
Die Fairbuds 2 sind besser geworden, aber der Sound ist immer noch zurückhaltend
Kleineres Gehäuse, längere Akkulaufzeit und ein Hi-Res-Codec: Fairphone hat die Fairbuds 2 an mehreren Stellen verbessert und die Akkus lassen sich weiterhin austauschen. Beim Klang gibt es weiterhin Nachholbedarf.
Fairphone hat bei den Fairbuds 2 nachgebessert und behält seinen Markenkern – Nachhaltigkeit durch Recycling- oder fair geförderte Materialien – bei. Sie unterstützen mit LDAC jetzt auch einen Codec mit höherer Datenrate und die Batterien lassen sich weiterhin zu Hause austauschen. Für das Gehäuse braucht es einen Schraubenzieher und für die Hörer nur etwas Fingerspitzengefühl.
Die Akkus lassen sich einfach wechseln
Wenn bei den Fairbuds 2 die Akkus schlechter werden, brauchst du keine neuen Kopfhörer, sondern kannst die Batterien unkompliziert austauschen. Mit den neuen Stielen sind die Hörer besser greifbar, wenn ich den kleinen Akku austauschen will. Ich muss nur den Gummiring entfernen und sie dann an der kleinen Einkerbung öffnen. Anschließend kann ich neue LIR1054-Knopfzellen einlegen. Das ist ein Standardformat, aber nicht in jedem Supermarkt oder Online-Shop erhältlich.

Beim Schließen muss ich darauf achten, dass der Gummiring an der richtigen Position sitzt. Nur wenn die kleine Erhebung in die Einkerbung passt, schließt sich alles wieder richtig. Trotz Reparierbarkeit sind die Fairbuds nach IP54 vor Spritzwasser geschützt. Etwas Regen oder Schweiß sollte ihnen also nichts anhaben.

Um das Gehäuse der Fairbuds 2 zu öffnen, muss ich zu einem T5-Schraubenzieher greifen. Die Schraube ist schnell gelöst. Anschließend brauche ich einen Moment, um den Innenteil des Cases aus dem Äußeren zu ziehen. Es ist nicht sofort klar, wo ich ansetzen muss und wo die Grenze zwischen Außen- und Innenhülle verläuft. Ich nehme ein Plektrum zur Hilfe und hebele sie auseinander.

Zum Glück muss die Batterie nicht oft getauscht werden, aber das könnte noch einfacher gehen. Der Akku, über den sich die Hörer im Case wieder aufladen, ist ein Modell von Fairphone selbst, das der Hersteller schon bei den Vorgängern genutzt hat.
Kleineres Gehäuse und mehr Akkulaufzeit mit den gleichen Batterien
Die 500-mAh-Batterie ist gleich geblieben, aber das Gehäuse hat Fairphone um 37 Prozent verkleinert. Das macht sich positiv in Hand- oder Hosentasche bemerkbar. Zu klein ist es nicht.
Ebenfalls positiv: Die Akkulaufzeit der Fairbuds 2 hat sich verlängert. Die Hörer sollen mit ihren 45-mAh-Akkus bis zu acht Stunden durchhalten, wenn die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) ausgeschaltet ist. Mit sind es immerhin noch sechs Stunden und damit die Laufzeit des Vorgängers ohne ANC. Mit Nachladen im Case erreichen sie sogar eine Gesamtlaufzeit von bis zu 40 Stunden. Das ist deutlich länger als die 26 Stunden der ersten Generation.

Aufgeladen werden die Fairbuds 2 über USB‑C. Eine volle Ladung dauert etwa zwei Stunden. Bereits zehn Minuten sollen aber genügen, um 1,5 Stunden Musik hören zu können. Fairphone verzichtet darauf, den Kopfhörern ein USB-C-Kabel beizulegen, aber das sollte sich inzwischen in jedem Haushalt mehrfach befinden.
Der Sound ist in Watte gepackt
Die Fairbuds 2 sitzen bei mir bequem und fest im Ohr. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sie sich nicht so anschmiegen wie andere In-Ears. Und ich habe alle drei Aufsatzgrößen ausprobiert. Immerhin: Sogar mit intensivem Kopfschütteln bleiben sie an ihrem Ort.
Die drahtlose Verbindung erfolgt über Bluetooth 6.0 und die Fairbuds 2 unterstützen einen Codec mehr als ihre Vorgänger. Zu AAC, SBC und LC3 kommt mit LDAC ein Hi-Res-Codec dazu.

Die Lautsprecher – auch Treiber genannt – in den Kopfhörern bleiben elf Millimeter groß. Ihr Material ändert sich allerdings. Statt einer Titanbeschichtung wie bei den Vorgängern setzt Fairphone auf Bio-Cellulose. An meiner Einschätzung der Fairbuds 2 ändert das neue Material wenig.
Wie schon ihre Vorgänger gehören sie beim Sound nicht zur Spitzengruppe der In-Ears. Im direkten Vergleich etwa mit den Soundcore Liberty 5 Pro klingen sie flacher und dezenter. Der Sound hat weniger Volumen und weniger Druck. Zwischen dem Orchester und mir befindet sich ein Schalldämpfer.

Wenn ich nicht direkt von einem teureren Modell wechsle, fällt der Qualitätsunterschied weniger auf. Allerdings ist auch dann der Bass dezent und alle Musikarten, bei denen er spürbar sein soll, machen mit den Fairbuds 2 wenig Spaß. Insgesamt erscheinen mir die Kopfhörer auch leiser zu sein als andere Modelle.
Die Höhen sind gut wahrzunehmen und auch die Mitten kommen gut heraus. Stimmen sind gut zu verstehen. Und trotzdem habe ich permanent das Gefühl, die Fairbuds 2 bieten mir nicht das ganze Potenzial des Songs. Es ist, als wären sie in Watte gepackt.
Die Umgebung wird leiser, verstummt aber nicht komplett
In den Hörern sind jeweils drei Mikrofone verbaut, mit denen ich beim Telefonieren ordentlich zu verstehen bin. Zudem dienen sie dazu, für die aktive Geräuschunterdrückung den Gegenschall zu bestimmen, um die Umgebung akustisch auszusperren.

Bis zu 45 Dezibel sollen die Fairbuds 2 die Umgebung leiser machen. Auch hier mache ich den Vergleich mit den Liberty 5 Pro von Soundcore. Und auch hier schneiden die Fairbuds schlechter ab. Sie machen die Umgebung deutlich leiser, auch ohne überhöhte Lautstärke. Trotzdem nehme ich immer noch Umgebungsgeräusche wahr. Die Liberty 5 Pro erschaffen dagegen noch mehr Stille um mich herum.
Nur antippen und nichts verändern
Die Steuerung der Fairbuds 2 erfolgt durch Antippen oder Gedrückthalten. Die Außenseiten der Hörer reagieren auf leichten Druck. Die Belegung ist festgelegt und lässt sich nicht in der App ändern. In der App ist sie unter «Einstellungen → Tipps» versteckt. Mit dreimaligem Antippen schalte ich etwa die Geräuschunterdrückung an und aus. Mit langem Drücken kontrolliere ich die Lautstärke an den Hörern.
Der Umgebungsmodus leitet immer die Umgebungsgeräusche an deine Ohren durch. Willst du weder ihn noch die Geräuschunterdrückung aktivieren und die Umgebung nur mit der haptischen Barriere aussperren, funktioniert das nur über die Fairbuds-App.
Eine App mit wenigen Funktionen
Die Fairbuds-App bietet vergleichsweise wenig Funktionen. Sie erfüllt vor allem zwei Aufgaben: Über sie aktualisiere ich die Firmware der Kopfhörer und passe den Sound an. Dafür stehen mir fünf Presets wie «Bass Boost» oder «Voice» zur Auswahl. Außerdem kann ich in einem Equalizer die Regler an fünf Frequenzbändern verschieben. Damit kann ich einiges am Sound verändern – die grundsätzliche Problematik bleibt aber bestehen.

Fazit
Mittelmäßiger Sound und einwandfreie Nachhaltigkeit
Die Fairbuds 2 sind eine Verbesserung gegenüber ihren Vorgängern, aber an der wichtigsten Stelle hapert es immer noch. Der Akkutausch geht – von einem Schritt abgesehen – unkompliziert vonstatten und erhöht die Lebenszeit der Kopfhörer. Gleichzeitig erhöht sich die Akkulaufzeit und das bei einem kleineren Gehäuse.
Mit LDAC unterstützen die Fairbuds 2 endlich auch einen Hi-Res-Codec. Der Sound – als sehr wichtiges Kriterium von Kopfhörern – bleibt aber gedämpft. Vor allem teurere In-Ears bieten mehr. Etwa die wenig teureren Liberty 5 Pro von Soundcore ohne Akkutausch oder für den doppelten Preis die Momentum True Wireless 5 von Sennheiser mit Akkutausch.
Viele werden die Fairbuds 2 wegen ihres mittelmäßigen Klangs wohl bald austauschen. Das schadet der Nachhaltigkeit mehr, als gleich ein besser klingendes Modell zu wählen und es zu nutzen, bis die Batterien versagen.
Pro
- austauschbarer Akku
- Gehäuse ist kompakter geworden
- Akkulaufzeit hat sich verlängert
- mit LDAC endlich ein Hi-Res-Codec
Contra
- Sound ist in Watte gepackt
- Steuerung ist nicht anpassbar
Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus.
Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.
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