

Made by Menschen: Der Loewe-Verlag setzt jetzt auf ein «Ohne KI»-Label
KI-generierte Bücher überschwemmen den Online-Handel, doch oft fehlt vor dem Kauf jeder Hinweis auf den digitalen Ursprung der Texte. Der Loewe-Verlag will mit einem neuen Label Klarheit schaffen.
Seit KI-Modelle gelernt haben, gerade Sätze zu erzeugen, die sogar Sinn ergeben, werden solche Tools genau für diesen Zweck genutzt. Seit einiger Zeit finden sich tausende KI-generierte Bücher vor allem im Online-Handel: Sie lassen sich schnell und günstig herstellen und versprechen eine hohe Gewinnmarge. Dass eine KI und kein Mensch die Texte generiert hat, merkst du meistens erst beim Lesen. Vor dem Kauf fehlt oft jeglicher Hinweis darauf.
Der deutsche Traditionsverlag Loewe, der hauptsächlich Kinder- und Jugendbücher im Programm hat, will das ändern. Bücher mit KI-generierten Inhalten bietet der Verlag laut eigenen Angaben sowieso nicht an. Dieses Qualitätsmerkmal präsentiert Loewe nun sichtbar und macht es Leseratten beim Stöbern einfacher, zu einem von Menschenhand geschaffenen Buch zu greifen.

Quelle: Loewe-Verlag
Alle Online-Coverabbildungen des lieferbaren Programms sind jetzt laut Geschäftsführer Christoph Gondrom mit einem «Ohne KI»-Label versehen. Damit will der Loewe-Verlag verdeutlichen, dass die Bücher von Menschen geschrieben, illustriert und überprüft wurden.
Bei ihm erscheinen beispielsweise die deutsche Hardcover-Version der Graphic Novel «Heartstopper» sowie die Kinderbuchreihe «Das magische Baumhaus».


Heartstopper Volume 2 (deutsche Hardcover-Ausgabe)
Deutsch, Alice Oseman, Loewe Graphix, Vanessa Walder, 2022

Heartstopper Volume 3 (deutsche Hardcover-Ausgabe)
Deutsch, Alice Oseman, Vanessa Walder, 2022

Heartstopper Volume 1
Deutsch, Alice Oseman, Loewe Graphix, Vanessa Walder, 2022

Heartstopper Volume 2 (deutsche Hardcover-Ausgabe)
Deutsch, Alice Oseman, Loewe Graphix, Vanessa Walder, 2022

Heartstopper Volume 3 (deutsche Hardcover-Ausgabe)
Deutsch, Alice Oseman, Vanessa Walder, 2022
Ab August 2026 gilt in der EU zudem eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte. Wie das genau durchgesetzt wird, ist aber nicht klar. Dass die Kennzeichnungspflicht die Flut der KI-generierten Bücher stoppen kann, ist ebenfalls unwahrscheinlich: Viele dieser Bücher enthalten nicht einmal ein Impressum, obwohl das ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben ist.
Mein Kollege Michael hat im vergangenen Jahr selbst negative Erfahrungen mit KI-generierten Büchern gemacht. Dazu und über die Ausmaße des KI-Problems in der Welt der Bücher hat er einen Beitrag verfasst. Nach seiner Recherche haben wir fast 1000 KI-geschriebene Bücher aus dem Sortiment genommen.
Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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