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Macht Ultraschall die Espressomaschine überflüssig?

Australische Forschende haben einen Espresso entwickelt, der ohne heißes Wasser auskommt und dabei 75 Prozent weniger Energie verbraucht. Geschmacklich soll es keinen Unterschied zur klassischen Zubereitung geben.

Guter Espresso hängt von vielen Variablen ab: Bohnen, Mahlgrad, Druck, Temperatur und Extraktionszeit. Eine Variable lässt sich ersetzen. Das behauptet zumindest das Team um Dr. Francisco Trujillo von der School of Chemical Engineering an der UNSW (University of New South Wales) in Sydney.

Espresso bei Raumtemperatur

Das neue Verfahren «brüht» in zwei bis drei Minuten einen Espresso, der in einer Blindverkostung mit hundert Personen wie klassischer Espresso schmeckt. Erhitzt wird dabei nichts: Wasser bei Raumtemperatur reicht aus. Wie geht das?

Mikroblasen als Baristas

Das Herzstück des neuen Systems ist ein sogenannter Transducer. Dieses kleine Metallgerät sitzt an der Außenseite eines handelsüblichen Siebträgerkorbs und versetzt ihn in hochfrequente Vibrationen. Schallwellen erzeugen im Wasser das physikalische Phänomen der Kavitation: Winzige Blasen entstehen und kollabieren in Bruchteilen von Sekunden. Dabei wirken sie wie mikroskopische Hochdruckstrahlen. Sie brechen die Oberfläche des Kaffees auf und treiben Aromastoffe, Öle und Koffein ins Wasser. Ohne jede Wärme.

Das Ergebnis ist ein Konzentrat, das qualitativ mit herkömmlichem Espresso gleichzieht. Das Ultraschallverfahren ist sogar energiesparend. Die Studie ergab: Drei Getränke gleicher Stärke benötigten im Ultraschallverfahren 0,020 Kilowattstunden, eine konventionelle Einkreisermaschine verbraucht für dieselbe Menge 0,0823 Kilowattstunden, also rund viermal so viel.

Potenzial in der Industrie

Für Trujillo und sein Team ist das die zweite Veröffentlichung zum Thema Ultraschallbrühen. Vor zwei Jahren hatten sich die Forschenden an «Cold Brew» versucht – mit enttäuschendem Ergebnis. Das verbesserte Verfahren liefert nun einen Espresso, der laut Mitteilung in der von der Specialty Coffee Association definierten optimalen Extraktionszone von 18 bis 22 Prozent liegt.

Das größte Potenzial sieht Trujillo nicht in der heimischen Küche, sondern in der industriellen Produktion von Kaffeegetränken. Fertig gemischte Kaffeedrinks, Konzentrate für Cold Brew oder Getränke auf Milchkaffeebasis ließen sich mit dem Verfahren deutlich energieeffizienter und schneller herstellen, so der Wissenschaftler. Ein Patent (WO2025/118023A1) ist angemeldet.

Die heimische Siebträgermaschine darf also vorerst weiter auf der Küchentheke stehen bleiben.

Titelbild: Blake Verdoorn / Unsplash.com

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Hamburger, Leseratte, Eishockey-Fan. Papa und Grosspapa. Bastelt ständig an seinem Smarthome herum. Interessiert an DIY, Outdoor, Mode und Kosmetik.


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