SBTi: CO2-Nulldiät unter wissenschaftlicher Aufsicht
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SBTi: CO2-Nulldiät unter wissenschaftlicher Aufsicht

Tobias Billeter
Tobias Billeter
Zürich, am 10.02.2022
Bilder: Thomas Kunz

Den Klimafussabdruck bis 2050 auf Netto-Null abzusenken, dafür braucht es einen strengen CO2-Diätplan. Um die vielen Treibhausgas-Tonnen loszuwerden, haben wir uns einer wissenschaftsbasierten Weight Watcherin anvertraut – der Science Based Targets Initiative. Und die kennt kein Pardon!

Januar ist der Fastenmonat schlechthin. Nach unzähligen Weihnachts-Apéros, der obligaten Völlerei und einer alkoholgeschwängerten Silvesterwoche zum Abschluss können gute Vorsätze fürs neue Jahr nicht schaden. So auch bei Digitec Galaxus. Schon im November 2021 haben wir unseren Entschluss kommuniziert, die betriebseigenen Emissionen innerhalb von acht Jahren mindestens zu halbieren. Und seit 1.1.2022 kompensieren wir den betrieblichen Klimafussabdruck zu 100 Prozent.

Die Community zeigte sich ob besagter Ankündigung sehr diskussionsfreudig und kommentierte die News in über 190 Posts. Das ist alles andere als eine Überraschung. Laut einer aktuellen GfK-Studie ist die Nachhaltigkeit in unseren Breitengraden das Top-Thema schlechthin. Über zwei Drittel der Deutschen fordert von den Unternehmen, sich möglichst umweltbewusst zu verhalten. In der Schweiz dürfte dieser Prozentsatz ähnlich hoch sein. Onlinehändler haben also reichlich gute Gründe zu handeln – schnell und entschieden. Gemeinsam mit unserer Konzernmutter Migros haben wir uns der international anerkannten Klima-Diät, der Science Based Targets Initiative (SBTi), verschrieben. Ich erläutere euch hier, was hinter den vier Buchstaben steht und warum besagte Entschlackungskur auch für uns die passende ist.

Wer steht hinter unserem CO2-Weight-Watcher SBTi?

Die treibende Kraft hinter SBTi sind internationale Organisationen und Denkfabriken, die sich intensiv mit der Eindämmung des Klimawandels auseinandersetzen. Mit von der Partie sind etwa das Carbon Disclosure Project (CDP), das World Ressources Institut (WRI) und der WWF. Sie alle verfügen über ausgewiesenes wissenschaftliches Know-how und haben für Unternehmen Methoden entwickelt und Kriterien festgelegt, mit denen effektiv Emissionen reduzieren werden. Selbstverständlich prüfen sie auch, ob die Unternehmen ihre Ziele erreichen.

SBTs heissen die Ziele der CO2-Entschlackung

Science-based Targets (SBTs) sind unternehmerische Klimaziele, die sich am Pariser Klimaabkommen orientieren und auf harten Kriterien der Klimawissenschaft fussen. Im Zentrum der Initiative steht die Frage: Wie schaffen wir es, möglichst schnell möglichst viele Klimagasemissionen aus unserer Wertschöpfungskette zu verbannen – von der Gewinnung der Rohstoffe, über die Produktion, den Verkauf und die Lieferung bis hin zur Entsorgung der Produkte.

Der drastische Klima-Diätplan umfasst betriebliche (Scope 1 und 2) sowie nicht-betriebliche Treibhausgasemissionen und Emissionen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3). Letztere fallen bei den Herstellern der Produkte an. Kurzum: Nicht nur die Love-Handles an der Hüfte müssen weg, sondern wir sagen allen Fettreserven den Kampf an. Ein Dry-January, Schonkost oder Selbsthypnose reichen nicht aus. Her muss ein langfristiger Entschlackungsplan mit fixen Meilensteinen und den entsprechenden Kontrollen.

«Liefere statt lafere»

Damit die Klimagas-Fastenkur von den SBTi-Wissenschaftlern offiziell anerkannt und überwacht wird, schlagen die Unternehmen den Initianten konkrete und detaillierte Reduktionsziele vor. Diese basieren auf dem nach klaren Kriterien erhobenen Klimafussabdruck und berücksichtigen globale Entwicklungen sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Ein grosser Unterschied zur herkömmlichen Klimakompensation über CO2-Zertifikate ist folgender: Die von SBTi eingeforderten Reduktionsziele werden innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette vollbracht. Das heisst: Nicht nur im eigenen Betrieb müssen wir beim Ausstoss von CO2-Tonnen kräftig abspecken. Sondern es liegt auch an uns, dafür zu sorgen, dass die Hersteller der in unseren Shops verkauften Produkte ein Netto-Null-Ziel bis 2050 anstreben.

Mit der Verpflichtung zu SBTi sind wir alles andere als allein. Namhafte Lieferanten wie Microsoft, Miele oder Mammut haben ihre Null-Diät bis 2050 bereits öffentlich kommuniziert und gehen bei der Erreichung der Pariser Klimaziele in die Offensive. Und das ist auch dringend nötig. Denn über 98% aller Klimagasemissionen innerhalb unserer Wertschöpfungskette entstehen bei der Rohstoffgewinnung, der Produktion sowie beim Gebrauch und der Entsorgung der Produkte.

  • Hinter den KulissenNachhaltigkeit

    Klimaneutralität: Digitec Galaxus ist ab 2022 eine Nullnummer

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Tobias Billeter
Head of Corporate Communications
tobias.billeter@digitecgalaxus.ch

Mitarbeitende und Medien auf dem Laufenden zu halten, das ist mein Job. Ohne reichlich frische Luft geht bei mir allerdings nix! In der Natur hole ich mir den langen Atem, um stets dran zu bleiben. Und beim Jazz die Ruhe, um meine Teenager zu bändigen.


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