

Vmax VX2 Hub im Test: stark, stabil, aber auch etwas steril
Stabil, stark und sicher: Der Vmax VX2 Hub überzeugt als Begleiter auch auf längeren Strecken. Seine Stärken erfahre ich auf einer Tour am Bodensee.
Steckborn ist ein richtig schönes Städtchen. Die Thurgauer Ortschaft liegt direkt am Untersee und ist der Ausgangspunkt meiner rund 35 Kilometer langen Ausfahrt mit dem neuen Vmax VX2 Hub 874. Auf dem Parkplatz hieve ich den E-Scooter aus dem Auto. Er wiegt rund 25 Kilogramm. Das geht gerade noch, um das Gefährt regelmässig mitzunehmen. Aufklappen, einschalten, losfahren: Der Scooter des Schweizer Herstellers ist total unkompliziert.
Viel Metall, wenig Kunststoff
Direkt am Parkplatz entdecke ich bereits die erste Sehenswürdigkeit: ein Pulverturm von 1497 mit Resten der Stadtmauer. Den ersten richtigen Stopp mache ich aber im Turmhof von 1282, ein paar hundert Meter weiter, direkt am Bodensee. Wer sich jetzt fragt: Untersee, Bodensee – was denn jetzt? Der Untersee ist der kleinere der beiden Seen des Bodensees. Wer vom Bodensee spricht, meint meistens den viel grösseren Obersee.

Der Untersee ist viel beschaulicher, was ich bei der ersten Fotosession direkt am Wasser auf mich wirken lasse. Und ich schaue mir auch den E-Scooter in allen Details an.
Der Vmax VX2 Hub ist eine Weiterentwicklung des Erfolgsmodells VX2 Pro, das seit drei Jahren erhältlich ist. Die neue Variante kommt mit besserem Motor, mehr Reichweite und erstmals einer Federung. Was gleich bleibt, ist der Anspruch des Schweizer Herstellers.
Der E-Scooter ist massiv konstruiert: wenig Plastik, viel Metall, nicht elegant, aber robust. Das macht ihn natürlich auch relativ schwer – wie ich beim Aus- und Einladen aus dem Auto gemerkt habe.

Stark in den Steigungen
Die positiven Seiten erlebe ich dann auf dem Weg Richtung Mammern entlang dem Bodensee. Ich stehe bequem auf dem grossen Trittbrett. Der VX2 Hub fährt spurstabil, da wackelt nichts. Das ist vor allem in Steckborn selbst noch ein Vorteil, wo die Strassen eher eng sind und die Autos dementsprechend nahe an mir vorbeiziehen.
Im dichteren Verkehr bin ich um die Blinker froh. So kann ich bequem den Autos anzeigen, wohin ich abbiegen will. Da der Vmax sowohl beim Rücklicht wie auch am Lenker orange Lichter hat, sind die Richtungswechsel von vorne und hinten gut sichtbar. Den Blinker schalte ich mit dem Daumen der linken Hand ein. Der Kippschalter ist gut erfühlbar und ich bediene ihn, ohne hinzuschauen.

Ausserorts wird es dann zweiradfreundlicher und ich fahre auf einem separaten Veloweg. Der E-Scooter läuft total problemlos. So kann ich die Fahrt geniessen. Aus der erhofften Tour direkt am See entlang wird allerdings nicht. Ich cruise leicht erhöht am Hügel, zwischen mir und dem Wasser sind meist eine Bahnlinie, die Kantonsstrasse – und private Grundstücke direkt am See. Sieht schön aus dort unten.
Ein Vorteil hat die Strecke am Hügel: Ich kann den Motor besser testen als im Flachland. Er hat eine Nennleistung von 500 Watt und eine Spitzenleistung von maximal 1900 Watt. Die braucht er zum Beispiel, um mich Steigungen raufzuwuchten. Eine ist mit einer Warntafel angeschrieben: 13 Prozent.
Diese Steigung schafft der Scooter problemlos, ohne langsamer zu werden. Ich kann auch mittendrin anhalten, absteigen und dann wieder losfahren und auf 20 Stundenkilometer beschleunigen. Dasselbe funktioniert auch bei der Garagenausfahrt mit 19 Prozent. Im Alltag wird es also kaum einen Hang geben, den der Vmax nicht bewältigen kann – auch mit 100 Kilogramm Zuladung.

Ernstfall für Bremsen und Federung
In Mammern fahre ich kurz an den See und geniesse den Ausblick. Auf dem Rückweg durch die 30er-Zone bin ich dann um die guten Bremsen des Vmax froh. Denn wie so oft vergessen Autofahrer, dass Rechtsvortritt auch für Bikes und Scooter gilt. Da ich das weiss, bin ich bremsbereit – und muss prompt voll auf die Klötze. Trommelbremse vorne und Scheibenbremse hinten packen beherzt zu; ich stoppe schnell und sicher.

Gute, gleichmässig eingreifende Bremsen hat der VX2 Hub, aber eine Bremshilfe wie elektronisches ABS nicht. Diese Technik könnte das Blockieren des Hinterrades verhindern. Andere Modelle in diesem Segment bieten so etwas bereits an.
Die restliche Strecke bis zum Zwischenziel Stein am Rhein verläuft dann zum Glück ereignisarm. Hier am Übergang von Untersee und Rhein mache ich kurz Pause und schaue mir die wunderschöne Altstadt mit den bunt bemalten Fassaden an. Wer noch nie hier war: Unbedingt mal einen Stopp einplanen, Stein am Rhein ist zwar klein, aber fein.

Ich nutze den Stopp auf halber Strecke auch, um die Federung zu testen. Denn einige Gassen mit Pflastersteinen sind für Velos zugänglich – dort darf ich auch mit dem E-Scooter fahren. Beide Achsen des VX2 Hub sind gedämpft. Die Federung ist aber eher straff. Auf der normalen Strasse finde ich das ideal, weil ich direkten Kontakt zur Strasse habe und nicht dauernd so leicht mitwippe. Auf der groben Pflasterung spüre ich Schläge deutlicher. Das E-Trotti dämpft aber gerade noch gut genug, dass die holprige Strasse nicht unangenehm ist.

Überraschendes nur dank Abstecher zum Hofladen
Auf der Rückfahrt zum Ausgangspunkt entdecke ich einen Wegweiser zu einem «Hoflädeli» mit Aussicht. Ich folge den Schildern und fahre auf unbefestigten Wegen mitten durch die Weinberge. Das ist mit dem E-Scooter kein Problem, auch wenn er sich auf geteertem Untergrund wohler fühlt.
Der kleine Umweg zum «Hoflädeli in der Halde» lohnt sich. Ich zapfe mir einen frischen Apfelsaft und geniesse ihn am Tischchen mit Ausblick auf den See. Für später kaufe ich mir noch getrocknete Apfelschnitze – alles aus hofeigenem Anbau.

Frisch gestärkt düse ich die restliche Strecke nach Steckborn zurück, wo ich Bilanz ziehe. 35 intensive Kilometer habe ich zurückgelegt und dabei knapp die Hälfte des Akkus verbraucht. Mit einer Ladung schaffe ich also rund 70 bis 75 Kilometer im Alltag. Der Hersteller gibt 90 Kilometer an. 70 bis 75 Kilometer Reichweite sind angesichts der Steigungen, der vielen Stopps und der Zuladung trotzdem ein guter Alltagswert.
Im Test bewährt sich der VX2 Hub als zuverlässiger und robuster Begleiter. Ich kann dank der stabilen Bauweise, dem kraftvollen Motor und den guten Bremsen problemlos längere Strecken bewältigen. Der grosse 3,5-Zoll-Screen ist gut ablesbar, die Helligkeit passt sich automatisch dem Umgebungslicht an. Über eine App lassen sich auch Navigationshinweise direkt einblenden. Wer lieber ohne Smartphone-Anbindung unterwegs ist, braucht die App aber nicht unbedingt.

Der Preis von 1400 Franken ist happig. Sparen kann ich, wenn ich denselben Scooter mit kleinerem Akku wähle. Mit nur 70 statt 90 Kilometern Reichweite zahle ich 1100 Franken weniger. In Deutschland ist übrigens nur dieser Vmax VX2 Hub 624 mit weniger Reichweite erhältlich – zum Preis von 1200 Euro. Entscheidend ist letztlich, wie schwer die Bauqualität wiegt und wie stark Reparaturwerkstatt und Ersatzteilservice direkt in der Schweiz ins Gewicht fallen.
Fazit
Stabiler E-Scooter ohne Überraschungen
Der Vmax VX2 Hub 874 ist ein robuster Allrounder für den Alltag. Im Strassenverkehr federt der E-Scooter gut und bewältigt auch Steigungen problemlos. Das Modell des Schweizer Herstellers lässt sich einfach zusammenfalten und ist rundum durchdacht. Die Blinker etwa lassen sich kinderleicht mit dem Daumen bedienen – und leuchten von vorne und hinten gut sichtbar.
Der hohe Preis ist der hochwertigen und robusten Bauweise fast ohne Kunststoff geschuldet – und dem grossen Akku. Als Alternative gibt es eine etwas preiswertere Version mit weniger Reichweite. Grosse Neuerungen oder Überraschungen bietet der VX2 Hub 874 nicht, er bleibt ein zuverlässiger, aber auch etwas langweiliger Begleiter im mobilen Alltag.
Pro
- starker Motor
- stabil gebaut
- gute Bremsen
- hohe Reichweite
Contra
- hoher Preis
- schwerer Rahmen

Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.
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