Xbox Scorpio: So viel Leistung steckt in Microsofts 4K-Konsole
Review

Xbox Scorpio: So viel Leistung steckt in Microsofts 4K-Konsole

Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Zürich, am 07.04.2017
Microsoft hat neue Details zur kommenden Konsole Xbox Scorpio preisgegeben. Sie soll die stärkste Konsole der Welt sein und 4K-Gaming ohne Kompromisse ermöglichen. Nun steht fest, welche Hardware-Leistung sie tatsächlich liefert.

Sony hat mit der PS4 Pro seit letztem Herbst bereits eine 4K-Konsole auf dem Markt. Allerdings mit einigen Abstrichen. Für native 4K-Auflösung und idealerweise bei 60 fps reicht es nur in den seltensten Fällen. Dieses Jahr folgt Microsofts eigenes Konsolen-Upgrade: die Xbox Scorpio. Sie soll deutlich schneller als die PS4 Pro sein und selbst mit Spitzen-PCs mithalten können.

Die Hardware-Experten von Digital Foundry erhielten exklusiven Einblick in die Xbox Scorpio (nicht die finale Bezeichnung) und liessen es sich nicht nehmen, sie im Detail auszuleuchten. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

Die Hardware

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Hier drunter steckt das Herz der Xbox Scorpio: Ein 16nm-FinFET-Chip.

Jeder, der schon mal auf seinem PC ein Spiel in 4K-Auflösung probiert hat, weiss: Die Grafik braucht brutal viel Leistung. Selbst modernste Grafikkarten meistern die Königsklasse nicht immer. Die Xbox Scorpio ist daher mit einem x86-Prozessor mit acht Kernen und einer Taktrate von 2.3 GHz ausgestattet. Die Grafikkarte soll bei 1172 MHz 6 Teraflops Leistung aufbringen. Unterstützung gibt es von 12 GB GDDR5-RAM mit einer Speicherbandbreite von 326 GB/s.

Die technischen Daten sprechen eine eindeutige Sprache. Gegenüber der Xbox One ist der Prozessor 30 Prozent schneller und die Grafikkarte 4.6 mal so schnell. Statt 8 GB gibt es neu 12 GB RAM. In der Theorie ist die Xbox Scorpio also ein «wahres Biest» wie es Digital Foundry ausdrückt.

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«Forza Motorsport» in knackigen 4K bei stabilen 60 fps.

Die Leistung demonstrierte Microsoft anhand der Forza-Motorsport-6-Grafik-Engine. Bei einer vergleichbaren Detailfülle wie auf der Xbox One schaffte die Scorpio in 4K stabile 60 Bilder pro Sekunde. Dabei nutzte sie nur 60 bis 70 Prozent der zur Verfügung stehender Leistung. Die Xbox One lief dagegen mit 90-Prozent-Auslastung fast am Limit.

Vergleich mit PS4 Pro und PC

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Bild: PC Games

Digital Foundry hat «Forza 6 Apex» mit ähnlichen Einstellungen in 4K auf dem PC getestet. Nur die GTX 1080 schaffte es mit einer absolut stabilen Framerate. Dabei zählt eine GTX 1080 ganze 9 Teraflops. PC-Games müssen deutlich an der Effizienzschraube drehen, findet Digital Foundry. Eine GTX 1080 Ti hat gar 11.3 Teraflops.

Die PS4 Pro auf der anderen Seite kommt mit einer CPU-Taktrate von 2.1 GHz und 4.2 TFLOPS aus. Auf dem Papier ist die Scorpio also deutlich stärker als Sonys Flaggschiff. Die Speicherbandbreite ist ebenfalls deutlich höher als bei der PS4 Pro und sogar höher als die einer GTX 1080. Ein UHD-Bluray-Laufwerk ist wie schon bei der Xbox One S verbaut.

Und ohne 4K-TV?

Wie bei der PS4 Pro profitiert ihr auch, wenn ihr keinen 4K-Fernseher besitzt. Alle Xbox-One-Spiele sollen die Leistung der Scorpio anzapfen können. Entweder laufen sie schneller oder sie sehen schöner aus. Wie das auch auf der PS4 Pro durch Performance-Patches geschieht. Selbst 360-Klassiker sollen in neuem Glanz erstrahlen.

Preis und Termin

Die Xbox Scorpio soll dieses Jahr erscheinen, wahrscheinlich im Herbst. Am 11. Juni an der Game-Messe E3 wird Microsoft die Konsole offiziell enthüllen und wir werden hoffentlich endlich auch ein paar Games zu sehen bekommen. Digital Foundry schätzt den Preis auf 500 Dollar – so teuer wie damals die Xbox One. Inklusive Zoll und Importgebühren muss man in der Schweiz wohl eher mit 550 bis 600 Franken rechnen.

Fazit

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Die wichtigsten Innereien der Xbox Scorpio.

Der erste Eindruck der Xbox Scorpio ist äusserst positiv. Leistungstechnisch scheint sie über alle Zweifel erhaben. Echtes 4K-Gaming müsste damit durchaus möglich sein und das mit deutlich weniger Kompromissen als bei der PS4 Pro. Selbst PC-Gamer könnten neidisch werden. Wie immer kommt es am Ende aber auf die Software an – sprich die Spiele. Da wohl bis auf Weiteres niemand exklusiv für die Xbox Scorpio entwickelt, wird auch das Potential nicht vollends ausgeschöpft. Dennoch dürft ihr euch über schärfere Texturen und eine bessere Framerate freuen. Aktuell hat die Xbox One teilweise selbst bei einer Auflösung von 900p zu kämpfen. Da wird der Sprung auf 3840 X 2160 Pixel mehr als beeindruckend sein.

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Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Senior Editor, Zürich
Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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