Verstecktes Potenzial: Nischen nutzen und aufhübschen
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Verstecktes Potenzial: Nischen nutzen und aufhübschen

Pia Seidel
Pia Seidel
Zürich, am 07.02.2022

Es gibt in keiner Wohnung tote Ecken. Aus jedem noch so kleinen Vorsprung lässt sich was machen, solange du deiner Fantasie freien Lauf lässt.

Ehemalige Türen, Kammern oder Dachschrägen – du hast sie dir vielleicht nicht ausgesucht, aber sie sind da. Jetzt musst du mit ihnen leben. Das geht gut, wenn du sie ignorierst, aber besser, wenn du die «verlorenen» Flächen zu deinem Vorteil nutzt. Ich lasse mich dafür gerne mal von Katalogen und Einrichtungsprofis inspirieren und zeige dir einige Ideen und Tricks, wie du noch die kleinste Ecke in deinen vier Wänden zum Leben erweckst.

Nischen

Mach eine Nische zum Teil eines Arbeitsplatzes, einer Sitzgruppe oder zur Leseecke. Stell dort beispielsweise eine Bank oder einen Sessel hin. So ragt, wie im Bild, der Essbereich weniger ins Zimmer hinein, als mit Stühlen. Ein gerahmtes Poster sowie eine Deckenleuchte betonen die Tiefe der Nische und grenzen die Zone elegant ab.

Nischen können zu Rückzugsorten, Spielhöhlen und mehr werden.
Nischen können zu Rückzugsorten, Spielhöhlen und mehr werden.
Bild: Skagerak

Du kannst eine Nische auch zum luftigen Einbauregal umfunktionieren. Du könntest dort je nach verfügbarem Raum eine Hausbar anlegen. Solche Bereiche sind wie gemacht, um Highlights zu setzen. Mit farbig gestrichenen Regalbrettern oder einem anderen Farbton an der Wand dahinter sorgst du für das gewisse Etwas.

Ob kuratierter Keramiksammlung oder Bibliothek – mithilfe von Regalen betonst du jede noch so unscheinbare Nische. Bild: HK Living
Ob kuratierter Keramiksammlung oder Bibliothek – mithilfe von Regalen betonst du jede noch so unscheinbare Nische. Bild: HK Living

Ecken

Lass Zimmerecken zur Heimat von Möbeln werden, damit sie nicht mehr im Weg herumstehen – gerade in eng geschnitten Fluren. Eine filigrane Garderobe kann eine ungenutzte Ecke zum Hingucker machen und Stauraum schaffen.

Jacken und Co. sind in Ecken aus dem Weg geräumt.
Jacken und Co. sind in Ecken aus dem Weg geräumt.
Bild: House Doctor

Um jeden Winkel deiner Wohnung auszunutzen, musst du gross beziehungsweise hoch denken. Fülle den Raum über der Türe bis zur Decke mit Regalen. Die zusätzlichen Ablageflächen halten den Boden frei und bieten deiner Deko eine Bühne.

Unentdecktes Potenzial: Die Ecke über der Türe ist meistens leer.
Unentdecktes Potenzial: Die Ecke über der Türe ist meistens leer.
Bild: Skagerak

Reicht eine der Ecken nicht bis zur Decke, haben nur niedrige Möbel Platz. Dennoch lässt sich daraus etwas machen: Eine Heimat für den Hocker, der nur bei Besuch zum Einsatz kommt. Effektvoll ist auch ein Couchtisch, der mit einem Stillleben Blicke auf sich zieht.

Beansprucht die Ecke für sich, aber putzt sie auch heraus: ein Hocker.
Beansprucht die Ecke für sich, aber putzt sie auch heraus: ein Hocker.
Bild: Skagerak

Dachschrägen

Hol alles aus deiner Dachschräge raus, indem du niedrige Schränke – offene oder geschlossene – darunter aufbaust. Am besten über die gesamte Wandbreite. Sollte das nicht gehen, schaffe stattdessen Sitzgelegenheiten. Die Einrichtungs-Pros positionieren einen Barhocker unter der Schräge.

Klein aber fein: Ein Rückzugsort unterm Dach.
Klein aber fein: Ein Rückzugsort unterm Dach.
Bild: Skagerak

Ein Sofa unter der Dachschräge nutzt den Raum optimal aus. Dahinter wird ein Vorsprung zum perfekten Ort für Deko. Mehr liesse sich vielleicht noch mit zusätzlichen Wandregalen über dem Vorsprung rausholen.

Zum Entspannen wurde hier ein Sofa platziert.
Zum Entspannen wurde hier ein Sofa platziert.
Bild: HK Living

Vorsprünge

Ein Vorsprung, ob bewusst dazu eingesetzt oder nicht, hebt die Tiefe eines Raums hervor. Verstärke diesen Effekt, indem du Souvenirs und andere Lieblingsobjekte darauf arrangierst. Auf diese Weise betonst du das architektonische Detail, aber auch die Objekte darauf.

Der Vorsprung und die Objekte darauf unterstreichen die drei Gemälde.
Der Vorsprung und die Objekte darauf unterstreichen die drei Gemälde.
Bild: HK Living

Neben oder oberhalb von Kaminen gibt es oft einen Vorsprung. Zu selten macht er dem Feuer Konkurrenz. Das änderst du zum Beispiel, indem du ihn mit Vasen dekorierst und bewusst gestaltest.

Dort oben sind besonders zerbrechliche Sachen ausser Reichweite.
Dort oben sind besonders zerbrechliche Sachen ausser Reichweite.
Bild: Oyoy

Das Gleiche gilt für andere kleine Höhlen, die sich unter Möbeln oder einer Küchenzeile bilden. Mit dem richtigen Regal werden selbst diese Stellen zu ansehnlichen Stauräumen.

Kein Zentimeter bleibt frei und langweilig. Farbliche Kontraste beleben die dunkle Fläche.
Kein Zentimeter bleibt frei und langweilig. Farbliche Kontraste beleben die dunkle Fläche.
Bild: House Doctor

Möbel

Unter einem Ess- oder Schreibtisch brauchst du Bewegungsfreiheit. Bei einer Bank im Gang, die nur dazu dient, mal rasch abzusitzen weniger. Nutze diesen Platz zu deinem Vorteil und versorge Aufbewahrungsboxen oder Schuhe darunter.

Ideale zum Aufbewahren von Handschuhen, Schals oder Mützen.
Ideale zum Aufbewahren von Handschuhen, Schals oder Mützen.
Bild: Skagerak

Fensterlaibung

Fensterbretter sind wunderbare Orte: Je tiefer deines ist, desto mehr lässt sich damit anstellen. Platziere grosse Polster oder mehrere Kissen darauf. So wird daraus ein Platz an der Sonne zum Lesen, Träumen oder einfach Faulenzen.

Kissen, Hocker oder Decke genügen und schon hast du eine neue Kuschelzone – mit Aussicht.
Kissen, Hocker oder Decke genügen und schon hast du eine neue Kuschelzone – mit Aussicht.
Bild: Oyoy

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Pia Seidel

Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres.
– Albert Einstein


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