Meinung

Tocsen – der Sturzsensor, der Hilfe ruft, wenn's kracht

Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
22.09.2022

Alleine mit dem Bike unterwegs zu sein ist schön. Es kann aber auch gefährlich werden, zum Beispiel bei einem Sturz. Hier kommt Tocsen ins Spiel. Das System aus Sturzsensor und App ruft um Hilfe, wenn der gestürzte Biker es selbst nicht mehr kann.

Velofahren macht Spass. Am liebsten bin ich alleine unterwegs. In der Gruppe zu biken ist auch schön, aber immer mit Kompromissen verbunden. Der eine braucht eine Pause, die andere will unbedingt noch diesen einen Trail fahren und so weiter. Bin ich alleine unterwegs, kann ich mich voll auf meine Bedürfnisse konzentrieren. Das ist cool, kann aber auch gefährlich sein. Das habe ich kürzlich wieder einmal am eigenen Leib zu spüren bekommen, als mich eine wild gewordene SUV-Fahrerin beinahe über den Haufen gekarrt hat. Und dann einfach davon gefahren ist.

  • Meinung

    Ohne das Varia Rücklicht von Garmin fühle ich mich nackt auf meinem Velo

    von Patrick Bardelli

Dieser Zwischenfall hat mich nachdenklich gemacht. Darum habe ich mir das smarte Rücklicht von Garmin mit Videofunktion besorgt, in der Hoffnung, dass es solche Zwischenfälle aufzeichnet. Seither bin ich mit einem besseren Gefühl unterwegs, auch wenn das Teil einen Unfall nicht verhindern kann. Schon klar.

Was wäre, wenn ...?

Aber was passiert, wenn ich mit dem MTB oder dem Gravelbike alleine im Wald unterwegs bin, es mich hinhaut und niemand weit und breit da ist, um allenfalls Erste Hilfe zu leisten? Hier setzt Tocsen an. Das System aus Sturzsensor und App ruft um Hilfe, wenn der gestürzte Radfahrer es selbst nicht mehr kann. Erkennt der Sensor einen Sturz, fragt er beim User nach, ob alles in Ordnung ist. Kommt keine Antwort, setzt die App einen Notruf an Notfallkontakte und Tocsen User in der Nähe ab.

Es gibt eine ganze Reihe Velohelme, die einen Sturzsensor fix verbaut haben. Meine Modelle von Lazer und Giro, mit denen ich in der Regel unterwegs bin, gehören nicht in diese Kategorie. Also habe ich mir den Tocsen Sturzsensor separat beschafft und am Helm angebracht.

Kleiner Knopf mit hoffentlich grosser Wirkung im Notfall.
Kleiner Knopf mit hoffentlich grosser Wirkung im Notfall.

So funktioniert das Tocsen System

In der kostenlosen App muss der Tocsen Sensor eingerichtet und die persönlichen Notfallkontakte eingetragen werden. Kontakte, die die App nicht ebenfalls heruntergeladen haben und über diese benachrichtigt werden können, erhalten im Notfall eine SMS. Zum Verbinden und Aktivieren muss der Sensor geschüttelt werden. Danach kann es losgehen – egal ob auf dem Velo, den Skiern oder auch auf dem Ross. Bei einem Sturz fragen Sensor und App akustisch nach, ob alles okay ist. Reagiert der Fahrer nicht, wird nach 30 Sekunden das Notrufsystem aktiviert und alle Notfallkontakte und auch alle Tocsen Member, die sich in der Nähe befinden, alarmiert, GPS Koordinaten inklusive.

Drei Modi stehen in der App zur Verfügung: Aktiv, Standby und Aus. Der erste Modus aktiviert den Sensor, Standby deaktiviert ihn, um Strom zu sparen, Aus trennt die Verbindung komplett und du empfängst keine Notrufe der Community in der Nähe mehr. Der Akku soll mit einer vollständigen Ladung dank Bluetooth Low Energy bis zu drei Monate durchhalten.

Übrigens: Auch ohne Tocsen Sensor kann jemand per App der Community beitreten und im Notfall helfen.

Meldung per SMS ...
Meldung per SMS ...
... oder über die App.
... oder über die App.

Sicherheit ist subjektiv

Es gibt keine absolute Sicherheit. So viel ist sicher. Weder ein smartes Rücklicht am Bike noch ein kleiner Knopf am Helm können einen schlimmen Unfall verhindern. Sie können aber die Folgen allenfalls mildern. Erfolgt die Rettung möglichst schnell, steigt die Überlebenschance. Und dann ist da noch die Sache mit dem subjektiven Empfinden. Fühle ich mich mit diesen Gadgets auf dem Bike sicherer? Ja, tue ich. Gehe ich deswegen ein grösseres Risiko beim Fahren ein? Nein, tue ich nicht. Denn das wäre objektiv gesehen unvernünftig.

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Patrick Bardelli

Es zählt nicht, wie gut du bist, wenn du gut bist. Sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.


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