
Nächste Hitzewelle rollt an, doch jetzt fehlen Ventilatoren und Klimaanlagen
Galaxus hat im Juni so viele Klimaanlagen und Ventilatoren verkauft wie noch nie in einem einzelnen Monat. Die Lager sind grösstenteils leer, mit Nachschub aus Asien ist erst nach der Saison zu rechnen. Und die nächste Hitzewelle kommt.
Wer dieser Tage auf Galaxus eine Klimaanlage oder einen Ventilator sucht, braucht starke Nerven: Nach der Rekordhitze im Juni sind die meisten Modelle vergriffen. Gleichzeitig kündigen die Wetterdienste die nächste Hitzewelle an. Wer noch kein Gerät hat, muss sich mit dem begnügen, was übrig ist. Oder weiterschwitzen.
Die Rekorde purzeln
Die Knappheit kommt mit Ansage: Galaxus hat diesen Juni 38 Prozent mehr Klimaanlagen und 3 Prozent mehr Ventilatoren verkauft als im bisherigen Rekordmonat Juni 2025. In der Schweiz allein hat die Galaxus-Kundschaft je fünfstellige Stückzahlen gekauft. Und: Im Juni hat Galaxus mehr Ventilatoren verkauft als im gesamten Jahr 2024 – und fast so viele Klimaanlagen.
Auch über das Halbjahr gesehen sind die Wachstumszahlen hoch: Von Januar bis und mit Juni 2026 verkaufte Galaxus 36 Prozent mehr Klimaanlagen und 72 Prozent mehr Ventilatoren als im selben Zeitraum des Vorjahres.
«Niemand rechnet damit, dass es über Wochen hinweg 30 Grad und wärmer bleibt», sagt Samuel Lea, bei Galaxus verantwortlich für das Klimageräte-Sortiment. «Klimaanlagen und Ventilatoren sind Emotionskäufe. Sobald die Hitze kommt, explodiert die Nachfrage.» Und dieses Jahr waren die Temperaturspitzen so heftig, dass Die Galaxus-Lager inzwischen fast leer sind. «Mit besserer Verfügbarkeit hätten wir locker noch mehr Geräte verkauft», so Samuel.
Nachschub kriecht in der Hitze
Galaxus hat bei den Herstellern und Zwischenhändlern nachbestellt. Doch deren Lager in Europa sind grösstenteils ebenfalls leergekauft. «Die Ware kommt über die nächsten Wochen deshalb nur noch tröpfchenweise rein, und für Nachschub aus Asien wird es bis Ende Saison nicht reichen», sagt Samuel.
An der Preisschraube dreht Galaxus trotz Knappheit nicht: Der Onlinehändler setzt auf kompetitive Marktpreise.
Die Kundschaft investiert mehr
Verändert hat sich das Kaufverhalten: Die Kundschaft greift zunehmend zu teureren Geräten. Der durchschnittliche Verkaufspreis einer Klimaanlage liegt dieses Jahr bei 452 Franken, 2025 waren es 381 Franken. Auch bei Ventilatoren stieg der Schnitt von 75 auf 80 Franken. In den EU-Shops von Galaxus sieht die Preisentwicklung ähnlich aus. Besonders das Preissegment zwischen 500 und 700 Franken legt zu. «Viele Leute haben begriffen, dass extreme Hitze im Sommer keine Ausnahme mehr ist, sondern die neue Normalität», sagt Samuel Lea. «Sie investieren bewusst in leistungsfähigere Geräte, die sie über Jahre nutzen wollen.»
Mobile Split-Geräte verdreifachen ihren Anteil
Dieser Trend zeigt sich auch bei den Gerätetypen: Mobile Split-Klimaanlagen haben ihren Anteil an den Verkäufen in drei Jahren verdreifacht, von 5 Prozent (2024) auf 16 Prozent (2026). Sie sind leiser und leistungsfähiger als die klassischen Monoblock-Geräte, kosten aber in der Regel mehr. Die Monoblocks bleiben mit 55 Prozent Marktanteil zwar die beliebteste Kategorie, verlieren aber Anteile.
Noch ist offen, wie heiss der Sommer 2026 tatsächlich wird. Wer kein Gerät ergattert hat, kann sich mit dem Trost kühlen, dass auch der heisseste Sommer irgendwann vorbei ist. Spätestens dann landen die Monoblocks wieder im Keller. Bis zum nächsten Juni.
Ich bin bei Galaxus und Digitec zuständig für den Austausch mit Journalistinnen und Bloggern. Gute Geschichten sind meine Leidenschaft, deshalb bin ich immer auf dem neusten Stand.
Neuigkeiten zu Features im Shop, Infos aus dem Marketing oder der Logistik und vieles mehr.
Alle anzeigen


