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News & Trends

Sony entfernt Hunderte gekaufte Filme aus Playstation-Bibliotheken

Kim Muntinga
29.6.2026

Sony entfernt Hunderte gekaufte Filme aus britischen Playstation-Bibliotheken. Die Schweiz ist nicht betroffen. Der Fall zeigt dennoch, wie wenig dauerhaft digitaler Besitz sein kann.

Du kaufst einen Film, bezahlst den vollen Preis und findest ihn anschließend in deiner digitalen Bibliothek. Jahre später verschwindet er trotzdem. Genau das passiert ab dem 1. September 2026 einigen Playstation-Nutzern in Großbritannien.

Sony entfernt dort 551 Einträge des Filmverleihers Studiocanal aus den persönlichen Videobibliotheken. Betroffen sind zuvor gekaufte Filme und Serienstaffeln, darunter «Terminator 2», «Apocalypse Now: The Final Cut», «Hot Fuzz», «Moonlight», «Paddington» und mehrere «Rambo»-Filme. Die vollständige Übersicht findest du hier.

Sony nennt als Grund auslaufende Lizenzvereinbarungen mit Studiocanal. Eine Erstattung oder andere Entschädigung erwähnt das Unternehmen nicht. Besonders ironisch: Die Benachrichtigungs-E-Mail an betroffene Nutzer endete mit dem Playstation-Slogan «Play has no limits».

Für die Schweiz hat Sony bislang keine entsprechende Löschung angekündigt. Der frühere Playstation-Videodienst war hier jedoch ebenfalls verfügbar, sodass auch Schweizer Nutzer digitale Filme über Sonys Plattform kaufen konnten. Deutschland und Österreich waren bereits 2022 von einem vergleichbaren Fall betroffen.

Schon 2022 verschwanden gekaufte Filme

Der aktuelle Fall ist kein Einzelfall. Sony entfernte bereits am 31. August 2022 gekaufte Studiocanal-Inhalte aus den Bibliotheken deutscher und österreichischer Nutzer.

In Deutschland umfasste die Liste 314 Einträge, in Österreich 137. Darunter befanden sich Filme wie «John Wick», «La La Land», «Die Tribute von Panem», «Paddington» und mehrere Teile der «Saw»-Reihe.

Besonders heikel war, dass Sony den Verkauf und Verleih von Filmen über den Playstation Store erst ein Jahr zuvor eingestellt hatte. Damals erklärte das Unternehmen, frühere Käufe blieben weiterhin abrufbar. Für die betroffenen Studiocanal-Titel galt dieses Versprechen wenig später nicht mehr.

«Kaufen» heißt nicht automatisch besitzen

Der Fall zeigt den Unterschied zwischen einem physischen und einem digitalen Kauf. Eine Blu-ray bleibt in deinem Regal, selbst wenn der Händler seinen Vertrag mit dem Filmstudio beendet. Bei digitalen Inhalten erwirbst du dagegen meist eine Lizenz, die an dein Konto, die Plattform und deren Vereinbarungen mit den Rechteinhabern gebunden ist. Dass die Bezeichnung «Kaufen» dabei irreführend sein kann, führte bei Ubisoft bereits zu einer Klage.

Das betrifft grundsätzlich auch Games. Zwar bleiben aus dem Verkauf genommene Titel für frühere Käufer meist verfügbar. Benötigen sie jedoch Server, eine Online-Aktivierung oder zusätzliche Downloads, kann ihre Nutzung trotzdem eingeschränkt werden oder vollständig wegfallen. Welche Nachteile die zunehmend digitale Spielewelt für Käufer mit sich bringt, ordnet mein Kollege Philipp in seinem Kommentar ein.

Titelbild: Thrive Studios ID / Shutterstock

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