
Frühe Spuren
Deutsch, Avner Bergstein, Danielle Bazzi, Isolde Böhme, Lionel Bailly, Richard Rink, 2023
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In Band 18 der Internationalen Psychoanalyse liegt ein Schwerpunkt auf der frühen Beziehung zwischen Mutter und Kind: Wie ist diese zu denken und was folgt daraus für die psychoanalytische Theorie und Praxis? Die Autorinnen und Autoren untersuchen die transgenerationale Weitergabe früher Verluste über den mütterlichen Neid, den Ursprung von Kunst in der Zwischenleiblichkeit von Mutter und Ungeborenem sowie die Bedeutung der Wahrnehmung von Sinneseindrücken für die Psyche. Ausserdem zeigen sie, wie Teleanalyse ein Fenster für frühe Formen des Begehrens öffnen kann, und konzeptualisieren ein mütterliches Bündnis, das die Gewalt unter Geschwistern begrenzen soll. Der zweite Schwerpunkt fokussiert die feldtheoretischen Entwicklungen in der Psychoanalyse von Lewin bis Civitarese. Ein Essay zum Film "First Reformed", in dem die Regression auf primitivste Mechanismen in der Auseinandersetzung mit der Klimakatastrophe herausgearbeitet wird, beschliesst den Band. Das International Journal of Psychoanalysis gilt als weltweit wichtigste Fachzeitschrift der Psychoanalyse. Aus diesem reichen Fundus versammelt Internationale Psychoanalyse jährlich ausgewählte Beiträge in deutscher Übersetzung. Mit Beiträgen von Lionel Bailly, Danielle Bazzi, Avner Bergstein, Giuseppe Civitarese, Lindsay L. Clarkson, Siri Hustvedt, Jorge Luis Maldonado, Christopher W.T. Miller, Rosine Jozef Perelberg, Donald R. Ross, Jill Salberg und Stefanie Sedlacek.

Frühe Spuren
Deutsch, Avner Bergstein, Danielle Bazzi, Isolde Böhme, Lionel Bailly, Richard Rink, 2023
Politik und Sexualität sind von jeher eng verknüpft. Debatten über Sexualmoral dienten im Deutschland des 20. Jahrhunderts immer auch der Aushandlung von politischen Prozessen, vor allem der Auseinandersetzung mit Schuld und Erinnerung in der Nachkriegszeit. Dagmar Herzog arbeitet die zentrale Bedeutung von Sexualität für das Verständnis historischer Entwicklungen heraus. Sie zeichnet die Sexualgeschichte Deutschlands von der Zeit des Nationalsozialismus über die verkrustete Adenauer Ära, den Aufbruch der 1968er und die realsozialistische DDR bis hin zur Wiedervereinigung nach und zeigt, wie Sexualität, Moral und Erinnerung miteinander verwoben sind. Dabei räumt sie unter anderem mit vermeintlichen Gewissheiten über die Zeit des Nationalsozialismus auf, die keineswegs so lust- und sexualfeindlich war, wie es oft dargestellt wird.

Die Politisierung der Lust
Deutsch, Andreas Hill, Anne Emmert, Dagmar Herzog, Hertha Richter-Appelt, Katinka Schweizer, Martin Dannecker, Ursel Schäfer, 2021
Gesellschaftliche Macht übt eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Personen aus, die an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden. Karrierebesessenheit, ungezügelte Selbstbezogenheit, Siegermentalität und Größenfantasien sind Eigenschaften, die der narzisstisch gestörten Persönlichkeit den Weg an die Schaltstellen ökonomischer oder politischer Macht ebnen. Indem sich diese Personen vorzugsweise mit Ja-Sagern, Bewunderern und gewitzten Manipulatoren umgeben, verschaffen sie sich zwar eine Bestätigung ihres Selbstbildes, untergraben aber ihre Selbstwahrnehmung und verfestigen ihren illusionären und von Feindbildern geprägten Weltbezug. Fremdenhass und Gewalt gegen Sündenböcke zu schüren, gehört zu den bevorzugten Herrschaftstechniken narzisstisch gestörter Führer. Geblendet von seinen eigenen Größen- und Allmachtsfantasien verliert der Narzisst den Kontakt zur gesellschaftliche.

Gemeinsam mit Edna Adelson, Vivian Shapiro und anderen gründete die Psychoanalytikerin Selma Fraiberg 1972 in Ann Arbor, Michigan, das Child Development Project. Hier erarbeiteten Fachleute aus Kinderanalyse, Psychologie, Psychiatrie, Sozialarbeit und Säuglingspflege in einer ambulanten Klinik zusammen eine psychoanalytisch fundierte klinische Interventionsmethode, um Babys, deren körperliche und/oder seelische Entwicklung gefährdet war, und ihren häufig minderjährigen, traumatisierten und in Armut lebenden Müttern zu helfen. Anhand detaillierter Fallbeschreibungen werden die Entwicklung des Projekts, die Methode der klinischen Begutachtung, die Erstellung individueller Behandlungspläne und die Kontrolle des Therapieerfolgs erläutert. Dabei wird deutlich, wie sich trotz der sozial widrigen Umstände ein tragfähiges therapeutisches Arbeitsbündnis aufbauen lässt und wie dem Mutter-Baby-Paar mithilfe einer klaren Interpretationstechnik effizient geholfen werden kann. Mit Beiträgen von Edna Adelson, Carolyn R. Aradine, John W. Bennett, Jr., Vicki Bennett, Peter Blos, Jr., Selma Fraiberg, Alicia F. Lieberman, Jeree Pawl, Vivian Shapiro, Deborah Spitz Cherniss, Betty Tableman und Howard Uman.

Seelische Gesundheit in den ersten Lebensjahren
Deutsch, Elisabeth Vorspohl, Marie-Jeanne Augustin-Forster, Selma Fraiberg, 2022
Opfer können selbst zu Tätern werden, da sie ihre eigenen Grenzen oft nicht mehr angemessen wahrnehmen, schützen oder verteidigen können. Dies betrifft nicht nur sexuelle Übergriffe, sondern auch Diskriminierungen, Stigmatisierungen oder die Anwendung struktureller Gewalt gegen Einzelne. Hilflosigkeit entsteht, die zu Ohnmacht, Wut oder dem Drang nach Zerstörung von Objekten oder Personen führen kann.
Die Beiträger untersuchen die Beziehungen von Opfern und Tätern aus ökosozialen und therapeutischen Perspektiven. Auch die Betroffenensicht wird durch den Bericht einer Patientin, die selbst Opfer war, integriert. Es wird dazu angeregt, über den eigenen Status als „Opfer“ oder „Täter“ nachzudenken, die Auseinandersetzung mit dem Thema Trauma und Gesellschaft zu vertiefen sowie eine neue Wertekultur in der Psychotherapie zu entwerfen.
Mit Beiträgen von Marie-Luise Althoff, Mathias Becker, Angelika Eibach-Bialas, Bärbel Heise, Jochen Kehr, Rebecca Kitzmann, Jennifer Mioc, Wiebke Pape, Franz Resch, Ulrich Sachsse, Beate Schneider, Sabine Trautmann-Voigt, Beatrix Vill, Ralf Vogt und Bernd Voigt.

Mit Blick auf die Transformationen der psychotherapeutischen und psychoanalytischen Aus- und Weiterbildung gewinnen Konzeptentwicklung und Konzeptforschung zunehmend an Bedeutung. Der erste Band der Reihe „Interdisziplinäres Psychoanalytisches Forum“ widmet sich der „Kompetenzorientierung“ - einem mittlerweile zentralen Schlagwort innerhalb einer fächer- und bereichsübergreifenden Diskussion. In seinem Hauptartikel diskutiert Herbert Will die Versuche, im Kontext einer psychoanalytischen Haltung diverse Kompetenzen zu identifizieren. Wichtige Vertreter der klinischen Psychoanalyse, der empirischen Psychotherapieforschung und der kritischen Bildungsforschung reagieren auf seine Position, wodurch dialogisch neue und vertiefende Perspektiven entstehen: Kompetenz wird dabei als Bildungsprozess begreifbar, dessen Umrisse durch kritische Begriffsarbeit immer wieder geschärft werden müssen. Hauptartikel und Replik von Herbert Will, Kommentare von Johannes C. Ehrenthal, Antje Gumz, Jutta Kahl-Popp, Roland Reichenbach, Christoph Türcke und Rolf-Peter Warsitz.

Der Computer kann uns in vieler Hinsicht im Leben nützlich sein. Aber der Gedanke, dass er den Menschen und das Leben ersetzen könnte, ist eine Manifestation der Krankheit unserer Zeit. Erich Fromm entwickelt seine Gedanken für eine Neuorganisation von Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Kultur zu Beginn der digitalen Revolution. Angesichts der zunehmenden Abhängigkeit von Technik plädiert Fromm dafür, dass der Mensch weiterhin das Ziel und das Mass setzt, wenn Algorithmen und künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen. Inzwischen ist die Digitalisierung allgegenwärtig. Fromms Überlegungen zu einer Humanisierung der Technik sind nicht nur visionär, sondern auch von grosser Aktualität.

Gewalterfahrungen von Jungen und Männern und die Folgen für ihre Gesundheit: Sechster Deutscher Männergesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit.

Gewalterfahrungen von Jungen und Männern und die Folgen für ihre Gesundheit
Deutsch, Anne Maria Möller-Leimkühler, Martin Dinges, 2025
Jugendkriminalität und delinquente Grenzüberschreitungen treten zu allen Zeiten in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Formationen auf. Die Aufgabe der psychoanalytischen Pädagogik besteht darin, ein angemessenes Verständnis für die Lebenssituation der Jugendlichen zu finden, das adäquate pädagogische Antworten fernab von überzogenen Strafbedürfnissen, fahrlässigem Wegsehen und kontextfreier individueller Adressierung ermöglicht. Denn gesellschaftliche Verwerfungen haben einen erheblichen Anteil daran, dass notwendige Sozialisationsleistungen misslingen.
Vor diesem Hintergrund zeigen die Autorinnen und Autoren, wie wichtig es ist, in der Pädagogik das Phänomen Jugenddelinquenz als ein sozial bedingtes und mit individuellen Konflikten verwobenes Problem zu verstehen, das aufgrund der Biografie und Sozialisationsgeschichte bis in die Tiefenschicht der psychosozialen Integrität hineinreichen kann. Die Voraussetzung für eine pädagogische Beziehungsgestaltung ist daher, die innere Konflikthaftigkeit, die strukturellen Besonderheiten der Persönlichkeitsentwicklung, Bindungserfahrungen und mögliche Traumatisierungen mit den entsprechenden Folgen zu berücksichtigen.
Mit Beiträgen von Bernd Ahrbeck, Wilfried Datler, Mischa Engelbracht, Ulrike Fickler-Stang, Rebecca Friedmann, Andreas Hamburger, Helmwart Hierdeis, Dieter Katzenbach, Peter Möhring, Tilmann Moser, Hans-Joachim Plewig, Winnie Plha, Michaela Stiepel, Achim Würker und David Zimmermann.

Humanistische Psychotherapie mit dem Fokus auf Fühlen und Erleben im Hier und Jetzt unterstützt Patientinnen und Patienten in ihrer emotionalen Selbstregulation, ihrer existenziellen Orientierungssuche und ihrer lebenswirklichen Handlungsfähigkeit. Sie erfahren affektiv und emotional ihre Problematiken und lernen, störende Muster zu verändern. Prominente Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Ansätze der humanistischen Psychotherapie verdeutlichen theoretisch wie praktisch ihre integrativ zusammengewachsenen Arbeitsprinzipien und unterstreichen dabei die zentrale Rolle von Emotion und Erleben. Mit Beiträgen von Albrecht Boeckh, Werner Eberwein, Silke B. Gahleitner, Martha Hüsgen-Adler, Christoph Kolbe, Jürgen Kriz, Alfried Längle, Manfred Thielen und Bärbel Wardetzki.

Fühlen und Erleben in der Humanistischen Psychotherapie
Deutsch, Manfred Thielen, Werner Eberwein, 2019