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Michelle Brändle
Produkttest

Digitales Notizbuch von Huion im Test: träge, aber vielseitig

Sieht aus wie ein Notizbuch, ist aber ein Tablet: Das Huion Note E besticht mit mattem Display, Android-Software und einem top Stylus. Das digitale Notizbuch ist aber träge.

Das Huion Note E ist ein Android-Tablet mit mattem Display. Der Vorteil für Notizen liegt im handlichen Format, dem beiliegenden Stylus und der vorinstallierten Software. Huion installiert sogar ein Programm für digitale Kunst. Das Gerät schwächelt mancherorts, ist einem E-Ink-Tablet aber in den meisten Fällen überlegen.

Display und Design: echt schick!

Das Huion Note E will ein Notizbuch sein und sieht tatsächlich auch so aus. Es ist 8,4 Zoll gross, also knapp DIN A5, und die Rillen am Rahmen mimen die Seiten eines Notizbuchs. Für seine kompakte Grösse wiegt das Note E merklich viel: 350 Gramm. Insgesamt mag ich aber Haptik und Design und das Gerät wirkt robust.

Das Note E sieht aus wie aus meiner analogen Notizbuchsammlung entwendet.
Das Note E sieht aus wie aus meiner analogen Notizbuchsammlung entwendet.

Die Auflösung des IPS-Panels beträgt 1920 × 1200 Pixel, das ist nicht überragend, für die kleine Fläche aber in Ordnung. Die Bildwiederholrate liegt derweil mit 60 Hertz beim Minimum. Die 300 Nits Bildschirmhelligkeit reichen bei strahlendem Sonnenschein nicht aus. Das Anti-Reflexions-Glas wirkt dem immerhin etwas entgegen. Allerdings haben solche Displays die Tendenz, generell weniger scharf zu wirken – die mässige Auflösung trübt den Gesamteindruck deshalb etwas.

Die Auflösung des Displays ist zwar in Ordnung, die matte Beschichtung trübt den Eindruck allerdings.
Die Auflösung des Displays ist zwar in Ordnung, die matte Beschichtung trübt den Eindruck allerdings.

Damit ist das Gerät eher für drinnen oder abseits direkter Sonneneinstrahlung gedacht. Für hochauflösende Videos und detailreiche Kunstwerke ist das Display nicht geeignet.

Starke Sonneneinstrahlung steckt das Huion Note E nicht gut weg.
Starke Sonneneinstrahlung steckt das Huion Note E nicht gut weg.

Hardware im schwächeren Bereich

Huion verbaut im digitalen Notizbuch einen Mediatek Helio G99. Der Chip hat keine herausragende Leistung und ist auch nicht besonders energieeffizient. Zusammen mit den sechs Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und den 128 GB internem Speicher liegt es eher im Minimum aktueller Ausstattung. Für Notizen, Skizzen und kleinere Officearbeiten reicht das.

Es gibt eine Handvoll vergleichbare Konkurrenzprodukte, wie das Onyx Boox Note Air 4C. Das ist für die gleichen Zwecke wie das Huion Note E konzipiert, aber als E-Ink-Tablet. Es hat mit dem Snapdragon 750 G eine ähnliche Leistung und eine weitaus längere Akkulaufzeit, reagiert dafür aber viel träger. Noch besser vergleichbar ist das XPPen Magic Notepad. Das Android-Tablet hat mit dem gleichen Chip, dem Mediatek Helio G99, eine ähnliche Leistung. Auch die Reaktions- und Akkulaufzeiten sind nahezu identisch.

Die verbaute 8-MP-Kamera dient am ehesten dazu, Dokumente und Referenzmotive festzuhalten, für schicke Fotos reicht die Qualität nicht aus. Wirklich enttäuscht bin ich vom Akku. Die 4500 mAh reichen in meinem Test mit PCMark lediglich für sieben Stunden und 15 Minuten Laufzeit und sind erst nach zwei Stunden wieder voll aufgeladen. Bei einer Notizbuch-Alternative hätte ich hier weitaus mehr erwartet.

Ein Foto mit dem Huion Note E. Die Qualität ist mässig.
Ein Foto mit dem Huion Note E. Die Qualität ist mässig.

Ein richtiges Highlight ist der mitgelieferte Stylus. Dieser läuft ohne Batterie und erkennt über 8000 Druckstufen. Er liegt sehr gut in der Hand und ich schreibe von Anfang an gerne damit auf dem Note E. Huion verbaut im Stift einen extrem starken Magneten, so hält er bombenfest seitlich am Tablet. Zusätzlich packt Huion 10 Ersatzspitzen und eine Hülle mit Loop-Band für den Stylus in den Lieferumfang.

Der Stylus ist top und ein praktischer Begleiter unterwegs.
Der Stylus ist top und ein praktischer Begleiter unterwegs.

Software mit angenehmer Benutzeroberfläche

Huion packt Android 15 auf das Note E und ist damit inzwischen zwei Versionen hinterher. Für die Ansprüche an ein digitales Notizbuch reicht das allerdings aus und kommt der eher schwachen Hardware entgegen. Die Darstellung ist übersichtlich gehalten und setzt den Fokus auf das Schreiben und Zeichnen. Dafür hat Huion passende Software vorinstalliert.

Die Startseite ist aufgeräumt, das Tablet bietet aber dank Android und Google viele Möglichkeiten.
Die Startseite ist aufgeräumt, das Tablet bietet aber dank Android und Google viele Möglichkeiten.

Für Notizen steht mir ein gutes Programm zur Verfügung. Es bietet alles an Werkzeugen, um etwa meine Gedanken festzuhalten oder Notizen während einer Vorlesung zu machen. Die Schrift-zu-Text-Funktion klappt mit meiner Sudelei unzuverlässig. Ansonsten bin ich gut ausgestattet. Insgesamt reagiert das Tablet nicht besonders schnell, aber viel schneller als ein E-Ink-Tablet.

Notizen mache ich mit dem Note E gern.
Notizen mache ich mit dem Note E gern.

Die Malsoftware «Hipaint» bietet viele Funktionen und läuft auch mit der eher schwachen Hardware zuverlässig – bei schnellen Strichen hinkt sie allerdings leicht hinterher. Auch hat sie eine schlechte Handballenerkennung. Deaktivieren kann ich das Malen per Finger auch nicht. So passieren immer wieder ungewollt Striche mit der Hand. Insgesamt male ich damit gerne schnellere Skizzen und halte unterwegs Ideen fest. Für komplexere Kunstwerke empfehle ich weder Soft- noch Hardware des Tablets. Umfangreiche Malsoftware wie «Clip Studio Paint» würde das Note E überfordern.

Die Malsoftware ist gut, aber in Kombination mit dem Tablet nutze ich sie nur für kleinere Skizzen.
Die Malsoftware ist gut, aber in Kombination mit dem Tablet nutze ich sie nur für kleinere Skizzen.

Ansonsten kann ich dank Android alles an Software über den Google Play Store installieren. So nutze ich das Note E nach Wunsch auch als E-Reader für meine Mangas oder spiele Solitaire darauf.

Auch als E-Reader hält das Tablet her
Auch als E-Reader hält das Tablet her

Fazit

Hauptsächlich besser als E-Ink

Das Huion Note E tut was es verspricht: Es ist ein souveräner Begleiter für Notizen und Zeichnungen und lenkt dank der vereinfachten Benutzeroberfläche nicht vom Wesentlichen ab. Dank Android habe ich dennoch viele Möglichkeiten. Und mit dem matten Display und dem beiliegenden Stylus macht das Schreiben besonders Spass. Auch das Design finde ich ansprechend.

Dafür gibt es auch einige Minuspunkte: Der Chip ist eher schwach und das Tablet reagiert dementsprechend gemütlich. Das Display löst zudem nicht besonders hoch auf. Als schnellere E-Ink-Alternative finde ich die schwache Akkulaufzeit besonders schade. Insgesamt ist das Huion Note E für digitale Notizen die bessere Wahl als ein E-Ink-Tablet, bei der Ausdauer allerdings extrem viel schlechter. Dafür blätterst du mit 370 Euro (UVP) dennoch genug hin im Shop von Huion – wir haben es bisher nicht im Sortiment.

Zu dem Preis gibt es aber aktuell nur wenige Alternativen: Das XPPen Magic Notepad kommt auf eine ähnliche Leistung und Akkulaufzeit, du kannst bei der Darstellung zwischen E-Ink und Farbe wechseln und es ist mit aktuell 315 Franken etwas günstiger. Allerdings läuft es nur mit Android 14.

Für längere Akkulaufzeiten musst du dich bereits bei E-Ink-Geräten umschauen, wie dem Onyx Boox Note Air 4C. Aber: Auch hier gibt es kein aktuelles Android 17 und die Reaktionszeit ist gewöhnungsbedürftig langsam – und dabei ist es das teuerste der drei Tablets.

Auch die Alternativen finde ich mässig zufriedenstellend. Möchtest du ein Tablet, das rundum überzeugt, nimmst du am besten direkt etwas mehr Geld in die Hand.

Pro

  • top Notiz- und Zeichensoftware vorinstalliert
  • super Stylus im Lieferumfang
  • mattes Display

Contra

  • schwache Akkulaufzeit
  • träge Hardware
Titelbild: Michelle Brändle

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Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los. 


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