Twitch-Streamerin sucht Gamer-PC und die digitec Community eilt zu Hilfe
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Twitch-Streamerin sucht Gamer-PC und die digitec Community eilt zu Hilfe

Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Zürich, am 11.11.2016
Der alte PC macht langsam schlapp und besonders beim Streamen von Games zeigen sich deutliche Alterserscheinungen? Zeit für ein Upgrade. Aber was soll man sich kaufen und wer baut das Ganze zusammen? Diese Frage hat sich auch digitec-Userin Nadine Luccarini gestellt. Uns erzählt sie, wie sie in der digitec-Community Hilfe fand und auf was man achten muss, wenn man selber streamen möchte.

Die digitec-User bilden eine eingeschweisste Community. Ob durch Produktbewertungen, mit Tipps beim Hardwarekauf oder Zusammenbau von neuer Ausrüstung; irgendjemand weiss immer Rat. Kein Wunder, richten sich tausende von Kunden vertrauensvoll an unsere Community. So auch die 23-jährige Nadine Luccarini, als sie vor der Entscheidung stand, einen neuen Streaming-PC zusammenzustellen. Auf der Streaming-Plattform Twitch ist sie besser bekannt als Xephira. Hilfesuchend wandte sie sich an die digitec-User und löste damit eine fast nicht enden wollende Diskussion aus. Eine helfende Hand fand sie dabei auch.

Wieso hast du dich gerade von der digitec Community beraten lassen? Nadine Luccarini [Xephira]: Ich habe schon öfters Beiträge zu solchen Fragen bei euch gelesen und fand, man bekommt wirklich gute Antworten und Hilfe wenn man ein Problem hat. Ich habe explizit in der Schweiz Hilfe gesucht, weil ich jemanden brauchte, der mir beim Bau und beim Aussuchen helfen konnte. Ich wusste genau, selber fehlen mir die nötigen Kenntnisse, die ich für einen PC mit einem selbst konstruierten Wasserkühlungskreislauf brauchte.

Jules (ebenfalls ein digitec User und besser bekannt als JCPC) hat mir dann in der Diskussion geantwortet. Ich sah ihn bereits bei anderen Beiträgen kommentieren und habe eigentlich nur darauf gewartet, dass er mir schreibt. Vorher habe ich mich natürlich selber über Hardware schlau gemacht. Zwischendurch habe ich Sub-Zero (Kompressorkühlung) als Lösung in Betracht gezogen. Aber dafür bräuchte es einen Motor und dies sei auch nicht für die permanente Benutzung gedacht. Eher Benchmarks und Overclocking. Die Lautstärke wäre ebenfalls ein Problem gewesen und beim Streamen nicht praktikabel.

Und so sieht Nadines neuer Gamer-PC aus.

Für dein ganzes Setup hast du 4500 Franken ausgegeben. Ist das nötig? Letztes Jahr haben mir Zuschauer beim Streamen Geld gespendet, damit ich mir ein besseres Streaming-Equipment leisten konnte. Damals streamte ich noch mit einem Medion-PC von digitec für rund 1500 Franken. Die Qualität hatte merklich gelitten und meine Ansprüche sind auch gewachsen. Der Rest des Equipments hat sich nach und nach angehäuft. Alles auf einmal wäre schon eine ziemliche Summe gewesen. Von den alten Sachen habe ich bisher nichts weggeworfen. Sogar mein fünfjähriger Monitor ist noch in Betrieb.

Ursprünglich wollte ich zwei Nvidia Titan X einbauen und einen i7 6950X usw., aber ich entschied mich dann doch, das Budget auf 4500 Franken zu limitieren. Fürs Streamen und Rendern von wenigen Aufnahmen reicht auch eine günstigere Maschine noch locker aus. Mit dem neuen Setup kann ich «GTA V» auf 2560x1440p mit 80fps laufen lassen. Der Stream läuft mit 40fps. Eine höhere Framerate könnte für die Zuschauer zum Nachteil werden, bezüglich deren Downloadgeschwindigkeiten.

Wasserkühlung war natürlich ein Muss.

Bezogen aufs Streamen, halte ich mir einige Möglichkeiten offen, denn unter meinem Tisch steht eine PS4 und noch zwei weitere PCs. Den Medion-PC und die PS4 werden immer noch ab und zu benutzt, wenn ich Besuch habe und dieser mit mir zocken möchte.

Wie oft streamst du? Das ist jetzt grad ein bisschen peinlich. Ich streame zurzeit nur ein paar Mal im Monat. Das letzte Mal, war vor etwa zwei Wochen. Direkt vor unserem Gespräch hatte ich das neue Setup zum ersten Mal zum Streamen getestet. Ich habe auch sonst einfach viel um die Ohren. Dazu kommt, dass ich momentan recht intensiv «League of Legends» trainiere und während dem Trainieren möchte ich nicht streamen. Denn man muss sich beim Streamen gleichzeitig um die Unterhaltung kümmern und das lenkt ab. Erst wenn ich richtig gut bin, will ich wieder «League of Legends» streamen. Ich muss mal schauen, ob ich in der Zwischenzeit andere Sachen streame.

Wie gut bist du in «League of Legends»? Ich bin derzeit in Platin 5 und in dieser Season (jedes Jahr müssen die Ränge neu erarbeitet werden) aufgestiegen von Silver 5. Das liegt zwischen Anfänger und Pro. Mal schauen, wie weit ich es bringe. Das Ziel ist noch nicht fix. Ich spiele League momentan täglich zwei bis drei Stunden. Am Wochenende sinds schnell mal 5 bis 15 Stunden am Tag.

Versuchst du Profi zu werden? Eher nicht, zwar war ich vor kurzem daran, Anschluss an ein Team zu suchen, jedoch sind deren Ansprüche noch etwas höher und mein Rang zu tief. Dennoch versuche ich mich weiterhin auf der Rangliste nach oben zu kämpfen und dann sehe ich, ob Profi zu sein wirklich etwas für mich ist.

Nadine während einer ihrer Twitch-Streams.

Wie lange streamst du schon regelmässig? Seit bald zwei Jahren. Zwischendurch habe ich bei Twitch einen neuen Account erstellt und musste dadurch mit den Abonnenten wieder von null beginnen. Am Anfang meines Streams hatte ich nur mit Musik im Hintergrund übertragen, ohne Stimme und Kamera. Dies habe ich dann mit dem neuen Account geändert.

Begonnen hat es, als ich mit einem Charakter (Katarina) in «League of Legends» sehr gut spielen konnte. Da ich selten andere Spieler sah, die mit Katarina gut spielen konnten, wollte ich den Leuten mein Gameplay und meine Spielweise mit «Kata» zeigen. Natürlich machte es Spass, als sich die ersten Zuschauer im Chat mit mir unterhalten hatten. Mit dem neuen Account und der neuen Art des Streams begann ich auch andere Spiele zu übertragen. Eigentlich alles, was ich gerade Spielen möchte, wird auch gestreamt.

Was braucht man, um beim Streamen erfolgreich zu sein? Motivation und ein dickes Fell! Besonders auf Twitch schreiben viele irgendwelchen Müll. Das kommt bei fast jedem Stream vor. Ich muss mir öfters anhören: «Du bist doch ein Mann mit so einer tiefen Stimme». Man muss mit den Leuten reden können und sie unterhalten. Dazu kommt, dass gleichzeitig reden, chatten und ein Game spielen nicht ganz ohne ist. Besonders bei League sollte man auch eingermassen gut spielen können. «GTA V» ist da viel einfacher. Da kannst du einfach rumrasen, ein bisschen herumballern und wenn du einen Unfall baust, ist auch das noch unterhaltsam.

Insgesamt habe ich mittlerweile über 1000 Franken an Spenden bekommen. Um vom Streamen zu leben, braucht man aber mehrere tausend Zuschauer, welche bereit sind, freiwillig Geld zu spenden oder eine «Subscription» zu zahlen. Die ist jedoch den grösseren Streamern vorbehalten, welche eine Partnerschaft mit Twitch abgeschlossen haben. Solche Partnerschaften erlauben Streamern Emojis zu veröffentlichen, welche überall bei den Chats in Twitch benutzt werden dürfen. Auch gibt es Streamer, die ihren Chat nur für Subscriber freischalten. Erfolgreich sein zu wollen und dauerhaft vor der Kamera mit Stimme zu streamen bringt auch grossen Leistungsdruck, deshalb kann das durchaus zu einem Burn-out führen. Mein Tipp: Sich einen Streamplan setzen, welcher zeitliche Grenzen zeigt und diesen im Kanal zu veröffentlichen.

Für den Bau kam einiges zusammen.

Wie hebt man sich ab? Schwierige Frage. Es gibt viele Möglichkeiten sich abzuheben. Der Standard ist mittlerweile sehr hoch. Es gibt aber auch viele weibliche Streamerinnen, die einfach sehr viel Ausschnitt zeigen und das Bild der Kamera um einiges Grösser als das eigentliche Spiel ist. Von dieser Art Stream halte ich wenig. Ich finde, um herauszustechen sollte man etwas anbieten können, das einzigartig ist. Entweder ist man Pro oder man ist sehr unterhaltsam, auch Speedruns sind eine gute Möglichkeit, um aufzufallen.

Was für eine Internet-Leitung empfiehlst du zum Streamen Die Download-Geschwindigkeit ist nicht so wichtig. Upload ist viel wichtiger. 2-5 Megabyte pro Sekunde (ca. 15-40 Mbit/s) sollten es schon sein. Im letzten Jahr hatte ich noch mit 4G vom Handy gestreamt. Das ging schon irgendwie, aber mittlerweile hab ich aufgerüstet.

Ohne bunte LEDs geht heute gar nichts mehr.

Was braucht man nebst dem PC noch für Equipment? Ein Headset mit einem guten Mikrofon sollte man sich leisten, damit man auch gut verstanden wird. Aber Mikrofon und Kamera sind sowieso optional. Wichtig ist, dass man streamt und unterhaltend ist. Benutzt man eine Kamera, sollte man auf Full-HD-Auflösung achten.

Wie wichtig ist ein Greenscreen? Derzeit besitze ich keinen. Die Frage ist, wie oft und wie professionell man arbeitet. Und ob man genug Platz hat. Hinter mir ist das Bett und die Zimmertüre. Das Zimmer ist meist nicht sehr aufgeräumt, das sieht unschön aus. Darum hätte ich gerne einen Greenscreen.

Wenn nicht jeder 4500 Franken wie du ausgeben möchte, zu was würdest du Einsteigern raten? Kommt auf die Auflösung an, mit der man zocken möchte. In diesem Jahr ist ziemlich viel gute neue Hardware erschienen wie der neue i7 und die neuen Nvidia-Grafikkarten. Eine GTX 1070 wäre sicher nicht schlecht, aber auch eine GTX 1060 oder gar 970er vom letzten Jahr reichen je nach Ansprüchen aus. Mit einem 500-Franken-PC kommt man aber nicht sehr weit.

Wer auch die Grafikkarte wasserkühlen möchte, muss meist selbst Handanlegen.

Der PC-Bauer

Der zentrale Kopf beim Planen und Zusammenbauen von Nadines PC war der digitec User Jules. Mit Leib und Seele hat er sich dem PC-Bau verschrieben. Sein Hobby betreibt er zwar nebenberuflich, doch bietet er seine Beratung und PC-Baukünste jedem an, der einen eigenen Custom-PC möchte: Gegen Bezahlung versteht sich. Vom Media- über den Arbeits-PC bis hin zur komplett wassergekühlten Gamer-Maschine ist Jules für jedes Projekt zu haben. Die einzige Grenze sei das Budget, so Jules. Wer an seinem Angebot interessiert ist, findet alles weitere auf seiner Webseite.

Hier ist die komplette Bestandsliste von Nadines neuem Gamer-PC

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Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Senior Editor, Zürich
Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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