Wenns aus allen Richtungen ballert: Was taugt das HyperX-Surround-Headset?
Review

Wenns aus allen Richtungen ballert: Was taugt das HyperX-Surround-Headset?

Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Zürich, am 20.03.2017
Surround Sound macht Games besser. Aber nicht jeder will oder kann sich ein Sortiment von Boxen ins Zimmer stellen. Einfacher gehts mit 7.1-Headsets wie dem HyperX Cloud Revolver S. Leider gibt es einen Haken.

Ich bevorzuge Surround Sound mit echten Boxen. Dennoch hat der Sound direkt an den Ohren mit einem anständigen Headset auch seinen Charme. Besonders weil ich mir damit bei Online-Games keine Sorgen machen muss, dass der Kumpel am anderen Ende der Leitung ständig alles doppelt hört, weil ich meine Boxen zu laut aufgedreht habe und ein Tischmikrofon verwende.

Das neue Headset HyperX Cloud Revolver S von Kingston bietet alles in einem. Surround Sound ohne Treiberzwang mit Plug ‘n’ Play und kompatibel mit PC, Mac, PS4, Xbox One und Wii U.

Design und Tragekomfort

Das Revolver S sieht praktisch identisch aus wie der Vorgänger – abgesehen von der Farbe. Dank dem metallenen Bügel passt sich das Headset automatisch an jede Kopfgrösse an. Sie sitzen nicht zu fest und nicht zu lose. Auch nach mehreren Stunden zocken am Stück hatte ich keine Probleme, dass mir die Ohren schmerzten oder irgendwas drückte. Der Tragekomfort ist wirklich tadellos. Mir gefällt auch, dass man sie durch runde Metallscheibe an den Muscheln wunderbar greifen kann. Die Scheibe ist eigentlich die Aufhängung für die Ohrmuscheln, aber statt klein und unauffällig zu sein, hat Kingston diesen Teil des Kopfhörers gross und griffig gemacht.

Soundqualität und Einrichtung

Ein Headset soll aber den Ohren nicht nur durch ein weiches Polster schmeicheln, sondern vor allem mit sattem Sound. Und den liefert das HyperX. Angeschlossen wird es wahlweise über USB 2.0 – Voraussetzung wenn ihr Dolby Surround wollt – oder mit zwei 3.5 mm Klinkensteckern. Treiber benötigt ihr keine. Das Plug-and-Play-Versprechen wird also eingelöst. Mit einem Klick auf die Surroundtaste der Fernbedienung schaltet ihr von Stereo auf 7.1 um. Ich hab verschiedene Spiele damit angezockt wie «Battlefield 1» oder «Ghost Recon Wildlands» und der Sound hat mich überzeugt. Es bietet vielleicht nicht das vielseitigste Klangspektrum, aber für den Preis kriegt ihr einiges geboten. Auch das Surround-System glänzt und ihr hört, wenn jemand hinter euch steht und am Quasseln ist oder aus welcher Richtung ein Schuss abgefeuert wird.

Auf der Fernbedienung habt ihr bei abgeschaltetem Dolby Surround noch die Option zwischen den drei Soundmodi: Vocals, Flat und Bass Boost. Ich hab es bei Flat belassen, da es am natürlichsten klingt. Diese Einstellung kam bei mir aber ohnehin nur bei Musik zum Einsatz. Hier zeigt sich das HyperX allerdings nicht von seiner besten Seite. Der Sound klingt etwas flach und nicht kräftig genug. «Wie eine Party in einer Schuhschachtel» findet mein audiophiler Chef. Mein Kollege gegenüber würde dagegen einfach den Dolby-Surround-Modus eingeschaltet lassen. Das verleiht dem Sound zwar mehr Volumen, klingt aber in meinen Ohren etwas unnatürlich.

Ein Headset wäre kein Headset ohne Mikrofon. Dieses steckt ihr über 3.5 mm Klinke an. Es lässt sich einfach zurechtbiegen oder komplett abnehmen, falls ihr es mal nicht braucht. Die Sprachqualität sei gut, meinen meine Kollegen am anderen Ende. Ein wesentlicher Unterschied zu meinem Røde Procaster, das ich primär zum Podcasten benötige, konnten sie nicht feststellen. Solange sie mich deutlich hören und verstehen, bin ich zufrieden. Anfangs hatte ich allerdings mit der Qualität zu kämpfen. Meine Stimme klang abgehackt wie bei einem schlechten Telefongespräch. Erst als ich das Headset über einen USB-Anschluss an der Rückseite meines PCs anschloss, verschwand das Phänomen.

Über die Fernbedienung könnt ihr übrigens sowohl die Lautstärke der Kopfhörer als auch die des Mikrofons verstellen. Das Kabel ist robust und grosszügig dimensioniert.

Wie nur virtueller Surround?

Als mir meine nette Kollegin das HyperX zum Testen hinstellte, schaute ich natürlich gleich als erstes, ob es eines mit Virtual Dolby Surround oder mit echtem Surround Sound ist. Echter Surround heisst, dass in jeder Ohrmuschel mehrer kleine und grosse Lautsprecher verbaut sind. Ganz so wie wenn ihr in eurem Wohnzimmer oder Büro mehrere Boxen verteilen würdet.

Von Virtual steht kein Sterbenswörtchen auf der HyperX-Verpackung also nahm ich an, dass sich hinter der markanten Überschrift 7.1 Dolby Surround Sound echter Raumklang verbirgt. Auch in den Windows-Audioeinstellungen wird das Headset prompt als 7.1-System erkannt. Zwar fand ich beim Test der einzelnen Lautsprecher, dass zwischen vorne und hinten nicht der allergrösste Unterschied bestand, aber insgesamt nahm ich es als Surround wahr. Weit gefehlt. Ein kurzer Blick auf die HyperX-Webseite enthüllt: Es ist eben doch nur ein Stereo-Headset. Dabei hätte mich der Hinweis auf die verbauten 50-mm-Lautsprecher (Driver) eigentlich stutzig machen sollen. Es zeigt aber auch, dass der virtuelle Raumklang immerhin so gut ist, dass ich mich komplett davon täuschen liess. Schamvoll muss ich eingestehen, dass mir überhaupt nichts aufgefallen ist. Wie auch, wenn der Sound in Spielen tatsächlich aus allen Richtungen kommt. Ihr dürft also glauben, dass euch virtual Surround Sound einen wirklich überzeugenden Raumklang vorgaukeln kann.

Fazit: Lasst euch bescheissen

In MOBAs braucht ihr jetzt auch nicht unbedingt Surround Sound.

Wen kümmerts, dass es nicht echter Surround Sound ist? Ok, ein bisschen nagt es schon an mir. Aber der Umstand, dass es mir nicht aufgefallen ist, obwohl ich sonst ein richtiges 5.1-Surround-System im Zimmer habe, sagt schon einiges. Virtual Surround ist weit gekommen. Die Soundqualität des HyperX überzeugt ebenfalls – zumindest in Games. Das Mikrofon ist gut hörbar, die Fernbedienung erleichtert die Bedienung und der Tragekomfort könnte kaum besser sein. Für den Preis ein faires Angebot.

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Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Senior Editor, Zürich
Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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