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LG Newsroom
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LG bringt den Wallpaper-TV zurück – dünn, kabel- und revolutionslos

Luca Fontana
7.1.2026

Neun Millimeter dünn, kabellos angebunden und erstmals preislich in Reichweite der Oberklasse: LG belebt den Wallpaper-TV neu. Der W6 zeigt, wie OLED-Technik erwachsen wird, ohne dabei alles neu zu erfinden.

Der Wallpaper-TV war einst LGs mutigste OLED-Idee. 2017 sorgte das ultradünne Panel für offene Münder, verschwand danach aber stillschweigend wieder von der Bildfläche. Zu teuer, zu speziell, zu weit weg vom Massenmarkt. An der CES 2026 wagt LG nun einen neuen Anlauf – mit dem OLED evo W6. Und diesmal wirkt der Ansatz deutlich bodenständiger.

Kabellos als Voraussetzung, nicht als Gag

Formal bleibt LG der Linie treu: Der W6 ist gerade einmal neun Millimeter dünn und liegt dank neuem Wandhalter vollständig an der Wand an: keine sichtbaren Anschlüsse, kein Kabelbündel, kein Technikballast. Sämtliche Zuspieler wandern in eine externe Zero-Connect-Box, die das Bildsignal kabellos an den Fernseher überträgt. Ein Stromkabel bleibt zwar weiterhin notwendig – wirklich «wireless» ist der W6 also nicht –, doch das eigentliche Kabelchaos verschwindet aus dem Sichtfeld.

Neu ist dieser Ansatz nicht. LG nutzt die Zero-Connect-Technik bereits seit einigen Jahren, zum ersten Mal etwa beim OLED M3. Sie soll nach wie vor bis zu zehn Meter entfernt vom Fernseher aufgestellt werden können. Externe Zuspielgeräte wie Konsolen, Blu-Ray-Player oder Set-Top-Boxen schliesst du dann nicht mehr direkt an den Fernseher, sondern an die Zero-Connect-Box an. Sie streamt die Video- und Audiosignale anschliessend mit UHD-Auflösung und bis zu 165 Hertz zum Fernseher – unkomprimiert.

  • News & Trends

    LG zeigt mir den ersten kabellosen OLED-Fernseher der Welt

    von Luca Fontana

Was sich verändert hat, ist der Kontext: Kabellos ist beim W6 kein technischer Gag mehr, sondern die Voraussetzung dafür, dass das extrem dünne Design, das kaum Platz für Anschlüsse bietet, überhaupt Sinn macht. Der Wow-Effekt ist allerdings kleiner als früher.

Gute Technik, keine Überraschungen

Technisch positioniert LG den W6 auf Augenhöhe mit seinen aktuellen Top-OLEDs. Die neue «Hyper Radiant Color Technology» soll für höheren Kontrast, kräftigere Farben und mehr Helligkeit sorgen. Konkrete Messwerte nennt LG für den W6 allerdings nicht. Bekannt ist nur, dass auch hier der neue Brightness Booster Ultra zum Einsatz kommt, der bei anderen Modellen etwa 20 Prozent mehr Spitzenhelligkeit gegenüber dem Vorjahr bringen soll.

Interessanter als die nackten Zahlen ist ein anderes Detail: LG betont beim W6 besonders stark die reduzierte Bildschirmreflexion dank neuer Polarisationsfilter. Der südkoreanische Hersteller bewirbt den W6 und den G6 sogar als erste Fernseher überhaupt, die dafür eine Intertek-Zertifikation erhalten haben. Das ist zwar ein Hinweis auf messbar reduzierte Reflexionen, aber kein Beweis für eine marktweite Führungsrolle. Samsung etwa zeigt mit seinen matten QD-OLEDs seit zwei Jahren, dass exzellente Entspiegelung auch ohne neues Gütesiegel möglich ist.

Trotzdem: Keine Reflexionen trotz glänzendem Display? Das klingt zumindest spannend. Tech-Guru Caleb Denison zeigt sich in seinem Video begeistert – gerade weil der W6 kein mattes Panel nutzt und Spiegelungen dennoch erstaunlich effektiv beseitigt. Samsungs mattes Gegenstück eliminiert Reflexionen zwar mindestens genauso gut, Schwarz wirkt tagsüber dafür aber etwas grauer, als wir es von OLEDs gewohnt sind.

Bei den restlichen Features liefert LG jedenfalls solides Pflichtprogramm. Der W6 unterstützt variable Bildraten von Nvidia und AMD für Konsolen und PCs sowie die bekannten Gaming-Funktionen. Dazu kommen Software-Extras wie der Gallery-Modus, der den Fernseher im Standby zur digitalen Bildergalerie macht. Nett, aber kaum kaufentscheidend.

  • Meinung

    LGs Gallery TV ist logisch – aber spät dran

    von Luca Fontana

Der eigentliche Wendepunkt: der Preis

Die spannendste «Neuerung» liegt meiner Meinung nach woanders – nämlich beim Preis. LG selbst hat den Kollegen von Tom’s Guide gegenüber bestätigt, dass der W6 preislich nur leicht über der G-Serie positioniert sein soll. Also etwa bei 3500 Franken für die 65-Zoll-Version. Das wäre ein deutlicher Bruch mit der Vergangenheit: Frühere Wallpaper-TVs waren kompromisslose Luxusprodukte mit teils absurd hohen Preisen von bis zu 20 000 Franken.

Genau darin liegt seine Bedeutung. Der W6 soll offenbar nicht mehr nur beeindrucken, sondern auch verkauft werden. Ein OLED-Gamechanger ist er damit zwar nicht. Und auch kein Angriff auf klassische Wohnzimmer-Fernseher. Aber sehr wohl ein Reifezeichen: LG zeigt, dass extreme Bauformen, kabellose Signalübertragung und High-End-Bildqualität im Paket kein Experiment mehr sein müssen, sondern in ein massentaugliches Produkt überführt werden können.

Ob dieser Plan aufgeht, entscheidet sich weniger auf der CES-Bühne als später im Handel – und im Alltag. Wenn der Aufpreis gegenüber einem G-Modell tatsächlich überschaubar bleibt und die drahtlose Technik dauerhaft stabil läuft, könnte der W6 das sein, was der Wallpaper-TV lange nicht war: eine echte Alternative.

Titelbild: LG Newsroom

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Ich schreibe über Technik, als wäre sie Kino, und über Filme, als wären sie Realität. Zwischen Bits und Blockbustern suche ich die Geschichten, die Emotionen wecken, nicht nur Klicks. Und ja – manchmal höre ich Filmmusik lauter, als mir guttut.


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Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.

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