
Hintergrund
Panasonic Z95B: OLED-Revolution mit Tandem-Technologie?
von Luca Fontana

Neue Panels von LG und Samsung beseitigen ein Problem von klassischen OLED-Monitoren. Ausserdem schliesst WOLED damit in der Farbdarstellung zu QD-OLED auf.
Die OLED-Divisionen von LG und Samsung zeigen an der CES Panels mit streifenförmigen RGB-Subpixeln. «Funktionieren nicht alle Displays mit Rot, Grün und Blau?», fragst du dich vielleicht. Ja, aber nicht so. Hier ein Überblick über die neuen Technologien und ihre Vorteile.
Es gibt zwei Arten von OLED auf dem Markt: WOLED von LG Display (das Display-Tochterunternehmen von LG Electronics) und QD-OLED von Samsung Display (das Display-Tochterunternehmen von Samsung). WOLED steht für White OLED, QD-OLED für Quantum Dot OLED. Details findest du in diesem Beitrag von Luca. Die Kurzversion:
Die Subpixel-Struktur von bisherigem WOLED und QD-OLED führt bei Monitoren zu einem Problem: Windows und MacOS sind auf die Subpixel-Anordnung klassischer LCDs ausgelegt – Rot, Grün, Blau nebeneinander. Text wird so gerendert, dass er in diese Struktur passt. Hat ein Monitor ein anderes Subpixel-Layout, entstehen an Kanten mit hartem Kontrast unschöne Farbsäume. Das reduziert besonders bei Text die wahrgenommene Bildschärfe.

In den letzten Jahren wechselte LG Display deshalb zu einer neuen Anordnung seiner vier WOLED-Subpixel: von Rot, Weiss, Blau, Grün (RWBG) zu RGWB. Das ist bereits näher am LCD-Layout (RGB) und sorgt für weniger Farbsäume – also schärferen Text. Samsung wechselte seinerseits von diamantförmigen zu rechteckigen Subpixeln. Perfekt ist aber keine dieser Lösungen.

Womit wir bei den neu angekündigten Panels wären. Sie haben die genau gleiche Subpixel-Struktur wie LCD: Rot, Grün, Blau, streifenförmig nebeneinander angeordnet. LG nennt das «RGB stripe WOLED», Samsung «V-Stripe QD-OLED».

Warum hat man das nicht von Anfang an gemacht? Bei QD-OLED wollte Samsung die Distanz zwischen den Subpixeln maximieren, um die Abwärme optimal zu verteilen. Nun ist es dem Hersteller laut eigenen Angaben gelungen, durch Optimierungen des Materials die Haltbarkeitsprobleme so weit zu kompensieren, dass V-Stripe QD-OLED möglich wird.
Bei WOLED musste LG bisher die Helligkeit priorisieren. Denn selbst mit dem weissen Subpixel lagen bildfüllend nur rund 250 Nits drin. Nun wechselt LG aber zur neuen Tandem-WOLED-Hintergrundbeleuchtung. Dabei werden mehrere OLED-Ebenen gestapelt. So erreicht ein Panel mit RGWB-Layout eine Vollbild-Helligkeit von etwa 380 Nits. Ein solches steckt zum Beispiel in LGs neuem 39GX950B.

RGB stripe WOLED ist eine andere Möglichkeit, die zusätzliche Strahlkraft von Tandem WOLED zu nutzen. Hier wird diese nicht in mehr Spitzenhelligkeit von Weiss umgewandelt, sondern in das perfekte Subpixel-Layout. Weil das mehr Licht frisst, hat RGB stripe WOLED wieder nur eine maximale Helligkeit von 250 Nits. Bei 10 Prozent APL sind es 500 Nits, bei 1,5 Prozent APL 1000 Nits.
Bei WOLED hat das fehlende weisse Subpixel neben der besseren Textschärfe einen zweiten Vorteil, den QD-OLED schon vorher hatte: eine bessere Darstellung von hellen Farben. Bei WOLED mit weissem Subpixel fällt die Sättigung ab, je heller eine Farbe wird, weil das weisse Licht sie überstrahlt. Das passiert bei RGB stripe WOLED nicht mehr.
LG hat die neue Subpixel-Struktur in einem Panel mit einer Diagonale von 27 Zoll und einer 4K-Auflösung vorgestellt. Neu für WOLED ist hier auch die Pixeldichte. Sie beträgt 166 Pixel pro Zoll (ppi). QD-OLED-Monitore mit dieser Pixeldichte sind bereits auf dem Markt. Die Bildfrequenz liegt bei 240 Hertz. Das Panel wird sich also auch für Gaming eignen. Wann und bei welchem Hersteller es den Weg in einen fertigen Monitor schafft, ist noch nicht bekannt.

Samsung präsentiert V-Stripe QD-OLED in einem Ultrawide-Panel im 21:9-Format. Es hat eine Diagonale von 34 Zoll, eine Bildfrequenz von 360 Hertz und eine HDR-Spitzenhelligkeit von 1300 Nits. Vollbildhelligkeit und Auflösung bleiben unklar, letztere dürfte aber bei 3440 × 1440 Pixel liegen (Pixeldichte von 110 ppi). Nach Angaben des Unternehmens wird das Panel bereits seit Dezember 2025 an Monitorhersteller ausgeliefert. Darunter Asus, Gigabyte und MSI. Bisher hat weder einer dieser Hersteller noch Samsungs eigene Monitor-Abteilung ein konkretes Modell vorgestellt.
Mein Fingerabdruck verändert sich regelmässig so stark, dass mein MacBook mich nicht erkennt. Der Grund: Sitze ich nicht vor einem Bildschirm oder stehe hinter einer Kamera, hänge ich oft an den Fingerspitzen in einer Felswand.
Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.
Alle anzeigen