«Papi, lass uns eine Seifenkiste bauen»

«Papi, lass uns eine Seifenkiste bauen»

Sabrina Müller
Sabrina Müller
Saland, am 04.03.2020
Eine Seifenkiste zu bauen, war schon lange der Traum meines Sohnes. Zusammen mit seinem Papi ist «LePa» entstanden. Ein Flitzer, der die Nachbarschaft unsicher macht.

Meine Bastelprojekte plane ich immer im Voraus. Nicht so mein Mann. Spontan im Baumarkt über ein passendes Restholz gestolpert und schon muss möglichst schnell etwas damit gebaut werden. Ein Plan existiert oft nicht oder entsteht währenddessen. So auch bei der Seifenkiste.

Werkzeuge und noch mehr Werkzeuge

Für die Seifenkiste benötigst du ein Holzbrett mit ungefähr 1.8 Zentimeter Dicke, einer Länge von etwa 100 Zentimetern und eine Breite von 30 Zentimetern. Zudem brauchst du vier Räder, einen Haken, eine Schnur und zwei Winkelverbinder. Ausserdem solltest du genügend Schrauben zu Hause haben oder dir welche besorgen. Ich empfehle dir unterschiedlich lange Schrauben. Solche mit einer Länge von etwa einem Zentimeter und die anderen von etwa sechs Zentimetern. Als Werkzeuge brauchst du einen Hammer, einen Schraubenzieher und eine Holzsäge. Tickst du gleich wie mein Mann, darf natürlich eine Sägemaschine und ein Akkuschrauber nicht fehlen.

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Die Seifenkiste geht wie folgt:

1. Zeichne auf dem Brett alle Masse ein. Die Bodenplatte von unserer Seifenkiste misst 30 × 70 Zentimeter. Vorne werden zwei «Flügel» eingezeichnet, die 7 × 10 Zentimeter gross sind. Hinter der Bodenplatte zeichnest du die Rückenlehne von 30 × 15 Zentimeter ein. Die Seitenlehnen zeichnest du als letztes ein. Dafür nimmst du ein weiteres Rechteck von 30 × 15 Zentimeter und ziehst eine Diagonale, damit du zwei gleiche Dreiecke erhältst.

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2. Säge nun die einzelnen Holzstücke zurecht. Bitte achte darauf, dass dein Kind diese Arbeit nicht alleine ausführt, sondern nur in Begleitung eines Erwachsenen.

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3. Schraube die Rück- und Seitenlehnen mit sechs langen Schrauben an die Bodenplatte. Bohre dafür ein Loch durch die Bodenplatte. Die Rück- und Seitenlehnen bohrst du von unten an, damit die Schrauben das Holz nicht sprengen.

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4. Bringe bei der Rückenlehne auf beiden Seiten einen Winkelverbinder an, damit diese stabiler wird. Die vorderen «Flügel» klappst du hoch und schraubst sie ebenfalls fest. Drehe an der Frontschürze des Holzautos einen Haken ein, daran bringst du eine Schnur an, mit der du die Seifenkiste ziehen kannst.

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5. Im letzten Schritt befestigst du die Räder mit den passenden Schrauben, also unter 1.8 Zentimetern. Wenn sie zu lange sind, drücken sie durch das Brett und könnten beim Fahren dein Kind verletzen. Um einen stabilen Sitz zu garantieren, schraubst du die Räder am besten zehn Zentimeter vom hinteren und vorderen Rand entfernt an. Zudem sollte der Abstand zu den Seiten drei Zentimeter betragen.

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Eine Seifenkiste muss keineswegs perfekt aussehen. Der Charme liegt genau darin, dass sie spontan und geflickt aussieht. Passe dein Holzauto an die Bedürfnisse deines Kindes an, damit ein Einzelstück entsteht. Ausserdem kannst du es beliebig oft umbauen und optimieren. Etwa mit grösseren Rädern, einem Anstrich oder einem gepolsterten Sitz.

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Einsatzgebiete

Seit wir unseren schnellen Flitzer haben, düst er oft durch die Nachbarschaft. Mein Sohn braucht ihn zur gemütlichen Spritztour auf den Spaziergängen, aber auch für seine selbst kreierte Strassenlandschaft. Neu gehen meine Kinder plötzlich gerne mit mir Altpapier entsorgen, da sie nun das optimale Transportfahrzeug dafür haben.

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Unsere Seifenkiste haben wir übrigens «LePa» genannt. Ein Kompositum aus den Vornamen vom Sohn und Papi, den beiden Autobauern. Ein solches Projekt schweisst zusammen. Noch immer leuchten die Augen des Kleinen, wenn er von seinem selbst gebauten Fahrzeug spricht.

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Sabrina Müller
Sabrina Müller

Autorin, Saland

Meine Schülerinnen und Schüler und auch meine eigenen Kinder inspirieren mich tagtäglich durch ihre unbändige Fantasie. Die kreativen Projekte, die daraus entstehen, dokumentiere ich gerne auf meinem Blog Fantasiewerk. Ich hoffe, damit ganz viele Mamis und Papis zum Basteln mit ihren Kindern anzuregen. [Fantasiewerk.ch](https://fantasiewerk.ch)

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