De'Longhi-Klimaanlage im Test: Laut, nicht wirklich mobil, aber schön kühl

De'Longhi-Klimaanlage im Test: Laut, nicht wirklich mobil, aber schön kühl

Philipp Rüegg
Philipp Rüegg
Zürich, am 06.08.2020
Mobile Klimaanlagen sind das beste Mittel gegen die Sommerhitze. Bei der De’Longhi Pinguino Pac N82 Eco ist mobil allerdings ein dehnbarer Begriff. Und wenn du daneben schlafen möchtest, hol schon mal die Ohrstöpsel raus.

Vor ein paar Jahren dachte ich, Klimaanlagen sind unnötige Energieschleudern. Die wenigen Tage, an denen es in der Schweiz wirklich heiss wird, überstehe ich auch ohne. Meine Meinung hat sich nach dem letzten Hitzesommer geändert, in dem ich mich verschwitzt in meinem Bett gewälzt habe. Wenn ich wenigstens das Fenster öffnen könnte, läge die Sache vielleicht anders. Aber weil bei uns in Winterthur Seen die Kirche der Meinung ist, ungestörter Schlaf ist weniger wichtig als die Zeitansage im Viertelstundentakt, bleiben unsere Fenster zu. Als meine Füsse verzweifelt auf der Suche nach einer kühlen Stelle in meiner Bettdecke waren, bin ich schliesslich eingeknickt. Eine Klimaanlage muss her.

Am besten wäre eine festinstallierte Splitmaschine. Leider sind die teuer und für die vielen kleinen Zimmer in unserem Haus und eine bald vierköpfige Familie nur bedingt geeignet. Es bleibt eine mobile Monoblock-Maschine. Ich entscheide mich für die De’Longhi Pinguino Pac N82 Eco.

Pinguino PAC N82 Eco (33 m², 9400 BTU/h)
Gebraucht + Geprüft
256,10
De'Longhi Pinguino PAC N82 Eco (33 m², 9400 BTU/h)

Mobil ist ein dehnbarer Begriff

Im Vergleich zu einer fest installierten Maschine erfüllt die De'Longhi zweifellos das Kriterium «mobil». Das Gerät hat vier Rollen und lässt sich bewegen. Allerdings wiegt die Maschine 32 Kilogramm. Regelmässiges Treppensteigen macht damit keinen Spass. Selbst das Herumfahren auf dem gleichen Stock ist beschwerlich. Besonders, wenn die Zimmer Schwellen haben.

Treppensteigen macht keinen Spass.
Treppensteigen macht keinen Spass.

Ich brauche zwei Hände, um die Maschine zu bewegen, muss aber gleichzeitig noch das Stromkabel und den Abluftschlauch halten, der sonst ständig runterfällt. Wer mitgezählt hat, merkt, dass das nur aufgeht, wenn mir ein dritter Arm wächst. Ausserdem ist das Gerät nicht gerade schlank, was den Transport durch Türrahmen zusätzlich erschwert. Trotzdem habe ich die Maschine regelmässig ins Kinderzimmer geschleppt und anschliessend wieder ins Schlafzimmer. Das funktioniert, wirklich Spass macht es nicht. Im Minimum wünsche ich mir eine Halterung für den Schlauch.

Einrichtung

Ich möchte primär das Schlafzimmer im ersten Stock und vielleicht ab und zu das Kinderzimmer nebenan kühlen. Wie alle Klimaanlagen, hat die De’Longhi einen Schlauch, der die warme Luft abführt. Der ist mit 1,2 Metern leider äusserst kurz und reicht gerade so für aufs Fenstersims, wenn die Maschine direkt darunter steht. Verlängerungen gibt es nicht, weil damit zuviel Wärme im Raum abgegeben würde. Das Fenster bleibt einen grossen Spalt offen, durch den weiterhin warme Luft reinkommt. Storen wären praktisch, weil ich die einfach bis auf den Schlauch runterlassen und so relativ gut abdichten könnte. Leider hat unser Haus Fensterläden. Doch auch unter dieser Voraussetzung kann die Maschine arbeiten. Die Vorhänge ziehe ich ebenfalls zu.

Ohne Fensterkit kommt weiterhin ungebremst warme Luft ins Zimmer.
Ohne Fensterkit kommt weiterhin ungebremst warme Luft ins Zimmer.

Steht das Gerät immer an der gleichen Stelle, könnte ich ein Fensterkit dazu kaufen. Das ist wie ein Reissverschlussvorhang fürs Fenster. Dadurch dringt weniger warme Luft ins Innere, was die Effizienz der Maschine erhöht. Allerdings sind die Bewertungen so mies, dass ich mir den Aufwand spare. Ausserdem kommt es aus den erwähnten klerischen Gründen für meine Frau und mich nicht in Frage, die Fenster offen zu lassen.

Kühlleistung

Mein Schlachtplan ist relativ einfach: Ich möchte das Zimmer am Abend auf eine angenehme Temperatur runterkühlen. Vor dem Lichterlöschen stelle ich die Anlage aus, schliesse das Fenster und hoffe, dass ich nicht mitten in der Nacht im aufgeheizten Zimmer aufwache.

Die De'Longhi besitzt drei Leistungsstufen, einen Timer, eine Zieltemperatur und kann nebst Kühlen auch Entfeuchten oder Lüften. Die niedrigste Temperatur beträgt 16 Grad. Das Ganze lässt sich direkt am Gerät oder mit der mitgelieferten Fernbedienung einstellen.

Der Filter sollte regelmässig gereinigt werden.
Der Filter sollte regelmässig gereinigt werden.

Unser 15 Quadratmeter grosses Schlafzimmer kühlt das Gerät in einer Stunde von 28 auf 24 Grad Celsius runter. Abends bin ich bereits nach 30 Minuten mit dieser Temperatur zufrieden.

Stelle ich die Maschine in die Ankleide und lasse die Türen zu den angrenzenden Zimmer offen, dauert es fast zwei Stunden, bis die Temperatur im Raum um vier Grad sinkt. Das Bad und das Schlafzimmer sind auch nach über drei Stunden nicht auf demselben Wert. Alle drei Räume messen 45 Quadratmeter zusammen, was die angegebenen 33 Quadratmeter von De’Longhi übersteigt. Dennoch lässt sich die Temperatur deutlich reduzieren.

Im Babyzimmer, das ungefähr neun Quadratmeter misst, fühlt es sich bereits nach 20 Minuten angenehmer an. Meine Tochter kann leider noch nicht so gut sprechen, dass ich ihr Feedback hier anbringen könnte.

Zum Schluss teste ich das Gerät in unserem 35 Quadratmeter grossen Wohnzimmer. Das besitzt zwei offene Durchgänge zum Gang und zur Küche. Trotzdem wird es auch hier nach einer Stunde rund drei Grad kühler. Das klingt nach wenig, fühlt sich aber nach einer deutlichen Verbesserung an.

Den niedrigsten Wert von 16 Grad hat die Maschine bei mir selbst im Dauerbetrieb nie erreicht.

Lautstärke

Auf der maximalen Kühlstufe bläst das Gerät mit rund 60 dB. Das liegt sogar unter den angegeben 65 dB und gilt auch nur direkt vor dem Gerät. Auf der niedrigsten Stufe sind's rund fünf Dezibel weniger. Zum Schlafen dürfte das für die meisten Menschen zu laut sein. Ich würde das monotone Geräusch wohl ertragen, das selbst mit Ohrstöpseln gut zu hören ist. Meine Frau ist sensibler. Aber bei dem Lärm könnte ich genauso gut die Fenster offen und mit der kühlen Nachtluft auch das Kirchengebimmel reinlassen. Störend ist, dass das Gerät nach dem Ausschalten noch über zehn Minuten lang ein Tropfgeräusch von sich gibt. Das hat mich so genervt, dass ich sie im Halbschlaf aus dem Schlafzimmer verbannen musste.

Für den Dauerbetrieb im Schlafzimmer ist sie zu laut.
Für den Dauerbetrieb im Schlafzimmer ist sie zu laut.

Kühle ich mit der Maschine das Büro oder das Wohnzimmer, stört mich der Lärm hingegen nicht. Nur Fernsehschauen ist daneben nicht ideal. Dabei bin ich mir durch die PS4 Pro Düsenjetgeräusche gewöhnt.

Energieverbrauch

Die De'Longhi Pinguino besitzt die Energieklasse A. Bei Vollast zieht sie laut meinem My-Strom-Wifi-Adapter bis zu 860 Watt. Nach einer halben Stunden pendelt sie sich meist bei 780 Watt ein. Ob auf Ventilationsstufe eins oder drei macht keinen Unterschied. Läuft das Gerät eine Stunde, kostet das ungefähr 18 Rappen.

Fazit: Eine coole Sache

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Die De'Longhi ist ein zuverlässiges Gerät, wenn du Zimmer bis 40 Quadratmeter kühlen möchtest. Sie kühlt schnell und der Energieverbrauch frisst kein Loch ins Portemonnaie. Negativ zu bemerken habe ich lediglich die Lautstärke, die mit 60 dB zu hoch ist, um daneben entspannt zu schlafen. Ausserdem ist sie für das regelmässige Herumschieben von Raum zu Raum zu unhandlich. Abgesehen davon liefert die De'Longhi, was sie verspricht: kühle Sommernächte zu einem erschwinglichen Preis.

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Philipp Rüegg
Philipp Rüegg

Senior Editor, Zürich

Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast http://www.onemorelevel.ch über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

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