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«Lord of the Rings»: Was wir von der TV-Serie erwarten dürfen

Anno 2017 kauft Amazon Prime Video die Rechte an der «Lord of the Rings»-TV-Serie. Zwei Jahre später ist der Name des Regisseurs enthüllt worden. Ein guter Zeitpunkt, einen Blick auf die Fakten zu werfen und mit den Gerüchten aufzuräumen.

Die nach wie vor namenlose «Lord of the Rings»-TV-Serie hat seinen ersten Regisseur bekommen. Dabei handelt es sich um den Spanier Juan Antonio Bayona, wie Deadline berichtet. Einen Namen hat er sich mit Filmen wie «Jurassic World 2» oder dem Tsunami-Drama «The Impossible» gemacht. Bayona soll mindestens bei den ersten beiden Folgen der ersten Staffel Regie führen und damit den Grundstein für den cinematischen Ton der Serie legen.

Gegenüber dem Branchenblatt sagt Bayona: «Als lebenslanger Fan ist es für mich eine Ehre, zu diesem grossartigen Team zu stossen. Ich kann es kaum erwarten, die Zuschauer auf der ganzen Welt nach Mittelerde zu entführen – mit einer nie zuvor gesehenen Geschichte.»

Regisseur Juan Antonio Bayona

Flickr/Moritz Barcelona, CC BY 4.0

Damit nimmt die Serie immer konkretere Formen an. Im November 2017 hat sich Amazon die Rechte an der Serienadaption gesichert und ganze 250 Millionen Dollar kosten lassen – die höchste Summe, die je für Rechte an einer Film- und Serien-Adaption bezahlt worden sind. Zum Vergleich: Dan Brown, der Autor des Welterfolgs «The Da Vinci Code», hat für seine Romanadaption «nur» 6 Millionen Dollar gekriegt.

Release, Budget und Showrunner

Produziert wird die Serie von Amazon Studios in Zusammenarbeit mit dem Tolkien Estate, den Rechteinhabern des gesamten «Lord of the Rings»-Franchises, und New Line Cinema, dem produzierenden Studio hinter Peter Jacksons Filmen.

Damit ist klar: Die Serie spielt innerhalb des Filmuniversums des Neuseeländers. Bayona soll aber seine eigene Vision verwirklichen dürfen, wie Jennifer Salke, Head of Amazon Studios, zu Deadline gesagt hat: «Bayonas Art, grosse filmische Welten zu verwirklichen, ist genau das Richtige für unsere Ambitionen.»

Head of Amazon Studios Jennifer Salke
Chris Frawley/Amazon

Aktuell plant Amazon fünf Staffeln, die mit einem Budget von insgesamt 750 Millionen Dollar ausgestattet werden sollen. Zum Vergleich: Alle acht Staffeln von «Game of Thrones» haben zusammen etwas weniger als 600 Millionen Dollar gekostet. Damit würde die «Lord of the Rings»-Serie zur teuersten Fernsehproduktion aller Zeiten avancieren.

Als Showrunner sind bereits im Juli 2018 die Autoren JD Payne und Patrick McKay bestätigt worden – auf Anraten von «Star Trek»-Regisseur J. J. Abrams. Zusammen mit ihm haben sie das Drehbuch zu «Star Trek 4» geschrieben. Ähnlich wie D. B. Weiss und David Benioff bei «Game of Thrones» werden Payne und McKay die kreative und administrative Leitung der «Lord of the Rings»-Show übernehmen.

Die Dreharbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Schliesslich sieht der Vertrag zwischen Amazon und dem Tolkien Estate vor, dass die Produktion spätestens zwei Jahre nach Vertragsunterzeichnung beginnt. Damit könnte die Serie 2021 auf Prime Video zu sehen sein; ein Start im Jahr 2020 scheint unwahrscheinlich, wie Salke gegenüber The Hollywood Reporter bestätigt hat.

Ohne Aragorn, Gandalf und Peter Jackson

Über beteiligte Schauspieler oder gar den Inhalt der Serie ist noch wenig bekannt. Gerüchte, wonach die Serie von einem jungen Aragorn handelt – in den Filmen gespielt von Schauspieler Viggo Mortensen – oder dass Sir Ian McKellen als Gandalf zurückkehren würde, haben sich mittlerweile als falsch erwiesen: Aragorn und Gandalf werden in der Serie keine Rolle spielen.

Sir Ian McKellen als Gandalf
New Line Cinema

Das wissen wir seit Primes offizieller «Herr der Ringe»-Twitter-Kanal anfang Jahr mehrere Versionen der Karte Mittelerdes gepostet hat. Bei der letzten Version ist die Insel «Numénor» zu sehen. Dazu die Bild-Beschreibung: «Welcome to the Second Age.»

Damit ist klar: Die TV-Serie spielt irgendwann im Zweiten Zeitalter.

Die Karte Mittelerdes zu Beginn des Zweiten Zeitalters
Lord of the Rings on Prime, Twitter

Zu diesem Zeitpunkt ist Aragorn noch nicht geboren und Gandalf nie in Mittelerde gewesen. Beide tauchen erst im Dritten Zeitalter auf. Du musst wissen: In «Lord of the Rings» gibt es vier Zeitalter. Die Filmtrilogie spielt im Dritten Zeitalter, wobei die Krönung Aragorns den Beginn des Vierten Zeitalters markiert.

Mit oder ohne Aragorn: Amazon-Studios-Chefin Jennifer Salke hat gegenüber der Deadline bestätigt, dass in der Serie Charaktere aus den Filmen vorkommen werden. Ob sie damit beispielsweise auf Elbenfürst Elrond (Hugo Weaving) anspielt, was historisch gesehen Sinn macht, ist unbekannt.

Ein drittes sich als unwahr herausgestelltes Gerücht: Regisseur und Drehbuchautor Peter Jackson sei als Autor wieder mit an Bord. Das hat der Neuseeländer im Mai 2018 gegenüber dem Observer gleich selber ausgeschlossen: «Ich bin nicht am Projekt beteiligt. Das ist gut so. Allerdings werde ich womöglich ein paar Drehbücher zugeschickt bekommen, um beratend zur Seite zu stehen.»

Darum geht’s: Saurons Aufstieg und Númenors Untergang

Worum könnte es also gehen? Das Zweite Zeitalter als historischer Rahmen gibt die grobe Handlung vor. Zu Beginn sind die Elben nach einem verheerenden Krieg gegen den bösen Morgoth angewiesen, Mittelerde zu verlassen und in den Westen zurückzukehren – nach «Valinor», das Land der götterähnlichen «Valar». Einige folgen dem Ruf, viele bleiben aber.

Die Insel Númenor ist hingegen der von den Valar erschaffene Heimatort einer menschlichen Rasse, die mit extrem langer Lebensspanne und grosser Weisheit gesegnet ist. Von der Insel aus erobern sie grosse Teile Mittelerdes und errichten später ihre Städte – zum Unmut der Elben, deren Macht mehr und mehr schwindet. Gleichzeitig streben die Menschen danach, zurück nach Valinor zu reisen, wo sie Unsterblichkeit erlangen würden.

Aragorn, ein Nachfahre der Númenor
New Line Cinemas

Die zweite Hälfte des 3441 Jahre andauernden Zweiten Zeitalters wird von Morgoths Schüler geprägt, Sauron. Dieser mausert sich zum neuen dunklen Lord. Mit dem, was von den Armeen der Orks und Goblins übrig geblieben ist, errichtet er eine Festung in Mordor: Barad-dur.

Sauron will die Völker Mittelerdes korrumpieren. Er erschafft die Ringe der Macht und verspricht, dass das Gleichgewicht Mittelerdes bewahrt und der Kontinent selbst nach dem Vorbilde Valinors gestaltet werden kann. Insgeheim erschafft Sauron noch den einen Ring, sie zu knechten.

Dennoch besiegen die Menschen Númenors Sauron und nehmen ihn auf deren Heimatinsel in Gefangenschaft – eine List des dunklen Lords. Denn von dort aus gelingt es ihm, die Menschen zu korrumpieren. Sauron kehrt nach Mordor zurück, und die Númenor greifen Valinor an. Die Valar fluten Númenor und tilgen das eigene Valinor von der Landkarte. Seit dem können nur noch spezielle Schiffe von den «Grey Havens» aus über die «Straight Road» nach Valinor gelangen.

Die Grey Havens in «Lord of the Rings»
New Line Cinema

Númenors Untergang könnte das fulminante Serienfinale sein. Oder aber die Serie endet im Prolog am Anfang von Jacksons «Lord of the Rings». Der hat ja gezeigt, wie jene überlebenden Menschen Númenors, welche nie aufgehört haben, die Valar zu respektieren, ein letztes Bündnis mit den Elben eingehen. In einer verzweifelten Schlacht am Fusse des Mount Dooms schneidet Isildur, Kronprinz der Menschen, Sauron den einen Ring vom Finger und beendet damit das Zweite Zeitalter.

Voilà. Zeit für etwas Langgrundblatt. Oder doch lieber Alter Tobi?

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Luca Fontana, Zürich

  • Editor
Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

16 Kommentare

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User viktorleske

Interessanter Artikel. LodR ist nun eine Trilogie, die der älteren Generation in der Filmbranche zugeschrieben werden kann, denn heute ist der Maßstab (speziell in Anlehnung an GoT) recht hoch gelegt. Zumal hier im Budget mit GoT verglichen wird. Somit ist die Erwartungshaltung enorm. Bezogen auf die Filme, die Juan Antonio Bayona bekannt machten, muss ich hoffen, dass die Qualität der Serie höher als die der Filme liegt. Eine enorme Herausforderung, bei denen mit Ankündigungen mit Vorsicht umgegangen werden muss.

Ich freue mich und bin dennoch zuversichtlich, das es mit so einem Budget und Geschichte großes Potential hat. Hoffentlich wird sich die Serie der heutigen Zeit anpassen und die Langatmigkeit des Filmes trotzen. Ein Hauch mehr Realismus, Tiefgang in Dialogen und weniger Kindlichkeit würde ich mir wünschen.

Schlussendlich bin und bleibe ich ein SciFi-Fan und würde davon träumen, solche enormen Summen in einer neue gute SciFi Serie zu sehen - schade, dass die breite Masse anders tickt und es wohl kein lohnendes Geschäft ist.

05.07.2019
User Sublimation

Salut pour information Le Seigneur Des Anneaux n'est pas de la Science-Fiction mais de la Fantaisie et l’heroic fantasy... faut pas tout confondre. salutation bien a vous.

12.07.2019
User viktorleske

Ich habe auch nicht gesagt, dass es eine Sci-Fi Serie ist, sondern dass ich eigentlich ein Sci-Fi Fan bin und ich mir wünschenwürde eine Serie zu sehen, in die auch so viel Geld investiert würde. Ich denke Sie haben den Text falsch übersetzt.

12.07.2019
User Sublimation

merci pour cette correction google est pas top ;) mais je suis comme vous

13.07.2019
Antworten
User marharic

Kleiner Kommentar am Rande.
Die Ringe der Macht wurden nicht von Sauron, oder Annatar wie er sich nannte, geschmiedet, sonder von Celebrimbor. Sauron hatte nur die Idee dazu. 😇

06.07.2019
User Luca Fontana

Genau. Er hat sie bei Celebrimbor quasi in Auftrag gegeben, wie man im Spiel Shadow of Mordor sieht. Hat Sauron nicht irgendwie noch dessen Familie bedroht oder so, solle Celebrimbor seinen Anweisungen nicht Folge leisten? Bin mir da nicht mehr so sicher 😅. Jedenfalls habe ich der Zusammemfassung zu Liebe die exakten Details ausgelassen 😇

07.07.2019
Antworten
User nikk2931

GoT, Harry Potter und anderes - nichts kann The Lord of the Rings mal annähernd die Hand reichen - wies? Der Herr der Ringe, mir nur drei Filmen (ok, insgesamt fast 12 Stunden Aktion) erlangte insgesamt (wenn ich mich nicht irre) 13 Oskars. Eine Verfilmung der Kinogeschichte. Kein anderer Film hat es je geschafft und ich bin mir sicher, dass es auch keine Serie machen wird. Ok, wir können einiges an neuem erwarten und ich bin mega nervös, weil ich es einfach nicht zerstört sehen will.

Tolkien ist der Vater der epischen Mythologie und nur Geld daraus zu machen - ein gefährlicher Weg, aber Peter Jackson ist und war immer dem Autor und seiner Vision treu - schade, dass er nicht dabei ist, aber gut - sollen andere ihre Chance kriegen und ihre Ideen verwirklichen. Das wichtigste ist einfach, dass Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: Tolkiens Vision ist die, die wichtig ist und nicht unsere, weil er's schon ziemlich detailliert beschrieben hat und wir somit nur noch eine Umsetzung brauchen, keine Hollywood Blockbuster und gleiches.

Emotionen, Aktionen, Schwerter gegen Schilde, Weisheit, Liebe, Freunde und Feinde - noch vieles, aber you get my message.

Ich bin sehr gespannt und hoffe, sie verkacken es nicht.

09.07.2019
User viktorleske

Der Erfolg der Serie GoT und die Bewertungen auf internationaler Ebene (hier im speziellen imdb.com) zeigen ein anderes Bild. Oscars representieren nicht wirklich den wahren Erfolg eines Filmes, bedenkt man andere Filme, die keinen bekommen haben, jedoch grandios waren.Man könnte meinen die wenigen Menschen die es bestimmen, handeln nach anderen Kriterien, als die hunderttausende, die weltweit bewerten. Abgesehen davon ist ein Film und eine Serie zwei unterschiedliche paar Schuhe. Serien hatten nie das Budget wie ein Film. Man möge sich an ältere Serien erinnern, die teilweise schäbig in den Requisiten waren, dennoch hoch gefeiert wurden. Filme dagegen genossen schon immer massive Budget. Und dennoch: GoT spielt in der Liga LodR mit und wird damit verglichen. Natürlich sind beide grandios und werden auf höchsten Neveau bewertet. Nichtsdestotrotz bleibt Fakt, dass GoT erfolgreicher gemessen an Einkünften und Bewertunen ist und war, als LodR. Nur die Oscars fehlen. Ich hoffe sehr, dass die Serie sich dem Anspruch GoT anlehnen wird und nicht zur Zielgruppe Kinder nimmt.

12.07.2019
Antworten
User Screwface

Gute Zusammenfassung, vielen Dank. Ich persönlich, freue mich eher auf die Königsmörder-Chronik-Verfilmung und die Serie dazu. Ich kann "The Name of the Wind" allen Fantasy-Begeisterten wärmstens empfehlen. "The Lord of the Rings" empfand ich als Literatur und auch in Film-Form immer als sehr langatmig, auch wenn mich Mittelerde mit allem Drum und Dran immer noch sehr fasziniert.

05.07.2019
User Micron90

Dazu müsste mal Band 3 erscheinen.. :(

05.07.2019
User mirolli

Allerdings... ganze Massen warten sehnsüchtig, wie es um Kvothe weitergeht. Stattdessen erscheinen vom Autoren immer wieder Rick & Morty vs. Dungeon Dragons Taschenbücher. So schade. Sogar Peinkofer hat es nach ein paar Jahren endlich geschafft, seine Splitterwelten zu beenden - wenn auch mit einem Co-Autor.

07.07.2019
Antworten
User silas123

@Luca Fontana das mit Gandalf stimmt so nicht. Mithrandir ist ein Maia/Ainur. Er war seit anbeginn der Zeit schon auf Mittelerde. Er ist auch Unsterblich Quelle lotr.fandom.com/de/wiki/Gan...

06.07.2019
User Luca Fontana

Unsterblich, ja. Auf Mittelerde selbst kam er aber erst im Dritten Zeitalter :)

Aus dem Wiki: Um 1000 D.Z. kamen die fünf Istari in Mittelerde an. Olórin [Gandalf], der Letzte, erschien vom Äußeren her als der Geringste unter ihnen: Er war wieder grau gekleidet, grauhaarig, mit blauem Spitzhut, sah älter aus als die anderen und stützte sich auf seinen Stab.

07.07.2019
User Anonymous

@silas Mittelerde =/= Arda
Er war vorher am Hofe Manwes wenn ich mich nicht irre.

08.07.2019
Antworten
User fluteloop

Tolle Artikel inkl Erinnerung a die historie von mittelerde.

Eine bitte: es heißt 'Die rechte an DER Serie' und bitte gleich zweimal ausbessern.

06.07.2019
User Luca Fontana

Ist gefixt. Danke für den Hinweis :)

07.07.2019
Antworten