Dell OptiPlex 7070 Ultra im Test: Der flexible All-in-One-PC

Jan Johannsen
Hamburg, am 07.02.2020
Kleine PCs gibt es viele, aber der Dell OptiPlex 7070 Ultra fällt aus dem Rahmen. Er versteckt sich im Standfuß des Monitors. Auf deinem Schreibtisch steht dann nur noch ein Bildschirm. Das klingt praktisch und muss ausprobiert werden.

Mein iMac hat vor kurzem den Geist aufgegeben. Nach etwa neun Jahren wollte die Festplatte nicht mehr. Über eine kurze Nutzungsdauer kann ich mich nicht beschweren, aber ein neuer Speicher lässt sich mit haushaltsüblichen Mitteln nicht einbauen – und wäre angesichts der übrigen alten und abgenutzten Hardware auch nicht unbedingt sinnvoll. Trotzdem schmerzt es mich, den kompletten Rechner zum Recycling geben zu müssen. Der Rechner sieht immer noch gut aus, das Display ist noch einwandfrei und die Lautsprecher nehmen es problemlos mit den integrierten Boxen von Monitoren auf. Es hilft nichts, ich muss mich vom iMac trennen.

Die Hardware vom Display trennen

In dieser Situation kommt der Dell OptiPlex 7070 Ultra genau richtig. Mit ihm habe ich ein All-in-One-Gerät auf dem Schreibtisch stehen, kann die Hardware aber unabhängig vom Display austauschen.

PC
OptiPlex 7070 Ultra UFF (Intel Core i7-8665U, 16GB, 512GB, SSD)
1255,99
Dell OptiPlex 7070 Ultra UFF (Intel Core i7-8665U, 16GB, 512GB, SSD)

Eine vollständig modulare Lösung

Die technischen Daten:

  • Intel Core i7-8665U
  • Intel UHD Graphics 620
  • 16 GB RAM SO-DIMM DDR4
  • 512 GB SSD, SK Hynix BC511, PCIe
  • 3x USB 3.0, 2x USB-C, 3,5 mm und LAN
  • Wi-Fi 6
  • Windows 10 Pro

Aufbau, Design und Anschlüsse

Zum Lieferumfang des OptiPlex 7070 Ultra gehört ein Monitor-Standfuß. An dessen VESA-Halterung kannst du jeden Bildschirm mit einem 100×100-mm-VESA-Anschluss anbringen. Er sollte jedoch über einen USB-C-Anschluss verfügen, da dies der einfachste Weg zur Bildübertragung ist. Der kleine Rechner hat als Videoausgang nur eine USB-C-Buchse und das passende USB-C-auf-USB-C-Kabel gehört zum Lieferumfang. Für den Test stellte mir Dell den Full-HD-Monitor P2719HC zur Verfügung.

Auf dem Schreibtisch steht nur der Monitor.
Auf dem Schreibtisch steht nur der Monitor.
Der Recher steckt im Standfuß.
Der Recher steckt im Standfuß.

Der OptiPlex 7070 Ultra hat ein langes, flaches Gehäuse. Das ist optisch schlicht gehalten, soll ja aber auch kein Blickfang sein, sondern im Standfuß stecken. Es ist auch kein Problem ihn auf den Tisch zu legen, aber dann hast keinen All-in-One-PC mehr – was ja eigentlich der Sinn des Ganzen ist.

Sicherung lösen...
Sicherung lösen...
... und PC in der Halterung heraus nehmen.
... und PC in der Halterung heraus nehmen.

Der Zusammenbau stellt spätestens nach dem Blick auf die Bilder der Kurzanleitung kein Problem dar. Werkzeug brauchst du nicht, sondern steckst das Gehäuse einfach in die Halterung, die gleichzeitig die Rückseite vom Standfuß ist. Um den PC aus dem Standfuß zu nehmen, musst du nur eine Sicherung lösen und die Rückseite wieder heraus nehmen. Ein vergessenes Kabel ist also kein Problem, sondern lässt sich mit wenigen Handgriffen einstecken.

Der OptiPlex 7070 Ultra ist flach und klein.
Der OptiPlex 7070 Ultra ist flach und klein.

Um alle Anschlüsse des Dell OptiPlex 7070 Ultra zu erreichen, musst du ihn aus dem Standfuß herausnehmen. Dann kannst du ein LAN- sowie ein optionales Stromkabel anschließen und hast Zugriff auf zwei USB-3.0- und einen USB-C-Anschluss. Letzterer ist der Ausgang für das Bildsignal zum Monitor und kann gleichzeitig die Stromversorgung übernehmen. Du brauchst also nur eine Steckdose für den All-in-One-Rechner. Um die inneren Anschlüssen herum ist nicht viel Platz. Hier passen nur kleine USB-Sticks oder Kabel hin.

Innen ist wenig Platz.
Innen ist wenig Platz.

Zusätzlich verfügt der OptiPlex 7070 über einen 3,5-mm-Audioanschluss, eine USB-C- und eine USB-3.0-Buchse. Auf diese drei hast du immer Zugriff und damit auch, wenn der kleine Rechner im Standfuß steckt.

Alle Anschlüsse.
Alle Anschlüsse.

Hardware und Performance

Dell bietet den OptiPlex 7070 Ultra in verschiedenen Konfigurationen an. Mein Testgerät verfügt über den Intel Core i7-8665U und 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Für die Grafik ist der integrierte Grafikchip «UHD Graphics 620» von Intel zuständig.

Den Kaby-Lake-Chipsatz gibt es seit April 2019. Er ist für einen geringen Stromverbrauch konzipiert und eigentlich für Notebooks gedacht – in deren Gehäusen ist ja ähnlich wenig Platz wie im OptiPlex 7070 Ultra. Die 16 Gigabyte DDR4-RAM lassen ebenfalls auf Rechenpower hoffen, nur der On-Board-Grafikchip legt nahe, dass der Rechner eher für Büroprogramme und Browser als für Grafikanwendungen oder Spiele konzipiert ist.

Das Gehäuse lässt sich aufschieben.
Das Gehäuse lässt sich aufschieben.

In Zahlen ausgedrückt: In Cinebench R20, ein Tool zum Testen wie gut sich ein PC beim Rendern von Cinema 4D-Inhalten schlägt, erreicht mein OptiPlex 7070 Ultra 1519 Punkte. Zum Vergleich: In ähnlichen Regionen bewegt sich das Surface Pro 7 mit Intel Core i5-1035G4.

Beim CPU-Test von Geekbench 5, einem systemübergreifenden Benchmark-Tool, erreicht der Test-OptiPlex 1197 Punkte im Single-Core-Modus und 3357 Punkte im Multi-Core-Modus und lässt damit ein Allround-Notebook wie das Acer Aspire 5 mit Intel Core i5-10210U etwas hinter sich.

Bist du mit einzelnen Komponenten des OptiPlex 7070 Ultra nicht zufrieden, kommst du sehr leicht an einige ran. Das Gehäuse lässt sich ohne Werkzeug aufschieben. Ein zweiter Steckplatz für DDR4-RAM ist beim Testgerät noch frei. Den SSD-Speicher und das WLAN-Modul sind mit je einer Schraube an ihren Steckplätzen fixiert. Der Prozessor ist nicht direkt sichtbar und Austausch würde mehr Bastelarbeit erfordern als beim Speichermedium.

Du kannst unter anderem die SSD tauschen.
Du kannst unter anderem die SSD tauschen.
Ein RAM-Steckplatz ist noch frei.
Ein RAM-Steckplatz ist noch frei.

Maus und Tastatur

Zum Lieferumfang des OptiPlex 7070 Ultra gehören eine Maus und Tastatur. Sie funktionieren kabellos über Bluetooth und sind günstige Varianten aus Kunststoff, die zwar einwandfrei funktionieren, aber billig wirken. Sie sind nicht besonders ergonomisch geformt und während bei der Tastatur die Druckpunkte schwammig bleiben ist das Scrollrad der Maus schwergängig und dadurch unpräzise. Für die gelegentliche Nutzung mögen sie ausreichen, aber wenn du täglich mit dem Rechner arbeiten willst, solltest du dir andere Modelle suchen.

Die mitgelieferte Tastatur und Maus brauchen auf Dauer eine Ablösung.
Die mitgelieferte Tastatur und Maus brauchen auf Dauer eine Ablösung.

Fazit: Gute Idee, aber kein PC für jeden

Das Konzept des Dell OptiPlex 7070 Ultra überzeugt mich. Mit ihm bekommst du einen All-in-One-PC auf den Schreibtisch bei dem sich Hardware und Display unabhängig voneinander tauschen lassen. Die Montage erfordert weder Werkzeug noch besondere Kenntnisse. Allerdings zahlst du für den Formfaktor und das All-in-One-Gefühl einen Aufpreis gegenüber kleinen PCs, die auf den Schreibtisch stehen.

Von der Hardware darfst du keine Höchstleistungen erwarten. Für Office-Anwendungen, den Browser, Fotos anschauen oder Videostreams reicht das Setup völlig aus, aber für aufwendige Grafiken oder grafisch anspruchsvolle Spiele fehlt dem OptiPlex 7070 Ultra die Power einer richtigen Grafikkarte.

PC
OptiPlex 7070 Ultra UFF (Intel Core i7-8665U, 16GB, 512GB, SSD)
1255,99
Dell OptiPlex 7070 Ultra UFF (Intel Core i7-8665U, 16GB, 512GB, SSD)
PC
OptiPlex 7070 UFF, i5-8365U, W10 Pro64 (Intel Core i5-8365U, 8GB)
734,38
Dell OptiPlex 7070 UFF, i5-8365U, W10 Pro64 (Intel Core i5-8365U, 8GB)
Monitor
P2719HC (27", 1920 x 1080 Pixels)
254,01
Dell P2719HC (27", 1920 x 1080 Pixels)

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Jan Johannsen
Jan Johannsen
Content Development Editor, Hamburg
Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de.

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