Ein Velohelm aus einer anderen Sphäre
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Ein Velohelm aus einer anderen Sphäre

Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Zürich, am 17.05.2021
Von Giro kommt der Helios Spherical. Dieser Velohelm überzeugt mit guter Belüftung und angenehmem Tragekomfort. Eine weiterentwickelte MIPS-Technologie steckt auch noch drin.

MIPS steht für «Multi-directional Impact Protection System». Dieses System soll mehr Schutz bieten, indem es bei einem Aufprall Rotationskräfte absorbiert. Eine bewegliche Schale im Inneren des Helms kann sich 10 bis 15 Millimeter in alle Richtungen bewegen und verringert bei einem Sturz so die Rotationskräfte.

Egal, ob Skihelm, Freestyle- oder Velohelm: Unterschiedliche Modelle von unterschiedlichen Herstellern sind mit der MIPS-Technologie ausgerüstet. Unter anderem auch der Agilis von Giro, mit dem ich bis vor Kurzem auf meinem Gravelbike unterwegs gewesen bin.

Giro Helios Spherical MIPS

Kollege Restin hat bereits ausführlich darüber berichtet, dass Helme, die in der Schweiz auf den Markt kommen, die Prüfung nach der EU-Norm EN 1078 bestehen müssen. Sie beinhaltet einen Aufschlag mit 19,5 km/h in der Ebene und mit 16,5 km/h auf ein sogenanntes «dachförmiges Ziel», also eine Kante. Diese Prüfung hat der 270 Gramm leichte Velohelm von Giro bestanden.

Wer sucht, der findet: Auf einem der neun (!) Kleber finde ich schliesslich die Prüfnorm EN 1078.
Wer sucht, der findet: Auf einem der neun (!) Kleber finde ich schliesslich die Prüfnorm EN 1078.

Der Helios Spherical ist im In-Mold-Verfahren hergestellt. Dabei werden die Schale und der Hartschaum miteinander verschweisst. Auf diese Weise entsteht eine sehr stabile Helmstruktur. Herzstück des Helios ist jedoch die Spherical-Technologie, die auf dem Kugelgelenk-Design von MIPS aufbaut.

Diese Technologie erlaubt es der äusseren Helm-Innenschale, bei einem Sturz um die innere Schale zu rotieren. Gleichzeitig soll das Schichten-System der beiden Schalen für einen noch besseren Schutz sorgen. Spherical ist also quasi eine MIPS-Version Plus, die von Giro in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Unternehmen entwickelt wurde. Ob mich diese Technologie bei einem Sturz tatsächlich noch besser schützt? Ich hoffe, dass ich es nie am eigenen Leib, respektive Kopf, erfahren muss.

Auf die inneren Werte kommt es an.
Auf die inneren Werte kommt es an.

Luft und Liebe

Was ich mit Sicherheit sagen kann: Der Helios Spherical, der übrigens für die Strasse und im Gelände geeignet ist, schneidet in Sachen Belüftung und Tragekomfort um einiges besser ab als der Agilis. Und dies, obwohl er laut Giro mit 15 Belüftungsöffnungen nur halb so viele hat wie der Agilis. Der Helm sitzt angenehm, ohne irgendwelche Druckstellen. Die anti-mikrobakteriellen Innenpolster absorbieren den Schweiss. I love it!

Links der Helios, rechts der Agilis. Hier kommt es wohl auf die Zählweise der Belüftungsöffnungen an.
Links der Helios, rechts der Agilis. Hier kommt es wohl auf die Zählweise der Belüftungsöffnungen an.

Mein erster Eindruck

Im Vergleich zum Agilis ist der Helios ein Quantensprung. Allerdings macht Giro diesen auch beim Preis: Der Helios kostet mehr als das Doppelte. Ob mich die Spherical MIPS-Technologie bei einem Sturz vor einer schlimmen Kopfverletzung doppelt so gut schützt, möchte ich, wie bereits erwähnt, eigentlich gar nicht herausfinden müssen. Sehr gut gefällt mir der Tragekomfort. Dieser Helm ist äusserst bequem und die Belüftung top. Da gibt es aus meiner Sicht nichts auszusetzen. Einzig der Preis könnte ein Deal Breaker sein. Fast 300 Franken für einen Velohelm, das ist eine ziemliche Ansage, auch wenn er mit einer sphärischen, teilweise selbst entwickelten Technologie daherkommt. Und trotzdem würde ich ihn kaufen. Einmal Helios, nie mehr Agilis.

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Helios Spherical (55 - 59 cm)
Giro Helios Spherical (55 - 59 cm)
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Helios Spherical
Giro Helios Spherical
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Helios Spherical (55 - 59 cm)
Giro Helios Spherical (55 - 59 cm)

Dieser Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschliesslich meine persönlichen Erfahrungen wieder.

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Patrick Bardelli
Patrick Bardelli

Senior Editor, Zürich

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