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Produkttest

Lichtstarkes Leichtgewicht: das Nikon Monarch M5 10×50

Es fängt viel Licht ein, ist leicht und offenbart kaum Schwächen. Das Nikon Monarch M5 10×50 ist ein Fernglas im mittleren Preissegment, das selbst gehobene Ansprüche erfüllt – wenn du eine ruhige Hand hast.

Einem Fernglas sieht man von aussen nicht an, was es kann. In Markengläsern steckt einiges, was sie besser und teurer macht. Ob sich das lohnt? Kommt ganz darauf an, was du schon in der Hand hattest und was du damit unternehmen willst. Ganz billig zu kaufen ist selten eine gute Idee. Im obersten Regal dagegen bezahlst du sehr viel für Feinheiten, die vor allem Profis auffallen. Mich interessiert das mittlere Preissegment. Dort, im Bereich um die 500 Franken oder Euro, ist das Nikon Monarch M5 10×50 angesiedelt. Ein für seine Klasse sehr leichtes Dachkant-Fernglas.

Das Monarch M5 gibt es in verschiedenen Varianten von 8×42 bis 12×50. Ich habe mich bei meinem Testgerät für zehnfache Vergrösserung und 50 Millimeter Objektivdurchmesser entschieden. Es verspricht die maximale Lichtausbeute für jemanden wie mich, der sich gerne am Nachthimmel umguckt. Das 10×50 ergänzt die Serie und ist zusammen mit dem 12×50 seit Februar 2026 auf dem Markt.

Spezifikationen und Lieferumfang

Das 10×50 ist neu in der etablierten Monarch-Serie von Nikon.
Das 10×50 ist neu in der etablierten Monarch-Serie von Nikon.

Mit 640 Gramm bringt das Fernglas so wenig auf die Waage, dass es laut Hersteller das leichteste seiner Klasse ist. Das liegt vor allem am Material des Gehäuses: Nikon verwendet statt Metall glasfaserverstärktes Polycarbonat. Das Fernglas wird mit Trageriemen und einer einfachen, gepolsterten Hülle geliefert. Zudem sind Objektive und Okulare durch Abdeckungen geschützt.

Die Hülle ist einfach und zweckmässig.
Die Hülle ist einfach und zweckmässig.

Das M5 ist wasserdicht (bis zu 10 Minuten und einem Meter Tiefe) und beschlägt dank Stickstofffüllung nicht von innen. Die Naheinstellgrenze liegt bei viereinhalb Metern. Das reale Sehfeld beträgt 6°, du überblickst auf 1000 Meter Entfernung einen Bereich von 105 Metern. Die Austrittspupille – also das Lichtbündel, das dein Auge erreicht – hat einen Durchmesser von 5 Millimetern. Lichtstärke (25) und Dämmerungszahl (22,36) versprechen gute Leistungen an der Grenze zwischen Tag und Nacht – das ist es, was dieses Glas interessant macht.

Erster Eindruck und Erwartungen

Ich bin auf der Suche nach Lichtstärke, die nicht zu zittrig in der Hand liegt und am Nachthimmel die Sterne nicht allzu sehr tanzen lässt. Neben abendlichen Beobachtungen schaue ich mich in der Landschaft um, wenn ich unterwegs bin. Pflanzen, Tiere – das Übliche. Zuvor habe ich mit dem doppelt so teuren Canon 18x50 IS und dem Nikon Stabilized 12×25 S durch zwei stabilisierte Modelle geschaut, die das Bild auf Knopfdruck beruhigen können. Ein Luxus, an den ich mich allzu schnell gewöhnt habe, der aber seinen Preis hat. Er geht ins Geld und fällt ins Gewicht.

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Beim Monarch M5 10×50 bin ich entsprechend erfreut, wie angenehm es trotz seiner Grösse um den Hals baumelt. Prädikat: wandertauglich. Nur im ersten Moment schwingt auch etwas Enttäuschung mit, weil irgendwas in mir Gewicht automatisch mit Hochwertigem gleichsetzt. Ausser dem Nikon-Schriftzug gibt es hier nichts zum Angeben. Dafür merke ich schnell, dass es mit seiner rundum griffigen Gummiarmierung sehr gut in der Hand liegt. Diese zieht Staub allerdings magisch an. Einmal abgelegt oder nicht aufgepasst, schon ist es passiert. Etwas nervig, aber auch nicht schlimm, solange die Gläser geschützt sind.

Besser nicht unbedacht ablegen: Das Nikon Monarch M5 10×50 ist ein echter Staubmagnet.
Besser nicht unbedacht ablegen: Das Nikon Monarch M5 10×50 ist ein echter Staubmagnet.

Die Objektivabdeckungen sind nicht hübsch, aber praktisch. Sie lassen sich auch mit Handschuhen zuverlässig öffnen und schliessen und sind über einen Gummiring mit dem Gehäuse verbunden. Verloren gehen sie somit nicht.

Bei mir haben die Objektivabdeckungen stets gut gehalten.
Bei mir haben die Objektivabdeckungen stets gut gehalten.

Die beweglichen Teile sind angemessen schwergängig; das Fokusrad leistet mehr Widerstand, als ich das von anderen Modellen gewohnt bin. Es reagiert weder nervös noch muss ich übertrieben weit drehen, wenn ich vom Nahbereich ins Unendliche wechsle – es wird eine gute Umdrehung sein. Das fühlt sich ausgewogen und stimmig an. Aber um den Fokus perfekt zu treffen, muss ich durch die geringe Tiefenschärfe der lichtstarken Optik sehr fein justieren.

Das Fokusrad ist gut zu bedienen, aber schwergängiger, als ich das gewohnt bin.
Das Fokusrad ist gut zu bedienen, aber schwergängiger, als ich das gewohnt bin.

Optik ist Ansichtssache

Je mehr Ferngläser ich ausprobiere, desto mehr merke ich, dass Qualität ein Stück weit Ansichtssache ist. Kommst du von einem billigen Modell, bist du von der Schärfe und den Farben in einer höheren Preisklasse schnell beeindruckt. Was ein «Aufstieg» vom nicht mal halb so teuren und handlichen Olympus 10×25 WP II zum M5 ausmacht, lässt sich sogar auf einem Smartphone-Schnappschuss durchs Okular ansatzweise nachvollziehen.

Natürlicher, schärfer, kontrastreicher: Dass das Nikon Monarch M5 (links) in einer anderen Klasse spielt, sieht man beim Blick durchs Okular sofort.
Natürlicher, schärfer, kontrastreicher: Dass das Nikon Monarch M5 (links) in einer anderen Klasse spielt, sieht man beim Blick durchs Okular sofort.

Was mir vor Kurzem vielleicht noch stimmig vorkam, sieht nun verwaschen, unscharf und farblos aus. Bist du bessere Ferngläser gewohnt, droht der gegenteilige Effekt. Ich will versuchen, so gut wie möglich zu beschreiben, was das M5 in meinen Augen ausmacht. Aus der Perspektive eines interessierten Nutzers, der Verschiedenes ausprobiert hat, aber keine High-End-Modelle kennt.

Beim M5 fällt mir im ersten Moment die sehr gute Farbtreue auf. Das Bild wirkt bis in den Randbereich lebendig, knackig, natürlich. Das scheinbare Sehfeld ist beim M5 mit 55,3° ausgewogen. Ein grosses scheinbares Sehfeld zieht dich mehr ins Geschehen, ein kleineres lässt dich mehr «in die Röhre» schauen. Weitwinkel haben 60° oder mehr, das Schwestermodell Monarch M5 12×50 zum Beispiel 60,8°. Ich vermisse ein bisschen Panorama, gewöhne mich aber daran und freue mich im Gegenzug über die Schärfe bis zum Rand. Dann mache mich an harten Kontrastkanten auf die Suche nach Farbverschiebungen.

Dank ED-Glas kaum was zu finden

Wenn Licht durch Linsen gebrochen wird, spielen dir unter Umständen die verschiedenen Wellenlängen einen Streich: Sie treffen nicht im selben Brennpunkt zusammen, Dadurch kommt es zu bunten Farbsäumen (Chromatische Aberration), durch die die Ränder von Hell-Dunkel-Übergängen verwaschen und leicht unscharf aussehen. Ein Beispiel dafür findest du in meinem Test dieses Einsteiger-Teleskops.

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Um so etwas zu verhindern, wird in hochwertigeren Ferngläsern wie dem Monarch M5 10×50 ED-Glas verwendet. ED steht für Extra-low Dispersion, es streut das Licht also nicht so stark. Echtes ED-Glas ist vergleichsweise teuer und kompliziert herzustellen. Dafür bekommst du einen echten Qualitätssprung in dieser Mittelklasse, in der das M5 spielt. Ich finde praktisch nichts, was ich bemängeln könnte. Nur ganz selten habe ich den Eindruck, dass es am Rand vielleicht zu minimalen Farbverschiebungen kommt.

Möglicherweise wäre das anders, wenn ich Erfahrung mit High-End-Geräten hätte, die mit noch hochwertigerem Glas die letzten paar Prozent zusätzlich rauskitzeln. Das würde nichts daran ändern, dass du im Preissegment des M5 schon viel für dein Geld bekommst.

Mein Bias ist in diesem Test, dass ich mich an den Komfort stabilisierter Ferngläser gewöhnt habe – und mich ein ums andere Mal über meine zittrigen Hände nerve. Ein 10×50 ruhig genug zu halten, ist bei grösseren Distanzen herausfordernd und nimmt gefühlt wieder etwas von der Schärfe.

Hier versteckt sich bei Nikon das Stativgewinde.
Hier versteckt sich bei Nikon das Stativgewinde.

Mit einem separat erhältlichen Adapter und dem entsprechenden Stativ könnte ich das Monarch M5 10×50 ruhigstellen. Sicher eine interessante Option, aber dann fällt der Vorteil des leichten Immer-dabei-Fernglases weg. Bei Tageslicht wäre ich noch lieber mit dem kleinen Stabilized 12×25 S unterwegs.

Augenmerk auf die Augen

Für Brillenträger wie mich ist das Monarch gut geeignet. Um das volle Sehfeld zu haben, muss der Augenabstand (Eye Relief) stimmen. Gemeint ist die Distanz zwischen Okular und Auge. Diese ist beim M5 mit 19,3 Millimetern sehr grosszügig. Werte ab 17 Millimetern gelten als komfortabel. So ist noch Spielraum, ich muss nicht am Glas kleben.

Trotzdem schaue ich bevorzugt ohne Sehhilfe durch das M5. Die angenehm gummierten Augenmuscheln sind in drei Stopps verstellbar und der Dioptrienausgleich ist in einem Bereich von +/- 3 stufenlos möglich. Der Drehring hat keine Lock-Funktion. Er ist aber so schwergängig, dass er sich im Alltag bei mir nicht ständig verstellt. Einmal justiert, sollte er halten.

Der Dioptrienausgleich am Nikon Monarch M5 10×50.
Der Dioptrienausgleich am Nikon Monarch M5 10×50.

Dämmerung und Nachthimmel

Auf den Einsatz am Abend habe ich mich besonders gefreut. Denn keines der von mir zuvor genutzten Modelle sammelt auch nur annähernd so viel Licht wie das Nikon M5 10×50. Zum Vergleich: Es fängt ungefähr 40 Prozent mehr ein als das deutlich günstigere Nikon Monarch M5 10x42. Den Aufpreis ist es nur wert, wenn du auch davon Gebrauch machst und regelmässig in der Dämmerung unterwegs bist oder den Nachthimmel beobachtest.

Damit möglichst viel im Auge ankommt, haben die verbauten Prismen eine dielektrische, hochreflektierende Mehrschichtvergütung. Solche Beschichtungen sorgen dafür, dass bei den Spiegelungen im Inneren viel weniger Licht verloren geht. Das Bild bleibt hell und farbecht. Eine Phasenkorrektur sorgt für die Schärfe.

Entsprechend stark ist das M5 in der Dämmerung. Ich schaue lange in die Landschaft, bis die Nacht nach und nach alle Farben und das Licht verschluckt. Die Abbildungsleistung ist toll, aber ohne Stativ komme ich beim Blick in die Sterne an die Grenze dessen, was mir Spass macht. Die optischen Grenzen kann ich so nicht ganz ausschöpfen.

Fazit

Leicht und lichtstark – ein Fernglas für Spezialfälle

Das Monarch M5 10×50 ist sein Geld wert, wenn dir Lichtstärke und geringes Gewicht besonders wichtig sind. Dank ED-Glas und hochwertiger Prismenvergütung bietet es eine Brillanz und Farbtreue, die du bei günstigen Modellen nicht bekommst. Speziell ist das geringe Gewicht von 640 Gramm, das dieses 50-Millimeter-Glas auch für längere Touren qualifiziert. Die Gummiarmierung ist griffig, zieht aber Staub an. Die Mechanik ist eher schwergängig, dennoch präzise zu bedienen.

Seine Lichtstärke spielt das M5 10×50 in der Dämmerung und am Nachthimmel aus. Für Brillenträgerinnen und Brillenträger eignet es sich dank des grossen Augenabstands ebenfalls. Verzichten musst du auf eine hochwertige Tasche, für längere stationäre Beobachtungen lohnt sich ein Stativadapter. Bei dieser Vergrösserung fällt jedes Zittern ins Gewicht.

Pro

  • ED-Glas
  • Lichtstärke
  • sehr leicht
  • komfortabel mit Brille (Eye Relief 19,3 mm)
  • wasserdicht

Contra

  • zieht Schmutz an
  • billige Tasche
  • braucht eine ruhige Hand (oder Stativ)
Nikon Monarch M5 10x50 (10x, 50 mm)
Fernglas
EUR449,–

Nikon Monarch M5 10x50

10x, 50 mm

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Einfacher Schreiber, zweifacher Papi. Ist gerne in Bewegung, hangelt sich durch den Familienalltag, jongliert mit mehreren Bällen und lässt ab und zu etwas fallen. Einen Ball. Oder eine Bemerkung. Oder beides.


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