr als fünf Prozent. Hier gelangst du zu den Ergebnissen aus der Schweiz.

Bildmaterial

Erwartung Inflation DACH
Frühzeitiger Einkauf DACH
Preisvergleich DACH
Hendrik Blijdenstein

Wie sieht es bei dir aus? Beschäftigt dich die Inflation? Änderst du dein Einkaufsverhalten?

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Norddeutscher mit Faible für gute Serien, Musik, Science Fiction und (Zweitliga-)Fußball. Als PR Manager stehe ich Journalistinnen und Journalisten für alle Fragen zu Galaxus und ehrlichem E-Commerce zur Verfügung.


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