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Produkttest

Weichere Wäsche, weniger Trockenzeit: Halten Bluu-Balls ihr Versprechen?

Anna Sandner
16.7.2026
Bilder: Anna Sandner

Statt Weichspüler sollen Trocknerbälle meine Wäsche zum Kuscheltraum werden lassen. Kann das funktionieren? Ich habe die Bluu-Balls aus Schafwolle getestet.

Wie ein Film legt sich Weichspüler auf Textilen, um die Fasern geschmeidiger zu machen. Das muss man mögen – ich mag das Gefühl nicht. Und die Freude über weichgespülte Handtücher und Kleidung kommt mit weiteren Nachteilen daher: Weichspüler eignen sich nicht für alle Textilien, die Stoffe sind danach nicht mehr so saugfähig, die enthaltenen Duft- und Konservierungsstoffe können Haut und Schleimhäute reizen und zu guter Letzt belasten sie die Umwelt.

Zu viele Nachteile für meinen Geschmack, deshalb sollen Trocknerbälle hier Abhilfe verschaffen. Ob das wirklich funktioniert, darüber gehen die Meinungen auseinander. Zeit also für einen kleinen Test: Ich habe die Woll-Kugeln der österreichischen Firma Bluu auf meine Handtücher und Co. losgelassen, um den Kuschelfaktor selbst zu überprüfen.

Nachhaltigkeit als Markenversprechen

Die Bluu-Balls setzen auf ein einfaches Prinzip: Vier kunststofffreie Bälle aus neuseeländischer Schafwolle, die beim Trocknen die Wäsche auseinanderhalten, damit mehr Luft zirkulieren kann und die Fasern weniger verklumpen. Bluu betont neben der Nachhaltigkeit ihrer Produkte vor allem die Herkunft der Wolle und den Verzicht auf Mulesing, dem schmerzhaften Entfernen von Haut bei Lämmern, um Fliegenbefall zu vermeiden. Mit rund 30 Euro/Franken pro Set gehören die Bluu-Balls allerdings zu den teureren Vertretern ihrer Art. Rechnet man den Preis jedoch auf die damit möglichen 1000 Trocknerladungen um, sind es gerade einmal 3 Cent/Rappen pro Einsatz.

Hinter Bluu steht ein 2018 gegründetes österreichisches Unternehmen, das sich auf nachhaltige Alternativen für den Haushalt spezialisiert hat. Bekannt wurde die Marke mit Waschstreifen als Ersatz für klassisches Flüssigwaschmittel.

bluu Calcbusters Waschmaschinenreiniger und Entkalker
Entkalker

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Der erste Eindruck stimmt

Den ersten Pluspunkt gibt’s beim Auspacken: Bluu hält das Plastikfrei-Versprechen und so kommen die Helfer nicht mit einem Berg an Plastikverpackung, sondern in einem praktischen, wiederverwendbaren Baumwollbeutel. Nach dem Trocknen kann das Viererset wieder darin verschwinden, statt irgendwo zwischen Waschmittel und Wäschekorb herumzukullern.

Statt Wegwerf-Plastikverpackung kommen die Bluu-Balls im wiederverwendbaren Baumwollbeutel.
Statt Wegwerf-Plastikverpackung kommen die Bluu-Balls im wiederverwendbaren Baumwollbeutel.

Die etwa tennisballgroßen Wollkugeln sind weich und zugleich sehr fest gefilzt. Ein relevantes Detail, wie sich später noch zeigen wird. Dann fällt mir außerdem gleich auf, was nicht auffällt: der Geruch. Obwohl die Bälle aus Schafwolle bestehen, riechen sie weder nach Schaf noch nach Wolle. Lediglich ein Hauch des Geruchs der Waschstreifen, die mit im Paket waren, hängt noch in der Luft. Der erste Eindruck ist damit vielversprechend, jetzt heißt es mit Leistung überzeugen: Machen die Bluu-Balls meine Kleidung wirklich flauschiger?

Ab in die Trommel und los

Die Wollkugeln kommen einfach mit der Wäsche in den Trockner und dann kann es auch schon losgehen. Ein häufiger Kritikpunkt an Trocknerbällen ist der Lärm, wenn die Bälle durch die Maschine trommeln. Das ist auch der Grund, warum sich Tennisbälle als günstige Alternative nicht anbieten. Meine Bluu-Balls machen sich zwar leicht bemerkbar, das leise dumpfe Geräusch ist aber nicht weiter störend. Ich kann mir vorstellen, dass Varianten aus Kunststoff hier bedeutend mehr zu hören sind, wenn sie auf die Trocknerwände knallen.

Du hörst die Kugeln in der Trommel, aber störend laut wird es nicht.
Du hörst die Kugeln in der Trommel, aber störend laut wird es nicht.

Weich, weicher und vor allem weniger Daunen-Klumpen

Jetzt zeigt sich, was die Kugeln können. Erhöhen sie wirklich den Kuschelfaktor? Ich muss zugeben, dass ich skeptisch bin. Auch die Meinungen in den Bewertungen gehen auseinander. Da die Weichheit eine sehr subjektive Wahrnehmung ist, wundert mich das aber auch nicht.

Für einen Vergleichstest bietet sich meine Bettgarnitur an, hier habe ich alles in zweifacher Ausführung. Ein Set schicke ich mit und eines ohne die Helfer ins Rennen. Das Ergebnis: Ich merke tatsächlich einen Unterschied. Die Teile, die von den Bluu-Balls zusätzlich aufgelockert wurden, fühlen sich für mich wirklich geschmeidiger an. Sie halten also ihr Versprechen. Auch wenn es kein gigantischer Unterschied ist, lohnen sie sich meines Erachtens.

Den bedeutend größeren Nutzen erhoffe ich mir allerdings bei Daunen, die nach dem Waschen ja gerne mal als dicker, fester Klumpen daherkommen. Also landet als nächstes ein Daunenkissen in der Waschmaschine und wenig später mit den Wollkugeln im Trockner. Und auch hier freue ich mich über das Ergebnis. Das Kissen kommt aufgelockert aus der Trommel, keine fester Klumpen, nicht mal Daunenklümpchen. Test bestanden, würde ich sagen.

Sparen die Bluu-Balls auch Strom?

Neben dem Versprechen von flauschiger Wäsche führt Bluu einen weiteren Vorteil an: Die Textilien sollen schneller trocknen und dadurch Strom gespart werden. Bei meinem kleinen Selbstversuch war die Ladung mit Bluu-Balls auch wirklich ein paar Minuten früher fertig als die ohne. Auf die bis zu 25 Prozent Energieeinsparung, mit der Bluu aufgrund dieses Labortests wirbt, bin ich dabei allerdings nicht ganz gekommen.

Keine Wollfasern, keine Abnutzung im Kurztest

Als Tierfreundin mag ich an Trocknern besonders, dass meine Waschladungen nicht nur trocken, sondern auch komplett tierhaarfrei werden. Da wäre es enorm ungünstig, wenn ich stattdessen nun Wollfasern auf den Stoffen hätte. Auch das ist ein häufiger Kritikpunkt in Produktbewertungen. Zu Beginn habe ich bereits erwähnt, dass die Bluu-Balls sehr kompakt und fest gefilzt wirken. Das scheint zu verhindern, dass sich hier Fasern lösen. Nach mehreren Durchgängen konnte ich auch bei komplett dunklen Stoffen keine Wollreste auf meiner Kleidung entdecken. Wie es nach 60 oder 80 Einsätzen aussieht, kann ich leider noch nicht beurteilen. Trotzdem merke ich zumindest nach etwa 15 Einsätzen keine Veränderung. Die Bälle sind noch genauso fest wie zu Beginn.

Auch nach rund einem Dutzend Waschgängen sind die Kugeln noch fest und verlieren keine Wollfasern.
Auch nach rund einem Dutzend Waschgängen sind die Kugeln noch fest und verlieren keine Wollfasern.

Fazit

Kuschliger trocknen ohne Weichspüler

Die Trocknerbälle von Bluu sind eine nachhaltige und sensitive Alternative zum Einsatz von Weichspüler. Die Kugeln aus Schafwolle lockern die Wäsche auf und machen sie dadurch etwas weicher. Gerade bei Daunen verhindern sie, dass sich Klumpen bilden. Du hörst die Bälle im Trockner, das Geräusch ist aber gut aushaltbar. Sie bleiben auch nach mehreren Durchgängen fest gefilzt und hinterlassen keine Wollfasern auf der Wäsche. Bluu setzt auf Umweltverträglichkeit und liefert die Bälle ohne Plastikverpackung in einem wiederverwendbaren Baumwollbeutel. Durch die Bälle verkürzt sich außerdem die Trockenzeit etwas.

Pro

  • wiederverwendbar
  • leise genug im Betrieb
  • keine gelösten Wollfasern auf der Kleidung
  • verhindert Klumpenbildung bei Daunen
  • aus 100 Prozent muling-freier Schafwolle ohne Eigengeruch
  • plastikfreie Verpackung im Baumwollbeutel
  • Wäsche fühlt sich im Vergleich weicher an

Contra

  • weniger Effekt als Weichspüler
  • vergleichsweise hoher Preis

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Wissenschaftsredakteurin und Biologin. Ich liebe Tiere und bin fasziniert von Pflanzen, ihren Fähigkeiten und allem, was man daraus und damit machen kann. Deswegen ist mein liebster Ort immer draußen – irgendwo in der Natur, gerne in meinem wilden Garten.


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