Stiftung Warentest warnt vor Bechern aus Bambus

Stiftung Warentest warnt vor Bechern aus Bambus

Vanessa Kim
Vanessa Kim
Zürich, am 23.07.2019
Stiftung Warentest hat Mehrwegbecher aus Bambus getestet. Die nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Plastikbechern ist bloss Schall und Rauch.

Ohne einen «Coffee to go» geht für viele Berufstätige gar nichts. Der Weg ins nächstgelegene Kaffeehaus ist vor der Arbeit ein Muss. Die vielen Kaffeebecher, die täglich im Müll landen, sind ein unschöner Nebeneffekt. Da der Umweltgedanke hierzulande einen immer grösseren Stellenwert hat, und sich immer mehr Menschen Gedanken zu Littering machen, stehen bei der Bevölkerung Mehrwegbecher hoch im Kurs. Auch Kaffeeketten begrüssen diesen Ansatz und geben Kunden, die einen eigenen Becher mitbringen, Rabatt auf's Heissgetränk. Nun hat Stiftung Warentest aufgedeckt, dass ausgerechnet der Bambusbecher, die vermeintlich nachhaltige Alternative zum Plastikbecher, alles andere als gesund sein soll.

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Der Coffee to go ist mittlerweile auch bei Schülern ein fester Bestandteil vom Znüni.

Das Urteil ist vernichtend

In allen der getesteten Bambusbecher befand sich Melaminharz, ein Bestandteil von Klebstoffen, der für das Formen von Bambusfasern respektive Bambuspulver benötigt wird. An und für sich ist Melaminharz kein gesundheitsgefährdender Stoff, solange er nicht erhitzt wird. Ausser im Fall von besagten Mehrwegbechern, die mit Heissgetränken wie Kaffee oder Tee in Berührung kommen. Durch das Erhitzen gehen Schadstoffe in die Flüssigkeit über, die wir trinken. Schlimmer noch: Je öfter der Becher erhitzt wird, desto mehr Schadstoffe gelangen in den Kaffee. Das Urteil von Stiftung Warentest könnte nicht deutlicher sein:

«Lassen Sie die Finger von Bambusbechern. Aus mehr als der Hälfte der getesteten Becher gehen sehr hohe Mengen Melamin ins Getränk über. Die übrigen Becher erwecken fast alle mit falschen Werbe­versprechen den Eindruck, mit dem Kauf würden Nutzer ein reines Bambus­produkt erwerben oder der Umwelt einen Dienst erweisen. Verwenden Sie für Heiss­getränke unterwegs Mehr­wegbecher aus anderen Materialien als Bambus.»

Dasselbe gilt übrigens auch für die Anwendung in der Mikrowelle. Zu den Langzeitfolgen zählen neben Erkrankungen des Blasen- sowie Nierensystems, Reizungen der Atemwege, Augen und Haut. Durch das Einatmen besteht sogar Krebsrisiko.

Greenwashing at its best: Wenn du nun denkst, dass du mit einem Bambusbecher zumindest für die Umwelt etwas Gutes tust, irrst du dich. Reiner Bambus ist zwar biologisch abbaubar, nicht aber das fertige Produkt. Wirfst du deinen Mehrwegbecher nämlich auf den Kompost, passiert nichts. Im Gegenteil: Er würde dich wahrscheinlich überleben.

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Vanessa Kim
Vanessa Kim

Editor, Zürich

Wenn ich mal nicht als Open-Water-Diver unter Wasser bin, dann tauche ich in die Welt der Fashion ein. Auf den Strassen von Paris, Mailand und New York halte ich nach den neuesten Trends Ausschau und zeige dir, wie du sie fernab vom Modezirkus alltagstauglich umsetzt.

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