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Ratgeber

So schmierst du die Gewindestangen deines 3D-Druckers

Kevin Hofer
29.8.2026

Die Gewindestangen eines 3D-Druckers brauchen immer mal wieder neues Fett. Ich zeige dir, wie ich Stangen und Lager reinige und schmiere.

Seit Tagen nervt mich mein Bambu Lab P2S mit einer Warnmeldung: Die Gewindestangen brauchen neues Schmiermittel. Ich habe das erst mal weggeklickt, so wie ich das früher bei Windows-Updates gemacht habe. Aber irgendwann ist genug und ich nehme mir die Zeit, das Ding endlich zu pflegen. Grundsätzlich funktioniert das bei jedem Drucker gleich. Du kannst dieser Anleitung also auch folgen, wenn du ein anderes Modell besitzt.

Die Gewindestangen wollen ab und zu geschmiert werden.
Die Gewindestangen wollen ab und zu geschmiert werden.

Wieso überhaupt schmieren?

Ein 3D-Drucker bewegt seinen Druckkopf und das Bett über Gewindestangen, glatte Führungsstangen und diverse Lager. Diese mechanischen Bauteile reiben bei Bewegung, wodurch sie sich abnutzen können. Kein oder zu wenig Schmiermittel erzeugt nicht nur nervige Geräusche, sondern führt auf Dauer auch zu ungenauen Drucken: Die Achsen bewegen sich nicht mehr sauber. Deshalb lohnt es sich, regelmässig neu zu schmieren.

Das Werkzeug bereitlegen

Bevor ich anfange, lege ich alles parat, was ich brauche: Ein Mikrofasertuch, Isopropylalkohol, Schmierfett für die Gewindestangen und ein Öl für die Führungsstangen und Lager.

Alles, was ich für die Wartung meines Druckers brauche.
Alles, was ich für die Wartung meines Druckers brauche.

Die Gewindestangen reinigen und schmieren

Zuerst fahre ich das Druckbett per Touchscreen ganz nach unten, damit ich an die Gewindestangen herankomme. Mit dem Putztuch und wenig Isopropylalkohol wische ich den ganzen Dreck und die alte, verhärtete Fettschicht von den Stangen ab.

Vor dem Schmieren wische ich die alte, verkrustete Fettschicht von der Gewindestange.
Vor dem Schmieren wische ich die alte, verkrustete Fettschicht von der Gewindestange.

Falls eine Stange richtig übel aussieht, lasse ich den Drucker die Achse minimal hoch- und runterfahren, während ich wische. So drehen sich die Stangen und ich komme rundherum an Stellen, die sonst schwer zugänglich sind.

Dann trage ich alle paar Zentimeter einen kleinen Klecks Fett auf. Wichtig: nicht übertreiben. Zu viel Fett zieht nur zusätzlichen Staub an und bringt keinen Vorteil. Bei der hinteren Stange komme ich mit dem Schlauch der Fetttube schlecht hin, da hilft nur der Finger.

Etwas Fett alle paar Zentimeter reicht. Hier habe ich schon fast zu viel aufgetragen.
Etwas Fett alle paar Zentimeter reicht. Hier habe ich schon fast zu viel aufgetragen.

Lager nicht vergessen

Unten an jeder Gewindestange sitzt ein kleines Lager. Dort gebe ich einen Tropfen Öl hinein. Nach dem Ölen fahre ich das Bett rauf und runter, damit sich das Öl im Lager und an den Gewindestangen verteilen kann. Sammelt sich überschüssiges Fett beim Befestigungsmechanismus des Druckbetts an, wische ich dieses mit einem Tuch weg.

Ein Tropfen Öl direkt ins Lager unter der Gewindestange.
Ein Tropfen Öl direkt ins Lager unter der Gewindestange.

Druckkopf-Schienen ölen

Als Nächstes schalte ich den Drucker aus, damit ich den Druckkopf von Hand bewegen kann. Alle glatten Rundstähle, auf denen der Druckkopf läuft, wische ich mit Alkohol auf beiden Seiten sauber. Anschliessend kommt ein dünner Ölfilm drauf.

Auf die Druckkopf-Schienen gebe ich Öl.
Auf die Druckkopf-Schienen gebe ich Öl.

Ich schiebe den Druckkopf ganz auf die eine Seite, reinige die freiliegende Stange, schiebe ihn dann auf die andere Seite und mache dort weiter. So erwische ich jeden Zentimeter, auch die Stelle, die vorher unter dem Druckkopf versteckt war.

Nach der Ölung: Kalibrieren nicht vergessen

Nach dem Schmieren ist die Arbeit noch nicht ganz fertig. Ich gehe im Menü auf Kalibrierung, dann auf Druckkalibrierung, lasse alles auf Standard und starte den Vorgang. So gehe ich sicher, dass der Drucker beim nächsten Druck korrekt eingestellt ist. Macht dein Drucker das nicht automatisch, musst du ihn manuell neu kalibrieren.

Nach etwa 20 Minuten läuft mein P2S wieder geschmeidig und die nervige Nachricht ist vom Display verschwunden. Ich nehme mir jetzt vor, das regelmässig zu machen, damit mein 3D-Drucker auch noch lange sauber läuft.

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Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.


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