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Ratgeber

Von Flöhen bis Zecken: die wichtigsten Tipps vom Tierarzt

Flöhe, Würmer und Zecken lauern überall. Tierarzt Tobias Vögtli weiss, was Haustierhaltende tun können und wann es für Hund und Katz kritisch wird.

Sich Tiere ins Haus zu holen, macht Freude. Zumindest, wenn sie vier Beine haben und flauschig sind. Ärgerlich wird es, wenn sich via Katz und Hund Krabbelviecher ins Haus schmuggeln.

Der Tierarzt Dr. med. vet. FVH Tobias Vögtli von der veterinärmedizinischen Gruppe VetTrust kennt sich im Dschungel aus Flöhen, Zecken und Würmern aus. Ich habe bei ihm nachgebohrt.

Über das Katzentaxi gelangen viele Parasiten nach drinnen.
Über das Katzentaxi gelangen viele Parasiten nach drinnen.
Quelle: Poggensee/Shutterstock

Tobias Vögtli, welche Parasiten befallen Haustiere am häufigsten?
Die häufigsten Ektoparasiten, die auf der Haut von Hunden und Katzen leben, sind Flöhe, Zecken und Milben. Bei den Endoparasiten, die im Körperinneren leben, sind es Spul-, Haken- und Bandwürmer sowie Giardien und Kokzidien.

Von Giardien habe ich schon Horrorgeschichten über Durchfall gehört. Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko?
Bei gesunden erwachsenen Tieren ist das Risiko eher moderat, bei Jungtieren sind sie relativ häufig. Ihr Immunsystem ist noch nicht vollständig entwickelt. Sie treten besonders bei Tieren auf, die in Gruppen leben, zum Beispiel in Tierheimen oder Zuchten.

Weshalb?
Teilweise herrschen dort weniger hygienische Bedingungen und es geschieht leichter eine Übertragung.

Wenn wir bei der Übertragung sind: Wo stecken sich die meisten Tiere mit Parasiten an?
Wurmeier befinden sich häufig in Erde, Kot oder auf kontaminierten Oberflächen. Wenn Tiere daran schnüffeln oder lecken, können sie sich infizieren. Flöhe werden entweder von Tier zu Tier übertragen oder über Eier. Zecken halten sich vor allem im Gras und in Wäldern auf.

Zecken sind ein gutes Stichwort: Sie können für Menschen sehr gefährlich sein. Wie ist das bei Tieren?
Für Hunde sind Zecken ein Gesundheitsrisiko. Katzen reagieren meist weniger stark. Sie haben häufig nur lokale Entzündungen an der Stichstelle.

Für Hunde können Zecken gefährlich werden. Katzen reagieren meist kaum.
Für Hunde können Zecken gefährlich werden. Katzen reagieren meist kaum.
Quelle: tetiana_u/Shutterstock

Zu welcher Erkrankung kann es bei Hunden kommen?
Zum Beispiel zur sogenannten Babesiose. Sie kommt in der Schweiz beispielsweise in Regionen wie dem Doubs oder rund um den Bieler- und Neuenburgersee vor. Aber auch eine Anaplasmose tritt relativ häufig auf.

Und Borreliose?
Sie kommt vor, allerdings zeigt nur ein Teil der infizierten Hunde Symptome. Wenn Symptome auftreten, sind es typischerweise wechselnde Lahmheiten und Gelenkschmerzen. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist beim Hund möglich, insgesamt aber selten.

Können auch Wohnungskatzen von Parasiten betroffen sein?
Ja. Eine Ansteckung ist theoretisch möglich, wenn Parasiten über Kleidung oder Schuhe in die Wohnung gelangen.

Und praktisch?
Da ist das Risiko für reine Wohnungskatzen sehr gering. Das Risiko steigt leicht in ländlichen Gebieten, wenn sie – etwa auf einem Balkon – Zugang zu Beutetieren wie Vögeln, Kleinsäugern oder streunenden Katzen haben. Oder wenn Strassenkleider und Schuhe in der Wohnung getragen werden.

Wie gut erkennt man, ob das Tier befallen ist?
Wurminfektionen bleiben meist unbemerkt. Gelegentlich können sie sich durch Durchfall, stumpfes Fell oder dadurch bemerkbar machen, dass das Tier nicht ganz fit wirkt. Meist sind sie aber unauffällig.

Wo sind die Symptome auffälliger?
Bei Flöhen kommt es typischerweise zu Juckreiz und Hautveränderungen. Giardien führen häufig zu Durchfall und einem schlechten Allgemeinzustand. Zeckenübertragene Krankheiten können sich durch Fieber und blutigen Urin äussern. Anaplasmose oder Borreliose zeigen Symptome wie Fieber, Lahmheit oder Schwäche.

Als Laie könnte ich da schnell etwas verwechseln.
Ja, das kommt häufig vor. Magen-Darm-Erkrankungen können zum Beispiel mit Futterunverträglichkeiten verwechselt werden und Babesiose oder Anaplasmose mit Autoimmunerkrankungen. Hautprobleme durch Flöhe werden oft für Allergien gehalten. Man sollte immer erst einen Parasitenbefall ausschliessen.

Häufig stecken Parasiten hinter Hautproblemen wie Juckreiz: an den Ohren zum Beispiel Ohrmilben.
Häufig stecken Parasiten hinter Hautproblemen wie Juckreiz: an den Ohren zum Beispiel Ohrmilben.
Quelle: YULIYA Shustik/Shutterstock

Sollte man gleich in die Tierarztpraxis, wenn man einen Befall vermutet?
Bei Symptomen wie Fieber, Bauchschmerzen oder Blut im Urin, ja. Bei Flöhen etwa ist das nicht zwingend nötig.

Weshalb nicht?
Flöhe sind oft sichtbar, eine Behandlung kann man zunächst selbst starten. Eine telefonische Beratung beim Tierarzt oder der Tierärztin ist dennoch sinnvoll. Wichtig: Die meisten Flöhe sitzen nicht auf dem Tier. Werden Möbel und Decken nicht mitbehandelt, kommt es schnell zu erneutem Befall.

Wie werden Darmparasiten diagnostiziert und behandelt?
Dafür untersuchen Tierärzte und Tierärztinnen Kotproben mikroskopisch oder mittels Antigentest. Idealerweise analysieren sie mehrere Proben, um die Trefferquote zu erhöhen. Ist der Befund positiv, entwurmen sie das Tier.

Antigentests werden wohl einiges kosten …
Ja, eine umfassende Diagnostik ist in der Regel teurer als die Entwurmung. Bei empfindlichen oder ängstlichen Tieren kann das jedoch sinnvoll sein, um sie vor unnötigen Behandlungen zu verschonen.

Viele Haustierhaltende entwurmen ihre Tiere routinemässig. Wie oft ist das nötig?
Bei Hunden und Katzen wird eine Entwurmung mindestens viermal jährlich empfohlen. Wie oft es wirklich nötig ist, hängt jedoch vom persönlichen Risiko ab: Katzen, die Mäuse oder Vögel jagen, sollten häufiger entwurmt werden, reine Wohnungskatzen dagegen seltener.

Gibt es auch Nachteile einer Dauer-Entwurmung?
Nebenwirkungen sind selten und meist mild, zum Beispiel kurzzeitiger Durchfall oder Erbrechen. Eine regelmässige Entwurmung, ohne vorher zu prüfen, ob sie nötig ist, wird heute nicht mehr allgemein empfohlen. Besser ist es, die Behandlung an den Lebensstil, das Alter und das Risiko des Tieres anzupassen.

Können keine Resistenzen entstehen?
Eine häufige, unnötige Anwendung kann dies theoretisch fördern. Das spielt aktuell aber eine eher untergeordnete Rolle.

Gegen Hautparasiten gibt es auch Tabletten, Spot-on-Lösungen oder Halsbänder aus dem Supermarkt oder dem Internet. Ist das zu empfehlen?
Mit Einschränkungen. Viele der modernen und gut wirksamen Mittel sind verschreibungspflichtig. Frei erhältliche Produkte unterscheiden sich stark in der Wirkung und Anwendung. Die Wahl sollte mit dem Tierarzt oder der Tierärztin abgestimmt werden. Insbesondere bei empfindlichen Tieren oder Haushalten mit Kindern.

Gegen Hautparasiten nützen auch Präparate zum Aufträufeln.
Gegen Hautparasiten nützen auch Präparate zum Aufträufeln.
Quelle: tugol/Shutterstock

Weshalb sollte man bei Kindern vorsichtig sein?
Sie spielen und kuscheln häufig eng mit Tieren. So können die Wirkstoffe über die Haut oder das Fell auf die Hände und in den Mund gelangen. Sicherer sind da Tabletten.

Können nebst Medikamenten auch Parasiten auf den Menschen übertragen werden?
Das ist insgesamt eher selten, aber möglich. Am ehesten spielen Flöhe eine Rolle, da sie auch Menschen stechen können. Auch Spulwürmer sind relevant; ihre Larven können in seltenen Fällen im menschlichen Körper wandern. Der Fuchsbandwurm betrifft vor allem Hunde, die Beutetiere oder rohe Schlachtabfälle fressen. Bei Giardien ist eine Übertragung auf den Menschen möglich, jedoch nur bei bestimmten Stämmen.

Das ist beruhigend zu hören. Wie lässt man es erst gar nicht so weit kommen?
Bei Hautparasiten ist eine konsequente Prophylaxe entscheidend. Zeckenreiche Gebiete sollten Haustierhaltende wenn möglich meiden und Schutzmittel wie Spot-on-Präparate oder Tabletten ganzjährig anwenden. Genauso bei Flöhen.

Und bei Darmparasiten?
Da ist die Vorbeugung schwieriger. Tiere können sich beim Spazierengehen leicht infizieren. Wichtig ist, Hundekot wenn möglich zu entfernen und entweder regelmässige Kotuntersuchungen zu machen oder routinemässig zu entwurmen.

Schutzmittel tragen und Risikogebiete meiden: Das hilft am besten gegen Zecken.
Schutzmittel tragen und Risikogebiete meiden: Das hilft am besten gegen Zecken.
Quelle: Andrew Will/Shutterstock

Welche Parasiten hatten deine Tiere schon? Und was hat geholfen? Verrate es in einem Kommentar.

Titelbild: Simol1407/Shutterstock

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Ich liebe alles, was vier Beine oder Wurzeln hat – besonders meine Tierheimkatzen Jasper und Joy sowie meine Sukkulenten-Sammlung. Am liebsten pirsche ich auf Reportagen mit Polizeihunden und Katzencoiffeurinnen umher oder lasse in Gartenbrockis und Japangärten einfühlsame Geschichten gedeihen. 


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