Kingdomino: Werde zum Herrscher über ein Königreich
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Kingdomino: Werde zum Herrscher über ein Königreich

Ramon Schneider
Ramon Schneider
Zürich, am 23.01.2019
Kingdomino basiert auf demselben Spielprinzip wie das herkömmliche Domino. Anstelle von Zahlen sind die Steine jedoch mit verschiedenen Landschaften visualisiert. Ziel ist es, die richtigen Ländereien zu ergattern und dadurch sein eigenes Königreich zu erbauen.

Entwickelt wurde Kingdomino vom französischen Spieleautor Bruno Cathala. Seine Ludografie zählt bereits über 30 Titel, unter anderem Kanagawa oder Mr. Jack. Cathala wurde bereits mehrfach für seine Kreationen ausgezeichnet, so auch für Kingdomino. 2017 gewann dieses Legespiel den Kritikerpreis «Spiel des Jahres», belegte den sechsten Platz beim «Deutschen Spielepreis» und wurde für das französische «As d’Or» nominiert.

Spielinhalt:
48 Dominosteine, 4 Startsteine, 4 3D-Schlösser, 8 Holzfiguren, 1 3D-Turm, 1 Wertungsblock

Empfohlenes Alter:
8 Jahre und älter

Anzahl Spieler:
2 bis 4 Spieler

Spieldauer:
15 bis 30 Minuten

Welche Regeln gibt das Spiel vor?

Zu Beginn einer Partie wird jedem Spieler eine Farbe zugeteilt. Dazu gehören eine Holzfigur, ein 3D-Schloss und ein Startstein. Danach werden alle Dominosteine gemischt und im grossen 3D-Turm verstaut. Ist dieser aufgestellt, können die Steine durch eine kleine Öffnung am unteren Ende einzeln herausgezogen werden.

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Nach der Vorbereitung werden vier Dominosteine aus dem Turm gezogen und nach der draufstehenden Zahl sortiert. Der Stein mit der tiefsten Zahl wird von den Spielern aus oben und der Stein mit der höchsten Zahl unten am Tisch hingelegt. Danach dreht ihr die Steine um, damit die «Länderei»-Seite zu sehen ist. Grundsätzlich gilt, je höher der Wert auf der Rückseite, desto wertvoller ist die Länderei. Wertvolle Landschaften besitzen zudem eine oder mehrere Kronen. Je mehr Kronen du am Ende des Spiels besitzt, desto mehr Punkte wirst du erhalten. Dazu aber später mehr.

Jetzt muss noch ausgelost werden, welcher Stein, welchem Mitspieler gehört. Dazu nimmt ein Spieler alle Holzfiguren in die Hand und lässt zufällig eine nach der anderen herausfallen. Dies bestimmt die Zuteilung der Dominosteine von oben nach unten. Nun werden erneut vier Steine aus dem Turm gezogen und in der gleichen aufsteigenden Reihenfolge platziert.

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Spielablauf
Der Spieler, dessen Holzfigur sich auf dem obersten Dominostein befindet, darf anfangen. Auch in allen darauffolgenden Runden beginnt immer der Spieler mit der tiefsten Zahl. Der erste Spieler nimmt seinen Stein und legt mit dem Bau seines Königreiches los. Dazu legt er den Stein an eine beliebige Seite seines Startsteins. Zudem setzt er seine Holzfigur auf einen Stein aus der neuen Dominoreihe. Überlege hier gut, denn bei den Steinen mit einer niedrigeren Zahl kommst du in der nächsten Runde zwar früher zum Zug, hast dafür aber einen schlechteren Länderei-Stein ohne Kronen. Waren alle Spieler an der Reihe, werden wieder vier neue Dominosteine aus dem Turm geholt und eine neue Runde beginnt.

Wenn du neue Dominosteine an dein Königreich legst, gibt es bestimmte Regeln zu beachten. An den Startstein dürfen alle Landschaftstypen angesetzt werden. Die Orientierung deines Dominos spielt dabei keine Rolle. Du darfst auch neue Steine an bereits gelegte Dominosteine legen. Beim klassischen Domino müssen die Zahlen, bei Kingdomino die Landschaftstypen dieselben sein. Kannst du den neuen Stein weder an deinen Startstein, noch an einen bereits gelegten Dominostein legen, musst du diese Runde leider aussetzen. Auch zu beachten ist, dass dein Königreich nicht grösser als 5x5 Felder gross sein darf. Planst du zu wenig voraus, kann es daher vorkommen, dass du gewisse Steine nicht mehr legen darfst oder sich Lücken in deinem Königreich bilden.

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Spielende
Sind keine Dominosteine mehr im Turm vorhanden, ist das Spiel zu Ende. Jetzt geht es darum, deine Prestigepunkte zusammenzuzählen. Dein Königreich besteht nun aus mehreren zusammenhängenden Landschaftstypen (Wiese, Wasser, Wald, etc.). Die Prestigepunkte ergeben sich durch die Anzahl gleicher Landschaftstypen multipliziert mit den darin enthaltenen Kronen. Hast du zum Beispiel fünf Sandfelder mit zwei Kronen, erhältst du für diesen Landschaftstyp zehn Punkte. Gebiete ohne Kronen geben leider null Punkte. Ihr könnt eure Punkte auf dem Wertungsblock notieren, zusammenrechnen und dadurch den Sieger ermitteln.

Varianten
Um dem Spiel mehr Würze zu verleihen, kannst du bei Bedarf Zusatzregeln definieren. Du kannst zum Beispiel die Regel einführen, dass du, wenn dein Schloss am Ende genau in der Mitte deines Königreiches liegt, zusätzliche zehn Punkte erhältst. Oder, wenn dein Königreich vollständig ist und keine Lücken enthält, bekommst du fünf Sonderpunkte gutgeschrieben. Du kannst auch deiner Kreativität freien Lauf lassen und eigene Sonderregeln definieren.

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Was ich vom Spiel halte

Bruno Cathala hat mit Kingdomino ein schönes Spiel erschaffen. Die Regeln sind schnell verstanden und können bei Bedarf beliebig erweitert werden. Meiner Meinung nach ist das empfohlene Alter zu hoch angesetzt. Mit ein wenig Hilfe der Eltern, können sich auch bereits fünfjährige Sprösslinge an dieses Legespiel wagen.

Durch die schnelle Spielzeit von gerade mal einer Viertelstunde ist Kingdomino ideal für kurze Action. Du kannst zum Beispiel deinen Kindern sagen, dass es noch eine Partie Kingdomino gibt und dann ist Schlafenszeit. Für Erwachsene kann dieses Spiel jedoch schnell an Spannung verlieren. Zwar kannst du durch abgeänderte oder zusätzliche Regeln Abwechslung ins Spiel bringen, doch nach zwei oder drei Runden wird es repetitiv.

Hast du eins oder mehrere Kinder ist Kingdomino meiner Meinung ein guter Kauf. Bist du jedoch erwachsen und suchst nach einem neuen Spiel für dich und deine Freunde, rate ich dir, ein anderes Spiel zu wählen.

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Ramon Schneider
Ramon Schneider

Junior Editor, Zürich

Bezahlt werde ich dafür, von früh bis spät mit Spielwaren Humbug zu betreiben.

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