Aus der R&D-Sitzung: Die letzten Schliffe am digitec-PC, powered by Joule Performance
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Aus der R&D-Sitzung: Die letzten Schliffe am digitec-PC, powered by Joule Performance

Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Zürich, am 27.04.2017
Digitec hat gemeinsam mit den Schweizer Hardware-Tüftlern «Joule Performance» einen PC entwickelt. Er wird in streng limitierter Auflage in Kürze erhältlich sein. Ich war an einem Meeting, an dem der Prototyp vorgestellt und die letzten Schliffe besprochen wurde.

Im vierten Stock des digitec-Hauptsitzes gibt es ein kleines Sitzungszimmer, das wir intern «Pirat» nennen. Schwarze Wände mit Illustrationen eines Roboters darauf. In diesem Raum sitzen wir. Wir sind Digitec-Redakteure, Product Manager sowie Category Manager und Grafiker. Der Zweck des Besuches: Lichtfarben und Logopositionen. Es geht darum, dem digitec-PC, den wir in Zusammenarbeit mit Joule Performance gestaltet haben, den letzten Schliff zu verpassen.

Die Specs stehen grösstenteils fest. Die einzelnen Bauteile des PCs sind so aufeinander abgestimmt, dass ein Maximum an stabiler Performance herausgeholt wird. Und dann hat Produktmanager Frédéric Müller noch einige visuelle Goodies eingebaut. «Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwierig es ist, Kabelfarben zu bestimmen», sagt er mit einem Lachen. Denn im Normalfall seien Kabel einfach Kabel, die sauber gebündelt in Towers verpackt sind.

Das Konzept des PCs ist einfach: Frédéric hat sich mit den Profis von Joule Performance hingesetzt und einen Preis festgesetzt und die Grobkonfiguration genannt. «Die Maschine soll bezahlbar sein und für den Preis so viel Leistung wie nur irgendwie möglich leisten», sagt der Produktmanager. Mit nur der Zahl für den Verkaufspreis hat bei Joule Performance die Arbeit begonnen.

Overclocking vom Weltmeister

Bei Joule Performance wird nichts dem Zufall überlassen und alles wird getestet und für stabil befunden. Während die anderen über Kabelfarben diskutieren und versuchen, den PC ans Präsentationssystem im Pirat anzubinden, damit wir Blick auf Hardwaremonitoring-Programme haben können, liegt vor mir eine Checkliste der Tests, die von Hiva Pouri, Overclocker bei Joule Performance, durchgeführt wurden. Sie ist etwa drei Seiten lang. Einige Einträge verstehe ich als Amateurschrauber gut. «Temperature CPU stable» zum Beispiel. Andere Einträge könnten auch mit «fdghjkrtfohiujeroiu» zusammengefasst sein und in meinem Kopf würden gleich viel Informationen ankommen.

Warum du deinen *PC selber zusammenbauen** sollst
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Fakt ist, der Prozessor ist auf 4.7 GHz stabil übertaktet. Sprich, der PC überhitzt nicht und stürzt auch nicht ab. Dafür sorgt Hiva Pouri, der in der Vergangenheit mehrfach an Overclocking-Weltmeisterschaften teilgenommen und gewonnen hat. Sprich: Besseres Overclocking gibt es hochoffiziell nicht. «Klar, ich hätte locker bis 5 GHz gehen können, vielleicht sogar 5.1, aber das wäre dann auf Kosten der Systemstabilität gegangen», sagt er. Denn das Ziel des PCs ist nicht, dass er nach einer Benutzung und einem Peak den Geist aufgibt, sondern dass du dir das Teil in die Wohnung stellen kannst und lange Freude daran hast. Denn nebst Frequenz setzt Hiva auch darauf, dass die Temperatur des Prozessors so nahe an der Raumtemperatur wie möglich bleibt und die Voltzahl tief bleibt. Die aktuellen Werte: Voltzahl tief, Temperatur etwa 6°C über Raumtemperatur. Dies geht nur, wenn die CPU geköpft, die Wärmepaste ersetzt und die Kühlung komplett ausgetauscht wird.

Darum sitzen wir im Sitzungszimmer und beraten.

Blau oder rot?

«Das LED auf dem Mainboard bleibt leider orange», sagt Philipp Krähenbühl, Marketingexperte bei Joule Performance, «alles andere können wir frei einstellen». Die RAM pulsieren blau, das gefällt. Doch wollen wir die Hauptbeleuchtung weiss oder blau? Blau wirkt dunkler, schwerer und mächtiger. Weiss hebt die Details im Innern des PCs hervor. Wir probieren herum.

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Andere Frage: Welche Logos sollen wo und in welcher Farbe auf das Gehäuse kommen?

Argumente pro und kontra werden ausgesprochen, irgendwie beschliessen wir, dass eine demokratische Abstimmung her muss. Warum? Weil einig scheinen wir uns mit der Diskussion alleine nicht zu werden. Wir sind zu siebt. Drei für Blau, eine Enthaltung… Tja, neuer Versuch. Irgendwie scheint die Demokratie an farbigen Lämpchen in PCs zu scheitern. Oder an uns. Wir überlegen das kurz und sind uns einig: Es sind die PCs.

Am Ende einigen wir uns darauf, dass die RAM blau pulsieren, das Gehäuse blau ausgeleuchtet wird und die Grafikkarte rot leuchtet. Und das hat nur knapp zwei Stunden gedauert.

Wann kommt der PC? Was steckt drin?

Was genau im PC drinsteckt, werde ich dir nicht verraten. Denn bis zum Schluss werden wir wohl an der Konfiguration feilen. Denn wenn wir dir für unseren festgesetzten Preis noch bessere Leistung bieten können, dann tun wir das natürlich.

Der digitec-PC ist aber streng limitiert. Wir werden in der ersten Serie nur 20 Stück zum Sonderpreis anbieten. Die Folgeserien dürften, so lautet es im Meeting, etwas teurer ausfallen.

Eines können wir dir aber schon verraten. Er wird Zenon ZX heissen.

Wenn du den Zenon ZX sehen willst: Er ist an der Fantasy Basel am Asus-Stand ausgestellt. Dies ist aber nur ein Prototyp, wohl derselbe, über den wir uns im Meeting gebeugt haben. Zu kaufen wird es das kleine Bijou aber erst ende Mai, anfangs Juni geben.

Bis dahin: Was erwartet ihr vom Zenon ZX? Wie viel soll das Teil kosten? Lasst es uns in den Kommentaren wissen. Weil billiger werden wir nie Marktforschung betreiben können.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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