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Ratgeber

Drei Powergebläse im Vergleich: Welcher Jet Fan taugt wofür?

Ich vergleiche drei Kraftprotze von Kica, die Luft aufwirbeln und Schmutz einsaugen können. Trotz ähnlicher Technik unterscheiden sie sich. Welcher taugt als Staubsauger, Luftpumpe, Powergebläse oder Ventilator?

Mal eben die Ritzen im Auto aussaugen, ein SUP aufblasen, kleine und grössere Flächen von Staub oder Laub befreien – das und mehr geht mit einem handlichen Gerät, das auf einer Seite Luft ansaugt und auf der anderen mit ordentlichem Druck ausspuckt. Halb Staubsauger, halb Powerföhn. Kica baut solche kompakten Staubgebläse, die sich per USB-C laden lassen und dank verschiedenem Zubehör und Leistungsdaten jeweils einen anderen Fokus haben. Ich habe den Jet Fan 2S, den Jet Fan Ultra sowie den Jet Fan Max ausprobiert.

Jet Fan 2S – vielseitiger Sauger und Bläser

Der Jet Fan 2S mit verschiedenen Adaptern zum Saugen und Pumpen.
Der Jet Fan 2S mit verschiedenen Adaptern zum Saugen und Pumpen.

Das kleinste und leichteste Modell heisst Jet Fan 2S und ist der Nachfolger eines Geräts, das mein Kollege Lorenz Keller vor zwei Jahren ausgiebig getestet hat. Es überzeugte ihn vor allem als kraftvoller Autostaubsauger und sein Fünf-Sterne-Fazit lautete damals: «Insgesamt ist der Kica Jet Fan 2 dank seiner Vielseitigkeit jeden Franken wert.» Die Verarbeitung fand Lorenz erstklassig, Verbesserungspotential sah er bei der Akkulaufzeit auf der höchsten Stufe und der Bedienung.

Um zu beurteilen, ob sich in diesen Punkten etwas getan hat, schaue ich mir zunächst die Spezifikationen an: Die aktuelle Generation 2S soll ungefähr 30 Prozent mehr Leistung haben, die maximale Drehzahl steigt von 101 000 U/min auf bis zu 117 000 U/min. Beim 1100 mAh grossen Akku hat sich nichts geändert. Auf dem Papier spricht nichts dafür, dass das Gerät ausdauernder geworden ist. Doch, Überraschung: Trotzdem hält er auf höchster Stufe 16:30 Minuten durch. Das sind gut dreieinhalb Minuten mehr, als Lorenz beim Vorgängermodell gemessen hat.

Details sind jetzt besser gelöst

Läuft der neue 2S eine Viertelstunde unter Volllast, wird das Gehäuse ziemlich warm. Im Alltag wirst du allerdings die volle Power selten so lange am Stück brauchen. Um die schwer erreichbaren Stellen eines Autos zu saugen, reicht ein kurzer Boost zwischendurch – und für grössere Flächen wirst du zu einem anderen Sauger greifen. Wie beim Vorgänger gibt es keine fixen Leistungsstufen, sondern einen Slider, über den du die Power mit dem Daumen regulieren kannst. Das funktioniert gut. Der Widerstand ist angenehm und stark genug, um den Slider nicht versehentlich zu verstellen. Beim Saugen kann ich ihn trotzdem problemlos bedienen. Lorenz bestätigt mir, dass dieses Detail verbessert und auch der zweite Kritikpunkt beseitigt wurde.

Der Slider ist nun leichtgängig und der Turbo-Knopf dort, wo ich ihn gut mit dem Daumen erreichen kann.
Der Slider ist nun leichtgängig und der Turbo-Knopf dort, wo ich ihn gut mit dem Daumen erreichen kann.

Anders als beim Vorgänger sitzt der Turbo-Knopf für die maximale Leistung nun über dem Slider statt darunter – eine deutlich ergonomischere Lösung. Drückst du ihn, fährt der 2S sofort hoch auf volle Leistung. Lässt du los, dauert es ein bis zwei Sekunden, bevor die Power wieder auf die per Slider gewählte Einstellung reduziert wird. Auch beim Ausschalten läuft das Gerät noch etwas nach.

Der Jet Fan hat, anders als ein Düsentriebwerk, nicht mehrere Verdichtungsstufen, sondern nur einen Rotor. Das reicht vollkommen. Da die Luft mit Kraft durch eine Engstelle gepresst wird, erreicht sie eine hohe Maximalgeschwindigkeit. Ich messe mit einem Anemometer nach und komme in etwa zehn Zentimetern Entfernung vom Luftauslass annähernd auf die versprochenen 27,5 m/s.

Das entspricht Windstärke 10, also einem schweren Sturm, ausgelöst durch ein gut 300 Gramm schweres Gerät, das 12,9 Zentimeter hoch und 7,39 Zentimeter breit ist. Dabei hält sich der Lärm in Grenzen. Im Inneren arbeitet ein Drohnenmotor – ich nehme an, du hast das charakteristische Surren im Ohr. Das Geräusch bleibt erträglich, obwohl ich ihn meistens mit maximaler Power nutze – egal, ob ich ihn zum Saugen oder Aufblasen einsetze.

Praktisch als Outdoor-Begleiter

Von den Aufsätzen ist jener für HR-Ventile, wie sie an Stand-up-Paddle-Boards üblich sind, mein Favorit. Damit hält der Kica 2S im Ventil, ich kann ihn loslassen und er bringt mein 220-Liter-Board in knapp einer Minute auf Volumen. Dann wird der Widerstand zu gross, auf den entsprechenden Druck muss ich das SUP weiterhin mit meiner quietschenden Handpumpe bringen. Da ich noch ein zweites Board dabei habe, spart mir das fünf bis zehn Minuten Arbeit, bevor es aufs Wasser geht.

Aufpumpen, Luft ablassen oder trocken föhnen: Beim SUP-Ausflug ist der Kica Jet Fan 2S sehr praktisch.
Aufpumpen, Luft ablassen oder trocken föhnen: Beim SUP-Ausflug ist der Kica Jet Fan 2S sehr praktisch.

Beim Eindrehen ins Ventil besteht die Gefahr, den Aufsatz versehentlich so fest ins Gewinde des Kica 2S zu drehen, dass er sich von Hand kaum noch lösen lässt. Ein zweiter Kritikpunkt ist die überschaubare Ladeleistung von maximal 10 Watt. Nach ungefähr zweieinhalb Stunden ist der Akku wieder voll, was im Alltag völlig ausreicht.

Der Kica Jet Fan 2S ist die ideale Wahl für: 80 Prozent der Leute, die sich für so ein Gadget interessieren. Mit dem 2S saugst du im Auto an schwer erreichbaren Stellen, bläst mit Druckluft Spalte frei, heizt beim Grillieren die Glut an, beseitigst Laub unter den Scheibenwischern und füllst dein SUP. Oder du hast auf niedrigster Stufe einen Handventilator, der drei bis vier Stunden durchhält. All das in einem schönen Aluminiumgehäuse.

Jet Fan Ultra – die handliche Windkanone

Der Jet Fan Ultra hat mehr Power, aber keine Staubsaugeraufsätze.
Der Jet Fan Ultra hat mehr Power, aber keine Staubsaugeraufsätze.

Dass dieses Modell eine andere Zielgruppe anspricht, macht sowohl die Verpackung als auch das Design des Geräts auf den ersten Blick deutlich. Statt abgerundet und in poppigen Farben kommt es kantig und schwarz eher wie ein Werkzeug daher. Der Ultra ist nicht zum Saugen gedacht. Es gibt nur einen flachen Filter, der Partikel abfängt, keinen Schmutzbehälter. Das Gerät ist, wie es in der Artikelbeschreibung heisst, eine «multifunktionale Windkanone». Diese schafft statt 27 m/s auf dem Papier (und auch annähernd in meinem Anemometer-Test) 48 m/s – Windstärke 12+, weit im Orkanbereich. Mit 173 km/h fegst du fast alles weg.

Der magnetisch anzubringende Filter schützt den Rotor und verhindert, dass du Partikel auf eine Fläche schiesst, die du eigentlich entstauben willst.
Der magnetisch anzubringende Filter schützt den Rotor und verhindert, dass du Partikel auf eine Fläche schiesst, die du eigentlich entstauben willst.

Die mitgelieferten Aufsätze werden nicht angeschraubt, sondern halten magnetisch. Sie dienen wie beim 2S dazu, Freizeitgeräte aufzupumpen, und kanalisieren den mächtigen Luftstrom. Zum Beispiel, um mit Druckluft gezielt Staub aus Ritzen zu pusten. Dabei hilft die an beiden Seiten integrierte umschaltbare LED. Sie ist hell genug, um kleine Partikel sichtbar zu machen.

Das Modell Ultra hat auf beiden Seiten ein integriertes Licht, das sich je nach Bedarf anschalten lässt.
Das Modell Ultra hat auf beiden Seiten ein integriertes Licht, das sich je nach Bedarf anschalten lässt.

Der Filtereinsatz ist ratsam, um den Rotor zu schützen und sich nicht den hinten angesaugten Staub vorne auf die Tastatur, den Bausatz oder die Platine zu schiessen. Der Filter bremst allerdings den Luftstrom etwas. Obwohl der Jet Fan Ultra reichlich Power hat, darfst du keine Ergebnisse wie mit einem Druckluftspray erwarten. Seine Düsen sind alle deutlich breiter, nur so kann der Motor den Luftstrom durch die Öffnung pressen. Das wirbelt kleine und grössere Partikel auf, doch eine klebrige Staubschicht löst du damit nicht.

Die dünnste Düse entwickelt nicht die Power eines Druckluftsprays, sie ist eher zum Aufblasen von Schwimmringen gedacht.
Die dünnste Düse entwickelt nicht die Power eines Druckluftsprays, sie ist eher zum Aufblasen von Schwimmringen gedacht.

Besser schlägt sich der Ultra als ausdauerndes Powertool beim Camping oder am See. Im Dauertest liefert er ungefähr 15 Minuten lang die volle Power, bevor er schwächer wird und sich nach 20:10 Minuten abschaltet. Sein 4000 mAh grosser Akku ist nach ungefähr zwei Stunden wieder geladen, da er mit maximal 18 Watt mehr Strom zieht als der 2S.

Trotz mehr Power kaum schwerer und grösser

Die grössere Batterie fällt kaum ins Gewicht: Mit von mir gemessenen 323 Gramm ist der Ultra nur wenig schwerer als der 2S. Anders als bei diesem ist nicht das ganze Gehäuse aus Aluminium, lediglich die Seiten und der obere Teil sind damit verkleidet. Dafür liegt er mit seinem Pistolengriff gut in der Hand und ist nur minimal grösser.

Der HR-Aufsatz des Ultra gefällt mir am SUP nicht ganz so gut: Dieser ist länglicher geformt, hat nur eine Kerbe für einen (nicht mitgelieferten) O-Ring und sitzt etwas wackelig. Zudem hat er keinen Steg im Inneren, der das Ventil offen hält. Ich muss es also manuell einrasten und nach dem Abziehen schnell wieder schliessen, damit die Luft nicht entweicht. Dafür hat der magnetische Aufsatz am Gerät den Vorteil, dass es kein Gewinde gibt, das sich beim Drehen festfressen könnte.

Der HR-Aufsatz des Jet Fan Ultra funktioniert auch, er hält aber nicht ganz so gut im Ventil.
Der HR-Aufsatz des Jet Fan Ultra funktioniert auch, er hält aber nicht ganz so gut im Ventil.

Ansonsten vermisse ich die praktischen Saugeraufsätze, weshalb ich mich eher für den vielseitigeren 2S entscheiden würde. Taschenlampe, magnetische Aufsätze und mehr Power hin oder her. Power und Ausdauer sind nicht alles – aber wer sie in einem kompakten Gehäuse sucht, findet sie hier.

Auch im Auto ist der Ultra mit seinem Licht praktisch, um Krümel aus den Fugen zu fegen.
Auch im Auto ist der Ultra mit seinem Licht praktisch, um Krümel aus den Fugen zu fegen.

Der Kica Jet Fan Ultra ist die ideale Wahl für: die 15 Prozent der Leute, die, statt zu saugen, lieber Staub oder andere Sachen aufwirbeln und mit der integrierten Taschenlampe das Ergebnis ganz genau begutachten wollen. Die magnetischen Aufsätze sind praktisch, das Gerät griffig, es ist stärker, lädt schneller und kostet vergleichbares Geld – nur was die Vielseitigkeit betrifft, zieht es den Kürzeren.

Jet Fan Max – drei Nummern grösser und stärker

Der Jet Fan Max mit Staubbehälter und Saugdüse als Zubehör.
Der Jet Fan Max mit Staubbehälter und Saugdüse als Zubehör.

Habe ich eben von Power geschrieben? Vergiss es. Sowohl der 2S als auch der Ultra liefern nur ein laues Lüftchen im Vergleich zum Jet Fan Max. Der hat die Grösse eines ordentlichen Hammers (25,4 × 10,5 × 6,1 Zentimeter), wiegt 1,3 Kilogramm, sieht mit angeschraubtem Saugaufsatz aus wie eine Knarre im Actionfilm und hat, einmal eingeschaltet, einen ordentlichen Rückstoss.

Die maximale Windgeschwindigkeit von 331 km/h kann ich nicht prüfen, mein Messgerät funktioniert nur bis 150 km/h. Stimmen die Daten, liegt der Luftstrom des Jet Fan Max knapp unter der des stärksten jemals gemessenen Hurrikans Patricia.

Und was mache ich damit? Spinnweben aus den Ecken saugen. Das geht mit dem langen Aufsatz ausgezeichnet. Ein paar Wochen später im Jahr würde der Jet Fan Max auch einen hervorragenden Laubbläser abgeben. Und er eignet sich dazu, grössere Flächen in Autos zu reinigen oder die Karosserie nach einer Wäsche trocken zu föhnen. Bei diesem Gerät musst du dir alles, was die beiden anderen können, ein bisschen grösser und stärker denken.

Der Max ist ein seriöser Sauger ...
Der Max ist ein seriöser Sauger ...
... und kann mit seinem Luftstrom grössere Flächen trocknen.
... und kann mit seinem Luftstrom grössere Flächen trocknen.

Der austauschbare Akku liefert mit 24 000 mAh die Energie für den 785-Watt-Motor und hält auf der höchsten Stufe in meinem Test ungefähr 19 Minuten durch, gegen Ende wird er deutlich schwächer. Ich sauge, föhne und mache zwischendurch ab und zu eine kurze Pause, da nach gut zehn Minuten das Gehäuse sehr heiss läuft. Manchmal macht auch das Gerät Pause: Wenn er sich festsaugt, schaltet sich der Jet Fan Max ab und zeigt eine Fehlermeldung, die nach dem Neustart verschwindet.

Das Display zeigt den Akkustand, die prozentuale Leistung und Fehlermeldungen an.
Das Display zeigt den Akkustand, die prozentuale Leistung und Fehlermeldungen an.

Ist der Akku auf Null, lädst du ihn mit maximal 54 Watt in ungefähr zwei Stunden wieder voll. Anders als bei den beiden kleineren Modellen gibt es ein kleines Display, das dir den Akkustand in Prozent anzeigt, wenn du die Powertaste kurz antippst. Willst du das Gerät starten, musst du den Button zuerst ein paar Sekunden gedrückt halten, bevor du die Leistung via Slider stufenlos einstellen kannst und auf dem Display angezeigt bekommst. Du löst also nicht versehentlich einen Hurrikan aus.

Ein Trio mit unterschiedlichen Stärken: Der Jet Fan Max spielt in einer anderen Liga.
Ein Trio mit unterschiedlichen Stärken: Der Jet Fan Max spielt in einer anderen Liga.

Anders als so mancher Bohrer oder Akkuschrauber wird der Jet Fan Max leider nicht in einer soliden Werkzeugbox geliefert, sondern im gepolsterten Karton. Als separates Zubehör sind noch Aufsätze erhältlich – damit hätte ich vielleicht auch die letzten Croissant-Krümel aus dem fiesen Spalt zwischen Beifahrersitz und Mittelkonsole pusten oder mein Acht-Personen-Zelt aufpumpen können.

Der Kica Jet Fan Max ist die ideale Wahl für: einen kleinen Kreis von vielleicht 5 Prozent der Leute, die einen Autoföhn oder Laubbläser für grössere Flächen suchen. Auch als Sauger macht der Max einen ordentlichen Job, allerdings sind der Staubbehälter sowie der Mehrwert gegenüber einem normalen Staubsauger eher klein – für diese Aufgabe alleine wäre er mir zu teuer.

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Einfacher Schreiber, zweifacher Papi. Ist gerne in Bewegung, hangelt sich durch den Familienalltag, jongliert mit mehreren Bällen und lässt ab und zu etwas fallen. Einen Ball. Oder eine Bemerkung. Oder beides.


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