
So baust du dir eine eigene Ladestation hinter dem Sofa
Unser Sofa ist zu einem Campingplatz für Smartphones, Laptops und Game-Controller verkommen. Mit etwas Holz, Farbe und einem 3D-Drucker baue ich mir eine elegantere Lösung.
Es fing an mit einem kleinen USB-C-Netzteil mit vier Ports. Mittlerweile hängt hinter unserem Sofa in einer mit Kabelbindern befestigten Kunststoffschale ein 200-Watt-Netzteil mit sechs Kabeln. An denen tankt fast zu jeder Tageszeit eine Handvoll Geräte Strom. Das sieht unschön aus und belegt zudem einen ganzen Sitzplatz. Viel besser wäre eine diskrete Ablage hinter dem Sofa, die breit genug für Smartphones ist, welche ich an einem versenkten Netzteil laden könnte. Da es so etwas Spezifisches nicht zu kaufen gibt, baue ich mir das Möbel selbst.

Material besorgen und 3D-Drucken
Unser Sofa steht vor einer Wand. Das ist die Voraussetzung für diese Variante. Neben einem versenkten USB-C-Netzteil plane ich zusätzlich eine Steckerleiste ein – für den Fall, dass ich einmal ein Gerät mit Strom versorgen muss, das keinen USB-Anschluss besitzt.
Ich will die Konstruktion möglichst schmal halten, damit das Sofa nicht unschön vorsteht, und so tief, dass sie von vorn nicht sofort sichtbar ist. Bei unserem Sofa sind die Polster um einiges höher als die Rückwand. Ich plane die Ablage darum so, dass sie darauf aufliegt. So wird sie von den Polstern verdeckt und ich gewinne Platz, ohne das Sofa weiter von der Wand wegrücken zu müssen.
Meine Ablage wird so lang wie mein Sofa, nämlich rund drei Meter und zwölf Zentimeter breit. Das ist breit genug, um auch grosse Smartphones der Länge nach drauflegen zu können. Mit dem 3D-Drucker drucke ich mir zwei Kunststoff-Halterungen für das USB-C-Netzteil und die Steckerleiste. Mit «ich» meine ich meinen Bruder. Es braucht zwar keinen Ingenieur, um so etwas zu designen, aber es hilft, wenn man einen in der Familie hat. Die Halterungen konzipiert er so, dass die Lüfter des Netzteils frei bleiben.

Beim Holz entscheide ich mich für 18 Millimeter dicke Leimholzplatten, die ich mir direkt im Baumarkt zuschneiden lasse. Vier Stahlwinkeln tragen die Ablage. Eine leichtere Konstruktion würde reichen. Aber bei Kindern, die auf dem Sofa herumturnen, gehe ich lieber auf Nummer sicher.
Sägen, schleifen und streichen
Für die Halterungen des Netzteils und der Steckerleiste säge ich mit der Stichsäge zwei Öffnungen aus. Da ich zu knapp messe, muss ich mit der Raspel nachhelfen, damit sie reinpassen. Jetzt klemmen sie so fest, dass ich mir die Schrauben sparen kann.

Danach streiche ich das Ganze weiss, damit es farblich ins Wohnzimmer passt. Zusätzlich bohre ich ein einzelnes Loch für mein optisches USB-C-Kabel. Daran schliesse ich einen Controller für meinen PC an.

Damit das Kabel nicht zurück durch das Loch fällt, druckt mir mein Bruder einen Pfropfen, in den ich das Kabel einfädle und der die Öffnung verkleinert.

Nun fehlt nur noch eine Blende, damit das Ganze auch von der Seite eine gute Figur macht. Damit sie bündig an der Wand liegt, säge ich auf der Unterseite ein Stück weg. Sonst steht sie an der Sockelleiste an. Und weil die Blindabdeckung der Steckdose natürlich genau auf Blendenhöhe ist, kommt erneut die Raspel zum Einsatz. Die Blende und die Ablage verschraube ich mit einem Stahlwinkel. Das gibt zusätzlichen Halt, falls doch mal ein Kind daraufsteht – was bei meinen Kindern nur eine Frage der Zeit ist.

Damit ist meine kleine Konstruktion fertig. Ich schiebe das Sofa zurück an die Wand und erfreue mich an meinem Werk. Von der Ablage ist kaum etwas zu sehen. Nur die längeren Ladekabel schauen etwas heraus. Wollte ich auch das verhindern, müsste ich das Netzteil unterhalb der Ablage montieren und die Kabel einzeln durch das Pfropfen-System nach oben führen – ähnlich wie beim optischen USB-Kabel. Das Problem: Ich könnte dann keine Kabel mehr umstecken, ohne jedes Mal das Sofa zu verschieben. Darum bleibe ich bei meiner Variante. Sie lässt mir mehr Flexibilität.

Ich überlege mir, noch eine Halterung zu drucken, um Notebooks oder Handhelds während des Ladens aufstellen zu können. Momentan lehnen sie an der Wand. Ansonsten bin ich zufrieden mit meinem Werk. Das Sofa sieht deutlich aufgeräumter aus. Gekostet hat es mich hauptsächlich Zeit, und auch davon nicht allzu viel.
Was hältst du von meiner Lösung? Gibt es noch eine bessere Variante oder wie versteckst du deinen Kabelsalat?
Als Kind durfte ich keine Konsolen haben. Erst mit dem 486er-Familien-PC eröffnete sich mir die magische Welt der Games. Entsprechend stark überkompensiere ich heute. Nur der Mangel an Zeit und Geld hält mich davon ab, jedes Spiel auszuprobieren, das es gibt und mein Regal mit seltenen Retro-Konsolen zu schmücken.
Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.
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