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Auf welcher Plattform wirst du «Modern Warfare 4» zocken?

Mit «Modern Warfare 4» kannst du auch unterwegs auf der Switch 2 ballern. Hier erfährst du, ob der Port gelungen ist, oder ob du besser zu einer anderen Version greifst.
Vorab: Hierbei handelt es sich um keine klassische Review mit Sternebewertung. Der Beitrag beleuchtet lediglich die Qualität der Switch-2-Version von «Call of Duty: Modern Warfare 4». Ein ausführlicher Test zum Spiel folgt.
Im Zuge der Übernahme von Activision Blizzard schloss Microsoft mit Nintendo einen Deal ab: «Call of Duty» soll die nächsten zehn Jahre auch auf Nintendo-Konsolen erscheinen. Mit «Modern Warfare 4» sehen wir nun die ersten Früchte dieser Vereinbarung. Die epische Saga rund um den ikonischen Schnauzträger Captain Price findet im vierten Teil ein bombastisches Ende – und Nintendo-Fans können endlich auch mitballern.
Ich verrate dir, ob der ambitionierte Port von Infinity Ward und Support-Studio Digital Legends gelungen ist – und mit welchen Abstrichen du rechnen musst.

Die Switch 2 ermöglicht es dir, «Modern Warfare 4» auch unterwegs zu spielen. In diesem Abschnitt bewerte ich, wie gut sich das Game für den Handheld-Modus eignet.
Um zu testen, wie stark «Modern Warfare 4» den Akku der Switch 2 beansprucht, spiele ich die verschiedenen Modi des Games jeweils eine halbe Stunde im Handheld-Modus. Ich starte bei voll aufgeladener Konsole. Helligkeit und Lautstärke sind aufs Maximum gestellt. Nintendo gibt für die Switch 2 eine Akkulaufzeit zwischen 2 und 6,5 Stunden an. Dieser Wert dient als Grundlage für die Bewertung.
In der Solo-Kampagne verbraucht «Modern Warfare 4» in 30 Minuten rund 21 Prozent Akku. Im «DMZ»-Modus (WLAN) und im Multiplayer (WLAN) sind es 22 Prozent. Hochgerechnet kommst du auf etwa 2 Stunden und 10 Minuten Spielzeit mit einer vollen Ladung.
Damit liegt «Modern Warfare 4» am unteren Ende von Nintendos Skala. Nimm für längere Handheld-Sessions also besser Ladegerät und/oder externen Akku mit.

Die Kampagnenmissionen sind kurz und knackig – bis auf eine Open-World-Mission. Das Game gibt mir immer klar vor, wohin ich gehen und was ich als Nächstes tun muss. Kurz fünf Minuten zocken und nach einer längeren Pause weitermachen? Kein Problem.
Weil es für ein Spiel wie «Call of Duty» nicht selbstverständlich ist: Ja, du kannst die Kampagne auch ohne Internetverbindung im Handheld-Modus spielen. Das Game nervt mich zwar, dass ich doch bitte den Flugzeugmodus ausschalten solle, ich ignoriere die Meldung aber einfach und zocke weiter.

Wenn ich im Handheld-Modus Zugang zu einer stabilen Internetverbindung habe, eignet sich auch der Multiplayer-Modus für kurze Baller-Snacks zwischendurch. Die Matches dauern meist nur wenige Minuten. Für den DMZ-Modus muss ich etwas mehr Zeit einplanen – eine Runde dauert 30 Minuten oder mehr.
Die kleinen Joy-Con-2-Controller eignen sich nicht für das actionreiche Baller-Gameplay von «Call of Duty». Besonders der mickrige Analogstick nervt beim Zielen – im Vergleich zum Pro-Controller ist er viel zu klein und die Steuerung dadurch zu sensibel. Das Game bietet mit Maussteuerung und Gyro-Aiming zwar alternative Steuerungsmethoden (siehe weiter unten) – die kann ich unterwegs aber nur selten nutzen.
Etwas umständlich ist auch die Position des Minus-Knopfs, mit dem ich etwa die Karte aufrufe oder aktuelle Missionsziele einblende. Bis ich den kleinen Knopf gefunden habe, vergeht wertvolle Zeit, in der ich angreifbar bin. Auf dem PS5-Controller erreiche ich das Touchpad für Karte und Missionsziele viel einfacher
Als suboptimal erweisen sich auch einige nächtliche Kampagnen-Missionen. Mit dem leuchtschwachen Display der Switch 2 erkenne ich im Zug nur schwer, was gerade los ist. Und draussen zocken kann ich komplett vergessen – das Einzige, was ich sehe, ist mein frustriertes Gesicht, das sich im dunklen Switch-2-Bildschirm spiegelt.

Ein Multiplattform-Spiel auf der Switch 2 ist mit gewissen Einschränkungen verbunden. Kein Wunder – Nintendos Handheld ist im Vergleich zu stationären Konsolen winzig. In diesem Abschnitt erfährst du, wie stark sich das auf die Spielerfahrung auswirkt.
Die grafische Qualität von «Call of Duty: Modern Warfare 4» auf der Switch 2 schwankt zwischen akzeptabel und unschön. Generell musst du im Vergleich zu anderen Plattformen mit unschärferen Texturen, weniger detaillierten Charaktermodellen, einer tieferen Weitsicht, schlechterer Beleuchtung, sowie einer deutlich (!) geringeren Auflösung rechnen. Einige Effekte, wie nasse Strassen bei Regen oder manche Schattenwürfe, fehlen auf der Switch 2 komplett.

Bei der Solo-Kampagne hat sich das Port-Studio Digital Legends für 30 Frames pro Sekunde entschieden. Es gibt keine Möglichkeit, auf einen Performance-Modus mit mehr FPS umzuschalten. In hektischen Situationen mit viel Action merke ich Framerate-Einbrüche.
Ich kann mich während der Kampagne nicht mit dem niedrigen FPS-Zielwert anfreunden. Ein Ego-Shooter mit schnellen Kamerabewegungen ist für mich in 30 FPS unspielbar.

Die 30 FPS bringen aber auch einen Vorteil mit sich: Das Spiel bietet mehr Details und läuft in einer merklich höheren Auflösung als in den anderen beiden Modi. «Höher» bedeutet aber nicht «hoch». Gerade in hektischen Situationen sehe ich unschöne Upscaling-Artefakte auf dem ganzen Bildschirm. Das Game läuft offensichtlich in einer sehr niedrigen, internen Auflösung und wird teilweise aggressiv hochskaliert. Im Handheld-Modus sieht die Kampagne stellenweise ansehnlich aus – auf meinem 83-Zöller stören mich das Flimmern, die Artefakte und die Unschärfe aber umso mehr.
Besonders skurril: «Modern Warfare 4» bietet mir zwei Upscaling-Optionen an: Filmic SMAA T2X und Nvidias DLSS. Das habe ich in einem Konsolentitel noch nie erlebt – und will ich auch nicht erleben. Ich spiele auf Konsolen, um ein fixfertiges Produkt ohne Optimierungsbedarf zu geniessen. In meiner Erfahrung erzeugt Filmic SMAA T2X etwas schärfere Bilder, jedoch auch mehr Kantenflimmern. Alle Screenshots in diesem Beitrag habe ich mit diesem Upscaler geschossen.
Nachfolgend siehst du einige Screenshot-Vergleiche aus der Kampagne im Handheld-Modus, TV-Modus und aus der PS5-Pro-Version. Besonders auffällig: Die Handheld-Variante sieht in allen Situationen viel heller und weniger kontrastreich aus.












Für den DMZ-Modus zielt «Modern Warfare 4» auf 40 FPS ab. Auch hier bemerke ich grobe Einbrüche in hektischeren Situationen. Die zehn zusätzlichen Bilder pro Sekunde machen sich dennoch deutlich bemerkbar – ein riesiger Sprung im Vergleich zur Kampagne. Die Steuerung fühlt sich direkter an und schnelle Kamerabewegungen sehen nicht mehr so ruckelig aus wie in der Kampagne.
Dafür leidet die Bildqualität deutlich. Das Game läuft in einer noch niedrigeren Auflösung. Das Resultat ist eine Optik, die sich am besten als «verschmiert» beschreiben lässt. Nachfolgend siehst du wieder Screenshot-Vergleiche zwischen Handheld-Modus, TV-Modus und PS5-Pro-Version:






Und hier folgen einige weitere Impressionen aus der demilitarisierten Zone im TV-Modus, ohne direkten Plattformvergleich (Multiplayer-Szenen lassen sich nicht eins-zu-eins replizieren):




Im Multiplayer-Modus bietet das Spiel sogar 60 Frames pro Sekunde. Und hey – dieses Ziel wird im TV-Modus tatsächlich ohne grössere Einbussen eingehalten.
Die stabile Performance bedeutet aber auch eine nochmals deutlich schlechtere Bildqualität. Das Game sieht aus, als würde ich es aus der Cloud streamen und hätte eine schlechte Internetverbindung. Das hat auch Auswirkungen auf meine Leistung – wenn verpixelte Gegner in weiter Ferne mit der Umgebung verschmelzen, ist das ärgerlich.

Je nach Spielmodus werden meine Teammitglieder und Gegner mit halber oder einem Drittel der Framerate animiert. Im Vergleich zur Beta-Version passiert das immerhin weniger oft.
Am deutlichsten wird diese CPU-Sparmassnahme im grossen Multiplayer-Modus «Ground War», bei dem 64 Spieler gegeneinander antreten und oft viele Spielfiguren gleichzeitig auf dem Bildschirm zu sehen sind.

Im Handheld-Modus kann ich den Multiplayer nicht empfehlen. Die Framerate liegt deutlich unter 60 FPS und schwankt extrem. So lässt sich «Modern Warfare 4» nicht kompetitiv spielen. Die visuellen Abstriche bei der Bildqualität sind im portablen Modus zudem noch offensichtlicher.
Nachfolgend siehst du einige Impressionen aus dem Multiplayer im Handheld-Modus, ohne direkten Plattformvergleich (Multiplayer-Szenen lassen sich nicht eins-zu-eins replizieren):



Nachfolgend siehst du einige Impressionen aus dem Multiplayer im TV-Modus, ohne direkten Plattformvergleich (Multiplayer-Szenen lassen sich nicht eins-zu-eins replizieren):



Die Switch 2 bietet einen langsameren Speicher als die «grossen» Konsolen und PCs. In Kombination mit einem riesigen Spiel wie «Call of Duty» kann das potenziell grosse negative Auswirkungen mit sich ziehen.
Hier siehst du eine Übersicht zu den Ladezeiten in den verschiedenen Spielmodi. Good News: Nintendos kleiner Handheld muss sich vor den grossen Systemen nicht verstecken.
Von Boot zu Gameplay in Mission 1
Von Boot zum Hauptquartier/Hauptmenü in DMZ:
Von Boot zum Multiplayer-Menü:

Der Switch-2-Speicher ist begrenzt. Das wissen auch viele Entwicklerstudios und komprimieren ihre Games für Nintendos mobile Konsole.
Für alle drei Modi von «Call of Duty: Modern Warfare» musst du auf der Switch 2 rund 92 GB einrechnen. Zum Vergleich: Auf der PS5 sind es 126 GB.
Nintendo-Versionen von Multiplattformtiteln bringen nicht nur Nachteile mit sich. Viele Games nutzen spezielle Funktionen der Hardware oder bieten gar exklusive Inhalte. In diesem Abschnitt erfährst du, ob das auch bei «Call of Duty: Modern Warfare 4» der Fall ist.
In der Switch-2-Version sind alle Inhalte aus den «grossen» Versionen enthalten – speziellen Nintendo-Content gibt es aber (noch) nicht. Auch Crossplay mit anderen Plattformen ist ohne Einschränkung möglich.
Das Game unterstützt zudem Cross-Progression mit einem Activision Account. Das heisst: Zuhause kannst du etwa auf der PS5 zocken und unterwegs machst du auf der Switch 2 weiter. Achtung: Cross-Progression funktioniert nur für DMZ und Multiplayer – dein Spielstand in der Kampagne wird nicht mit deinem Account verknüpft.

«Modern Warfare 4» unterstützt sowohl die Bewegungssensoren als auch die Mausfunktion der Joy-Con-2-Controller. Beide Optionen funktionieren hervorragend und können mit unzähligen Einstellungen bis ins kleinste Detail angepasst werden.
Nach einigen Spielstunden begeistert mich vor allem die Maussteuerung– sie ist ein echter Gamechanger. Nach etwas Eingewöhnungszeit verteile ich Headshots ohne Ende, ganz bequem vom Sofa aus. In der Kampagne und im DMZ-Modus kann ich diese Steuerungsoption jedoch nur bedingt empfehlen – die schnellen Kamerabewegungen, die mit der Maus möglich sind, vertragen sich nicht gut mit der niedrigen FPS. Im Multiplayer mit 60 Frames pro Sekunde funktioniert das Ganze aber umso besser.

Ein kleiner Kritikpunkt: Leider hat sich Activision entschieden, die Mausfunktion in den Menüs zu deaktivieren. Schade, denn das hätte die Navigation durch die verschachtelten Optionen deutlich vereinfacht.
Die Standardversion von «Call of Duty: Modern Warfare 4» kostet auf allen Konsolen, inklusive Switch 2, rund 80 Franken oder Euro. Die «Vault Edition» mit zusätzlichen Inhalten rund 110 Franken oder Euro.
Günstiger kommst du auf Steam davon – dort kostet das Game etwa 70, beziehungsweise 100 Franken oder Euro. Alternativ holst du dir die «physische» Version – sowohl die PS5- als auch Switch-2-Version findest du für rund 70 Franken oder Euro im Shop. Achtung: Die Switch-2-Hülle beinhaltet lediglich einen Downloadcode.
Infinity Ward und Support-Studio Digital Legends haben sich offensichtlich Mühe gegeben, dieses Monster-Spiel auf Nintendos Low-Power-Hardware zum Laufen zu bringen. Empfehlen kann ich diese Version trotzdem nicht. Mir sind die Kompromisse auf der Switch 2 insgesamt zu gross und die Vorteile zu gering – ich liebe dich, Maussteuerung.
Die Kampagne sieht akzeptabel aus, leidet aber unter dem 30-FPS-Limit – für einen Shooter zu wenig. Der DMZ-Modus ist mit 40 FPS besser spielbar, hinterlässt dafür einen deutlich unschärferen Eindruck. Am besten gelungen ist der Multiplayer-Modus mit 60 FPS, falls du mit der verschmierten Optik klarkommst. Kompetitiv wirst du auf der Switch 2 grosse Nachteile haben, besonders im Handheld-Modus, in dem die Framerate extrem schwankt und das Bild noch verpixelter und verschwommener daherkommt.
Falls du dir der grossen Abstriche bewusst bist und dir der kompetitive Aspekt des Spiels egal ist, kannst du diesem ambitionierten, aber mangelhaften Port eine Chance geben. Alle anderen greifen lieber zu einer «grossen» Version von «Call of Duty: Modern Warfare 4».
Meine komplette Review zu «Call of Duty: Modern Warfare 4» folgt nächste Woche. Folge mir als Autor und folge dem Thema Gaming, um nichts zu verpassen.
Auf welcher Plattform wirst du «Modern Warfare 4» zocken?
Meine Liebe zu Videospielen wurde im zarten Alter von fünf Jahren mit dem ersten Gameboy geweckt und ist im Laufe der Jahre sprunghaft gewachsen.
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