
Fassbinder über Fassbinder
Deutsch, Rainer Werner Fassbinder, Robert Fischer, 2004
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Rainer Werner Fassbinder (1945-1982), Autor, Regisseur, Theatermann und Filmemacher, hat sich nie versteckt. Von Anfang an sprach er in Interviews mit Journalisten und Freunden unumwunden und ausführlich über sich selbst und seine Arbeit. Als wollte er die offen oder latent autobiografischen Elemente seiner Filme und Stücke durch persönliche Statements und Erläuterungen ergänzen oder korrigieren. Im Gespräch erwies sich Fassbinder immer als politisch hellwach, die gesellschaftlichen Verhältnisse mit Klarsicht analysierend und gnadenlos selbstreflexiv. Für das Verständnis seines Werkes ist die Lektüre der Interviews, die er im Laufe der Jahre gegeben hat, unerlässlich. Dieser Interviewband versammelt 25 Gespräche mit Rainer Werner Fassbinder, die zwischen 1969 und 1982 entstanden und somit die gesamte Karriere des wichtigsten deutschen Regisseurs nach dem Zweiten Weltkrieg abdecken.

Fassbinder über Fassbinder
Deutsch, Rainer Werner Fassbinder, Robert Fischer, 2004
Wohl kaum ein Regisseur hat in den letzten Jahren die Gemüter von Publikum und Kritik mehr erregt als der Amerikaner David Lynch. Seine Filme sind ebenso gewalttätige wie erotische Reisen durch einen amerikanischen Alptraum. Nun gibt es endlich eine Neuauflage von Lynch über Lynch. "Wunderbare Gespräche, die immer dann am spannendsten sind, wenn vom Kino gerade nicht die Rede ist - und doch von nichts anderem. Wenn der Regisseur erzählt von Träumen und Erinnerungen, von Francis Bacon, von der Farbe Schwarz, die wie eine kleine Pfote ist, von der Schönheit von Fabrikschloten. Von der subjektiven Wahrnehmung der Welt eben und dem Versuch, etwas davon mitzuteilen auf der Leinwand. Lynch über Lynch ist ein Rätselbuch, in dem man ebenso viele Geheimnisse entdecken kann wie in seinen Filmen." (Süddeutsche Zeitung) "Was Lynch über sich und sein Fortkommen, das Höhen und Tiefen kannte, mitteilt.".

Ein aussergewöhnlicher Einblick in die gemeinsame Arbeit zweier weltberühmter Filmregisseure: Wim Wenders über seine Arbeit mit Michelangelo Antonioni Mitte der Neunziger Jahre an "Jenseits der Wolken". Die Zeit mit Antonioni - der Titel ist bescheiden, das Unternehmen einmalig, das Buch ein Fest fürs Auge: Ein prachtvoller Kunstband, ein Bilder- und Lesebuch, ein Buch der Stars und Städte mit farbigen Panorama-Fotos und einzigartigen Schauspielerporträts. Mit über 200 Fotos von Wim und Donatha Wenders. Grossformat 24 x 30 cm. Kunstdruckpapier.

Unter der Hand und scheinbar absichtslos entwirft Wim Wenders eine eigene kleine Theorie der Wahrnehmung. Er spricht über sein Handwerk, über das Drehbuchschreiben und über die Gefahren und Chancen der neuen visuellen Techniken.

In diesem Band schreibt Wim Wenders über Künstler, deren Werke ihm nahestehen und nahegehen. Was ist das Besondere an den Fotos von Barbara Klemm, James Nachtwey und Peter Lindbergh? An einer kleinen Zeichnung von Paul Cézanne oder den Bildern von Edward Hopper? An den Filmen von Anthony Mann und Yasuhiro Ozu? An den Choreographien von Pina Bausch und den Kleidern von Yohi Yamamoto? Wim Wenders findet die Antwort, indem er schreibend die besondere Perspektive der Künstler erkundet. Aus den Texten über andere ergibt sich eine kleine Poetik des Blicks, die auch Wim Wenders eigenes Schaffen als Filmemacher und Fotograf kennzeichnet.

"Grace under pressure" - unter Druck das Notwendige tun, in schwieriger Lage Haltung beweisen - so lautet die alte Heldenformel. Wie rar so ein Verhalten in der wirklichen Welt ist, zeigt sich gerade in der Systemkrise Berliner Filminstitutionen. Es war natürlich damit zu rechnen, dass sich Russlands Angriffskrieg, die reaktionäre neue Stadtregierung und eine überforderte Kulturstaatsministerin in das hiesige Kulturleben eintragen würden. Aber die Art und Weise, wie binnen kürzester Zeit Berlinale, Arsenal, DFFB, Deutsche Kinemathek und Filmmuseum, Sinema Transtopia - um hier nur die prominentesten Beispiele zu nennen - in Schieflage geraten sind, ist beispiellos. Filmkultur ist hierzulande offenbar eine Schönwetterveranstaltung. In ihrer Existenz bedroht (Sinema plötzlich ohne städtische Förderung, nach einer Petition aber für den Augenblick 'gerettet'), auf Jahre ohne Haus (Kinemathek und Filmmuseum, die sich in der Hoffnung auf ein neu zu bauendes Filmhaus verspekuliert haben), zu einer nomadischen Interimszeit gezwungen (Arsenal und DFFB, deren neue Standorte nicht rechtzeitig fertig werden), in einer profunden Führungs- (DFFB, zur Zeit wieder einmal kopflos) bzw. in einer von der Ministerin aufgezwungenen Identitätskrise (Carlo Chatrian hat sie auf rufschädigende Art demontieren lassen, auf dem Weg zurück zu Kosslick'scher Machtfülle - und offenbar auch zu seinem Anti-Intellektualismus). Die Häufung der schlechten Nachrichten zeigt eine katastrophale Geringschätzung der Politik für den Film als Kultur. Nicht nur gibt es keine Wertschätzung, keine nachhaltige Strategie, immer soll der Film in Dienst genommen werden - um das eigene Amt mit 'Glamour' aufzuladen, einen 'Standort' aufzuwerten, um 'Sparwillen' zu demonstrieren oder in der Negation 'Profil' zu gewinnen. Dagegen müssen wir uns wehren - und dem Pessimismus des Verstandes einen Optimismus des Willens entgegensetzen.

Revolver 49
Deutsch, Benjamin Heisenberg, Christoph Hochhäusler, Franz Müller, Marcus Seibert, Nicolas Wackerbarth, Saskia Walker, 2024