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Jan Johannsen
Hintergrund

Jolla, Punkt, Hiroh und /e/OS: Android-Alternativen beim MWC

Die Auswahl an alternativen Android-Versionen ohne Einbindung der Google-Dienste des US-Konzerns wächst. Das ist der aktuelle Stand bei drei Projekten.

Beim Mobile World Congress dominieren die bekannten Hersteller mit großen Ständen die Messehallen. Jolla, Punkt oder Hiroh sind dagegen nur mit kleinen Ständen präsent. Smartphones zum Ausprobieren haben sie trotzdem dabei. Und der erste Eindruck macht Hoffnung für alle, die sich von Google abwenden wollen.

Punkt und Apostrophy: Das Duo aus der Schweiz

Der Schweizer Hersteller Punkt hat sein neues Smartphone, das MC03, bereits Anfang Januar angekündigt. Ende März soll der Verkauf starten und die Software hat sich bereits auf dem Vorgängermodell bewährt. Das Smartphone wird bei Gigaset in Deutschland gefertigt und soll 699 Euro oder Franken kosten.

Das Punkt MC03 wird keinen Designpreis gewinnen. Beim kurzen Ausprobieren hinterlässt es aber einen besseren Eindruck als sein Vorgänger, der enttäuschend war. Vor allem das Display hat sich verbessert und ist gut ablesbar. Die Software läuft flüssig, was angesichts der angekündigten Hardware zu erwarten war.

Das Punkt MC03 ohne App-Symbole auf der Startseite.
Das Punkt MC03 ohne App-Symbole auf der Startseite.

Der Hersteller setzt mit Apostrophy auf seine eigene Android-Variante. Datenschutz steht im Fokus, Google-Dienste sind nicht vorinstalliert. Stattdessen findest du Dienste von Proton auf dem Smartphone. Über virtuelle Drehknöpfe, die Apostrophy «Ledger» nennt, wählst du aus, in welchem Umfang eine App auf deine Daten zugreifen darf.

Nach Auskunft am Stand steht dem geplanten Verkaufsstart Ende März nichts mehr im Wege. Bis dahin sind nur noch Updates an der Software geplant. Größter Kritikpunkt bei der Ankündigung des MC03 war, dass für die Nutzung von Apostrophy nach dem ersten Jahr eine Abogebühr fällig wird. Die Frage: Mit Daten bezahlen oder Geld für die Privatsphäre ausgeben?

Ich habe schon ein Testgerät des Punkt MC03. Was willst du über das Telefon oder Apostrophy wissen? Was interessiert dich besonders? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen

Am Nebenstand von Apostrophy befindet sich Soverli. Ein Startup aus Zürich, das mit seiner Softwarelösung den Wechsel zwischen zwei Betriebssystemen auf Knopfdruck ermöglichen will. Dafür ist eine Kooperation mit den Herstellern der Smartphones nötig. Beim Vorführgerät handelt es sich um ein Punkt M03 mit Apostrophy und Linux.

Mein Kollege Lorenz hat sich länger mit Soverli unterhalten:

  • News & Trends

    Schweizer Innovation: Auf Knopfdruck zwischen zwei Handy-Systemen umschalten

    von Lorenz Keller

Jolla Phone: die finnischen Nokia-Erben

Als Nokia seine Smartphone-Sparte 2011 an Microsoft verkaufte, gründeten ehemalige Mitarbeiter Jolla. Sie wollten die Software der Smartphones fortführen. Seither existiert Sailfish OS und wird abseits der großen Bühne weiterentwickelt. Ähnlich wie beim Aurora Store, kann man mit dem Betriebssystem alle Android-Apps in einer Sandbox installieren. Der Software-Entwickler am Stand freute sich zum Beispiel, die App seiner finnischen Bank nutzen zu können. Einen eigenen App Store mit empfohlenen und nativ laufenden Anwendungen bietet Jolla aber ebenfalls an.

Der Browser vom Jolla Phone findet die richtigen Seiten.
Der Browser vom Jolla Phone findet die richtigen Seiten.

Im Dezember startete das finnische Unternehmen den Vorverkauf für sein neues Jolla Phone. Bei 10.000 Vorbestellungen schloss der Vorverkauf. Im dritten Quartal soll der reguläre Verkauf starten; das Smartphone soll dann 599 bis 699 Euro kosten.

Auf dem Jolla Phone sollen alle Android-Apps laufen.
Auf dem Jolla Phone sollen alle Android-Apps laufen.

Optisch wirkt es hochwertiger als das Gerät von Punkt und fällt mit seiner Farbe auf. Die Verarbeitung der Vorserienmodelle am Stand ist bereits ausgezeichnet. Beim kurzen Ausprobieren genügt die Hardware für ein brauchbares Smartphone.

Die Rückseite des Jolla Phone ist abnehmbar und er Akku nur mit Schrauben fixiert und leicht austauschbar.
Die Rückseite des Jolla Phone ist abnehmbar und er Akku nur mit Schrauben fixiert und leicht austauschbar.

Sailfish OS, das auf dem Jolla Phone läuft, ist keine Android-Variante, sondern ein proprietäres Betriebssystem. Anders als bei quelloffener Software lässt sich der Code also nicht unabhängig überprüfen. Im Alltag könnte die fehlende Unterstützung von mobilen Zahlungen via NFC ein Nachteil sein.

Hiroh Phone: wahlweise mit /e/OS

Beim Hiroh Phone wählst du beim Kauf zwischen zwei Betriebssystemen: klassisches Android oder die Google-freie Variante /e/OS installiert. Unabhängig davon positioniert der US-Hersteller aus dem texanischen Austin sein Gerät als Premium-Smartphone – und verlangt 1199 Euro. Angekündigt wurde das Hiroh bereits im letzten September, den Verkauf in Europa peilt der Hersteller ab Mai an.

Das Hiroh Phone mit /e/OS.
Das Hiroh Phone mit /e/OS.

Das Smartphone wirkt in der Hand zwar noch hochwertiger als das Punkt oder das Jolla Phone. Für die verbaute Hardware ist der Preis dennoch hoch. Immerhin verfügt das Hiroh Phone unabhängig vom gewählten Betriebssystem über einen Schalter zum Deaktivieren von Kamera, Mikrofon und drahtlosen Verbindungen.

Der Schalter zum Deaktivieren von Kamera, Mikrofon und drahtlosen Verbindungen.
Der Schalter zum Deaktivieren von Kamera, Mikrofon und drahtlosen Verbindungen.

Und dann waren da noch Fairphone und Motorola

Mit dem Fairphone 6 gab es auf dem MWC noch ein weiteres Smartphone mit /e/OS. Da es bereits seit letztem Sommer erhältlich ist, erwähne ich es hier nur der Vollständigkeit halber.

Außerdem kündigte Motorola während des MWC an, ab 2027 Smartphones zu bauen, auf denen sich GrapheneOS installieren lässt.

  • News & Trends

    Sicheres Android ohne Google: Motorola arbeitet mit GrapheneOS zusammen

    von Jan Johannsen

Titelbild: Jan Johannsen

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Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus. 


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Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.

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