

Zu heiß? Mit diesen 5 Tricks kommst du gesund durch den Sommer
Viel trinken, wenig bewegen, luftige Kleidung: Wenn es wieder richtig heiß wird, suchen wir sofort nach Abkühlung. Wie du dir mit ein paar cleveren Tricks die Sommerhitze erträglicher machst und deinen Körper dabei gesund unterstützt, erfährst du hier.
Sobald das Thermometer über dreißig Grad klettert, gerät dein System unter Stress. Dein Körper weitet die Adern und pumpt massenhaft Blut in die Hautgefäße, um die Wärme an die Luft abzugeben und so eine Überhitzung zu vermeiden. Das ist überlebenswichtig, hat allerdings auch einen Haken. Durch die Umverteilung fehlt deinem Gehirn und deinen inneren Organen Sauerstoff und Energie. Du fühlst dich träge, müde und erschöpft. Wie erschlagen von der Hitze eben.
Die üblichen Ratschläge gegen diese Hitzeerschöpfung kennst du sicher längst: viel trinken, Sonne meiden, Wohnung abdunkeln, luftig kleiden und Anstrengung reduzieren. Wenn du dich aber nicht erschöpft und reglos im dunklen Keller verschanzen willst, bis der Sommer wieder vorbei ist, helfen diese fünf Tipps, um deine innere Klimaanlage effektiv zu regulieren.
1. Bitter statt süß
Gönnst du dir bei heißem Wetter eine kühle Limo zur Abkühlung, bekommt dein Körper ein Problem: Dein Stoffwechsel arbeitet bei Hitze ohnehin schon auf Hochtouren. Muss er nun zusätzliche Energie für die Zucker-Verdauung aufwenden, produziert er noch mehr innere Wärme. Setze lieber auf bittere Alternativen wie kalten Grüntee oder ein zuckerfreies Tonic Water. Da Bitterstoffe den Speichelfluss anregen, können sie das Durstgefühl angenehm dämpfen. Zudem entlasten pflanzliche Bitterstoffe (auch in Salaten wie Radicchio) oder das Chinin im Tonic Water die Leber. Solltest du Wasser bevorzugen, schlägt stilles Wasser Sprudelwasser, weil die Kohlensäure den Magen bei Hitze manchmal zusätzlich belastet.
2. Das abendliche Magnesiumbad
Vor dem Schlafengehen hilft ein Fußbad, um überschüssige Wärme abzugeben. Auch wenn du dich nach Kälte sehnst, sollte das Wasser niemals eisig, sondern lauwarm sein. So können sich die Blutgefäße weiten und die Hitze über die Füße abgeben. Soweit, so bekannt. Besonders effektiv wird das Bad durch einen entscheidenden Zusatz: Magnesium-Flakes. Das sind reine Magnesiumchlorid-Flocken aus natürlichen Salzablagerungen, die sich im Wasser sofort auflösen. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Magnesium das Nervensystem beruhigen und muskuläre Verspannungen lösen kann. Dein ganzer Körper fährt leichter herunter und du findest in Tropennächten schneller in den Schlaf.

3. Menthol für die Kälterezeptoren
Wenn du an heißen Tagen schnell Erfrischung suchst, gehört Pfefferminzöl zu den effektivsten Helfern. Das Öl kühlt dich auf einem sehr eleganten physiologischen Umweg ab. Das darin enthaltene Menthol dockt an die TRPM8-Kälterezeptoren der Haut an und meldet dem Gehirn einen spürbaren Temperaturabfall. Eiskalte Getränke hingegen senken die Temperatur im Körperkern und zwingen das System dazu, sofort eigene Wärme zu produzieren. Menthol erzeugt das Kältegefühl ausschließlich außen auf der Haut. Dadurch bleibt dein Kreislauf ruhig und dein Körper muss nicht gegenregeln.



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Für das ultimative Frische-Erlebnis mischst du ein paar Tropfen reines Pfefferminzöl mit Wasser in einer kleinen Sprühflasche. Nach kurzem Schütteln reichen einige Spritzer auf Puls, Nacken oder Schläfen völlig aus. Du kannst auch etwas Öl in deine Bodylotion geben und dir nach dem Duschen die Beine damit eincremen.
4. Die Wärmflasche im Gefrierfach
Hast du deine Wärmflasche schon mit den Wintersachen weggeräumt? Dann zieh sie schnell wieder aus dem Schrank und benutze sie als Kühlflasche. Fülle sie zur Hälfte mit kaltem Leitungswasser und lege sie für zwei Stunden ins Gefrierfach. Abends wickelst du sie in ein Handtuch und nimmst sie mit ins Bett. Sie gibt über viele Stunden eine sanfte Kühle ab. Das dicke Material schützt deine Haut dabei zuverlässig vor Kälteschäden, die bei Plastik-Kühlakkus entstehen können.
5. Kühlung über die Atmung
Du kannst dich auch einfach cool atmen. Die Sitali-Atmung aus dem Ayurveda nutzt simple Physik zur Abkühlung. Du rollst deine Zunge zu einem kleinen Röhrchen und saugst die Atemluft zischend darüber ein. Falls du die Zunge genetisch bedingt nicht rollen kannst, legst du die Zungenspitze einfach hinter die oberen Schneidezähne. Die einströmende Luft streicht über den feuchten Speichel und kühlt sich ab, bevor sie in die Lunge gelangt. Das erfrischt den Rachenraum und kann den Körper spürbar beruhigen.
Der abgedunkelte Keller kann also getrost leer bleiben. Wenn du deine innere Klimaanlage mit ein paar physiologischen Tricks selbst steuerst, nimmst du dem ganzen System den großen Stress. Dein Kreislauf arbeitet ruhiger, du kannst klarer denken und die träge Erschöpfung weicht einem angenehmen Sommergefühl.
Wissenschaftsredakteurin und Biologin. Ich liebe Tiere und bin fasziniert von Pflanzen, ihren Fähigkeiten und allem, was man daraus und damit machen kann. Deswegen ist mein liebster Ort immer draußen – irgendwo in der Natur, gerne in meinem wilden Garten.
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