Nokia 3.2 im Test: So gut ist das günstige Smartphone

Nokia 3.2 im Test: So gut ist das günstige Smartphone

Jan Johannsen
Hamburg, am 01.08.2019

Günstige Smartphones werden immer besser, allerdings sind trotzdem noch nicht alle gut. Deswegen ist es besonders wichtig, die Geräte unter die Lupe zu nehmen. Ob es sich lohnt zum Nokia 3.2 zu greifen, erfährst du hier.

Das Nokia 3.2 ist nur eines von drei neuen günstigen Smartphones von HDM Global. Dazu gehören noch das noch günstigere Nokia 2.2 und das etwas teurere Nokia 4.2. Auf beide Modelle lässt das Nokia 3.2 Rückschlüsse zu.

Der Rotstift regiert

Mit dem Nokia 3.2 hältst du ein Smartphone mit ordentlich verarbeitetem Kunststoffgehäuse in der Hand, das aussieht wie viele andere — und die gleichen Eigenschaften hat. Sprich: Es spiegelt und zieht Fingerabdrücke an. Auffällig ist zudem der fehlende Fingerabdrucksensor. Du kannst das 3.2 nur über eine Eingabe auf dem Display oder die Gesichtserkennung entsperren. Ich hab es nicht geschafft, sie mit einem Foto auszutricksen — was aber der Standard sein sollte. Was dagegen nicht Standard ist, ist die Wartezeit, bis die Kamera mich erkennt und das Smartphone entsperrt. Die ist mir viel zu lang.

Die Gesichtserkennung ist langsam.
Die Gesichtserkennung ist langsam.

Apropos langsam. Das gilt auch für das übrige Smartphone. Der als Chipsatz verbaute Snapdragon 429 von Qualcomm und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher reichen zwar aus, um quasi alle Apps zu starten. Aber das Nokia 3.2 ist mit dieser Hardware spürbar langsamer als andere Smartphones. Selbst PUBG Mobile läuft bei der niedrigsten Grafikqualität, ruckelt allerdings ständig, sodass sich das Spiel nicht vernünftig spielen lässt.

Der Blick auf das 6,26 Zoll große Display löst ebenfalls keine positiven Gefühle aus. Die Auflösung von 1520 x 720 Pixeln reicht zwar für ein scharfes Bild, aber die Farben wirken flau — und besonders hell ist der Bildschirm auch nicht. Das macht sich besonders bei Sonnenschein negativ bemerkbar, da du nur schwer etwas auf dem stark spiegelnden Touchscreen erkennst.

Ohne Sonne ist das Display in Ordnung.
Ohne Sonne ist das Display in Ordnung.

Und dann sind direkt nach Inbetriebnahme von dem 16 Gigabyte großen internen Speicher nur knapp über vier Gigabyte frei. Die sind mit einigen Apps, Spotify-Downloads oder Fotos spätestens nach wenigen Monaten voll. Zwar kannst du die Kapazität mit einer microSD-Karte erweitern, aber das sollte nicht so früh der Fall sein.

Gesichtserkennung, Leistung, Display und Speicherplatz: Das sind bereits vier Punkte, die gegen das Nokia 3.2 sprechen — selbst wenn ich ihm seinen niedrigen Preis zugutehalte. Positiv bleibt dagegen die Software in Erinnerung. HMD Global setzt bei seinen Nokia-Smartphones auf Android in purer Form ohne zusätzlich installierte Apps oder Nutzeroberfläche. Das ist schön aufgeräumt und hat es dem Hersteller in den letzten Jahren ermöglicht, seine Geräte zügig mit Softwareupdates zu versorgen — auch die günstigen.

Kunststoffgehäuse und Kamera.
Kunststoffgehäuse und Kamera.

Eine Kamera für schönes Wetter

Die Erwartungen an eine Smartphone-Kamera in dieser Preisklasse sind nicht besonders hoch. Aber auch hier enttäuscht das Nokia 3.2. Andere günstige Smartphones bekommen das besser hin. Die Farben und Detailgenauigkeit der Hauptkamera mit einer Auflösung von 13 Megapixeln sind bei ausreichender Helligkeit zwar in Ordnung, aber mehr auch nicht. Der HDR-Effekt bringt bei starken Kontrasten leichte Verbesserungen, aber eben nur leichte. Wird es dunkel, nimmt die Bildqualität rapide ab. Das Foto wird grobkörnig und unscharf.

HDR aus
HDR aus
HDR ein
HDR ein
Nacht
Nacht

Die Frontkamera hat eine Auflösung von fünf Megapixeln und verpasst deinem Gesicht einen Rotstich. Die Detailgenauigkeit fällt selbst für Selfies gering aus und der HDR-Effekt bringt wiederum nur geringfügige Verbesserungen.

Selfie
Selfie
Selfie HDR
Selfie HDR

Fazit: An den falschen Stellen gespart

Das Nokia 3.2 überzeugt mich nicht. Selbst wenn ich ihm seinen niedrigen Preis zugutehalte, bietet es im Vergleich zu anderen Smartphones dieser Preisklasse zu wenig Speicherplatz, zu langsame Hardware, nur ein mittelmäßiges Display und maximal eine durchschnittliche Kamera.

Wenn das Smartphone günstig sein soll, bietet das etwas teurere und kleinere Nokia 4.2 immerhin noch einen größeren Speicher. In meinen Augen wäre aber das günstigere Moto G7 Play die bessere Wahl. Das hat einen größeren Speicherplatz, einen Chipsatz mit mehr Leistung und hinterließ mit seinem Display und seinen Bildern einen besseren Eindruck.

3.2 (16 GB, Black, 6.26 ", Dual SIM + SD, 13 Mpx, 4G)
Nokia 3.2
16 GB, Black, 6.26 ", Dual SIM + SD, 13 Mpx, 4G
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3.2 (16 GB, Stahl, 6.26 ", Dual SIM + SD, 13 Mpx, 4G)
Nokia 3.2 (16 GB, Stahl, 6.26 ", Dual SIM + SD, 13 Mpx, 4G)
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Jan Johannsen
Jan Johannsen

Redakteur, Hamburg

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de.

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