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Hintergrund

«Halo: Campaign Evolved»-Vorschau: So spielt sich das Remake des Kultshooters

«Halo: Campaign Evolved» ist eine komplett neue Version des Xbox-Vorzeige-Shooters. Nach zwei gespielten Missionen bin ich überzeugt: Der Master Chief hat’s immer noch drauf – auch wenn ihm sein Alter anzumerken ist.

Vor 25 Jahren machte «Halo» Ego-Shooter auf Konsolen salonfähig. Mit «Halo: Campaign Evolved» kehrt der Klassiker nun in moderner Pracht zurück. Anders als die 2014 veröffentlichte «Master Chief Collection» wurde dieses Remake komplett neu entwickelt. Statt auf die hauseigene Engine setzt Microsoft auf die Unreal Engine 5. Auch Animationen, Sprachausgabe und der Soundtrack wurden überarbeitet, beziehungsweise neu eingespielt.

Obendrein gibt es drei komplett neue Missionen, welche die Vorgeschichte der «Halo»-Saga beleuchten. Diese konnte ich zwar noch nicht ausprobieren, dafür durfte ich mich durch die Klassiker «The Silent Cartographer» und «Assault on the Control Room» ballern.

Der Master Chief auf seinem ersten Abenteuer.
Der Master Chief auf seinem ersten Abenteuer.
Quelle: Halo Studios

Aus alt mach neu

Der Wow-Effekt von damals bleibt aus. Bereits nach wenigen Minuten ist klar: Hinter der modernen Optik steckt weiterhin ein 25 Jahre altes Spiel. Eins, das zwar ziemlich gut gealtert ist, das Gameplay haut heute aber niemanden mehr aus den Socken. Laune macht es trotzdem noch. Die erste Mission beginnt an einem traumhaften Sandstrand. Am Horizont zieht sich ein blau schimmernder Streifen in den Himmel. Das Konzept der Ringwelt – des titelgebenden Halos – finde ich immer noch faszinierend.

Das Design der kreisförmigen Welt zieht begeistert auch heute noch.
Das Design der kreisförmigen Welt zieht begeistert auch heute noch.
Quelle: Halo Studios

Da ich alleine spiele, begleiten mich zwei UNSC-Soldaten. Online könnte ich zu viert, lokal zu zweit im Splitscreen spielen. Nachdem wir die ersten Aliens – die Covenant – aufgemischt haben, stossen wir auf einen Warthog. Bevor ich mit dem legendären Fahrzeug Jagd auf die kreischenden Aliens mache, passe ich die Steuerung an. Bungie hat damals vieles richtig gemacht, aber Beschleunigen mit dem Analogstick gehört verboten. Im Remake kann ich zum Glück ganz zeitgemäss mit den Trigger-Tasten Gas geben und bremsen.

So kann es losgehen. Ich rase zum nächsten Ziel, das mir Cortana bereits markiert hat. Dort wird alles kurz und klein geballert. Mein KI-Begleiter am Geschützturm macht seinen Job fast schon zu gut; für mich bleiben nur die Nachzügler übrig. Noch stellen die Gegner keine grosse Herausforderung dar. Später wünsche ich mir für eine bessere Zielgenauigkeit dennoch mehr als einmal Maus und Tastatur herbei. Da ich zum Testzeitpunkt auf Redaktionsbesuch in Hamburg bin, habe ich «nur» die Xbox Series X und einen Controller im Gepäck.

Alles ist besser mit dem Warthog.
Alles ist besser mit dem Warthog.
Quelle: Halo Studios

Tolle Grafik kann nicht über alles hinwegtäuschen

«Halo: Campaign Evolved» bietet eine Mischung aus weitläufigen Arealen und verschlungenen, tempelartigen Innenleveln. Während die Aussenbereiche durch hohe Weitsicht und abwechslungsreiche Vegetation überzeugen, sieht es drinnen monotoner aus. Die sterile Inneneinrichtung bietet wenig Orientierungspunkte und wird schnell eintönig. Da hilft es auch nicht, dass die Missionen in den schlauchartigen Level meist nur daraus bestehen, von einem Terminal zum nächsten zu rennen.

Die Innenlevel sind immer noch etwas eintönig.
Die Innenlevel sind immer noch etwas eintönig.
Quelle: Halo Studios

Dafür punktet das Spiel bei der Beleuchtung, die in den Innenräumen besonders gut zur Geltung kommt. Wenn ein massiger Jäger mit dem Sonnenlicht im Rücken aus dem Schatten tritt und seine grüne Plasmawaffe abfeuert, sieht das beeindruckend aus. Überhaupt sorgen die farbenfrohen Effekte für ein echtes visuelles Feuerwerk.

Die Beleuchtung kommt dafür im Innern besonders zur Geltung.
Die Beleuchtung kommt dafür im Innern besonders zur Geltung.
Quelle: Halo Studios

Der Qualitätsmodus läuft im Preview-Build noch nicht stabil und wurde daher nicht empfohlen. Ich habe deswegen im Performance-Modus gespielt. Selbst damit sieht das Spiel fantastisch aus. Visuell ziehen die Halo Studios alle Register. Da ich hauptsächlich den Multiplayer-Modus des Originals gespielt habe, fehlen mir aber die Aha-Momente, wie sie «Halo»-Fans der ersten Stunde am Laufmeter haben dürften. Ohne diesen Nostalgie-Effekt geht dem Remake ein Teil des Charmes verloren. Am meisten beeindruckt mich «Halo: Campaign Evolved» dort, wo es auch früher sein Zelt aufgeschlagen hat: bei der Action.

Er kann’s noch immer

In der zweiten Mission zieht der Schwierigkeitsgrad an. Reicht es anfangs noch, planlos Granaten zu werfen, erfordern die späteren Gefechte mehr Taktik. Die Mischung aus offenem Leveldesign und unterschiedlichen Alientypen mit eigenen Angriffsmustern macht jede Begegnung abwechslungsreich. Neu kann der Master Chief sprinten, was den Spielfluss nochmal beschleunigt. Wer es lieber puristisch mag, kann diese Funktion über einen der neuen Modifikatoren – die sogenannten «Skulls» – wieder deaktivieren. Dort gibt es auch die Möglichkeit, das Spiel in Third-Person zu erleben.

Gefechte in weitläufigen Aussenleveln sind die Paradedisziplin von «Halo».
Gefechte in weitläufigen Aussenleveln sind die Paradedisziplin von «Halo».
Quelle: Halo Studios

Drinnen lauert die Gefahr, flankiert zu werden; draussen muss ich agil bleiben. Ich darf nicht zu offensiv, aber auch nicht zu defensiv spielen. Sobald Fahrzeuge ins Spiel kommen, verschiebt sich die Dynamik komplett. Aliens aus dem Cockpit eines Ghosts ballern, sich selbst hinters Steuern klemmen und Gegner über den Haufen fahren, nur um Momente später von einem Eliten unsanft aus dem Fahrersitz geboxt zu werden – herrlich. Und wenn nach einem zähen Kampf ein Scorpion-Panzer auf mich wartet, ist mein Grinsen perfekt. Das ist echtes «Halo»-Feeling.

Ahh, der gute alte Scorption-Panzer.
Ahh, der gute alte Scorption-Panzer.
Quelle: Halo Studios

Ein genauso wichtiger Bestandteil ist der Soundtrack. Angefangen vom Chorgesang der Titelmelodie bis zu den unzähligen Bangern, die mir auf den Missionen Adrenalin durch meine Venen pumpen. Auch die zahlreichen ikonischen Soundeffekte, wie ein zerplatzender gegnerischer Schutzschild oder das eigene, das sich wieder auflädt, sind nicht wegzudenken. Dank der neuen «Skulls» lässt sich die Kampagne zudem mit verrückten Modifikatoren wie explodierenden Gegnern oder «der Boden ist Lava» anpassen. Das erhöht die Wiederspielbarkeit.

Perfekter Nostalgietrip oder Nachholmoment

Jeder sollte einmal ein «Halo» gespielt haben – und sei es nur, um Gegnern im wuchtigen Nahkampf eins überzubraten. Das Remake macht den 25 Jahre alten Klassiker zeitgemäss spielbar. Visuell hat der Master Chief nie schärfer aausgesehen Spielerisch merkt man dem Titel sein Alter zwar an, doch in der Kerndisziplin Action hat «Halo: Campaign Evolved» immer noch ordentlich Durchschlagskraft.

«Halo: Campaign Evolved» erscheint am 28. Juli für PC, Xbox Series X/S und PS5. Ich habe die Xbox-Version ausprobiert, die mir Microsoft zur Verfügung gestellt hat.

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Als Kind durfte ich keine Konsolen haben. Erst mit dem 486er-Familien-PC eröffnete sich mir die magische Welt der Games. Entsprechend stark überkompensiere ich heute. Nur der Mangel an Zeit und Geld hält mich davon ab, jedes Spiel auszuprobieren, das es gibt und mein Regal mit seltenen Retro-Konsolen zu schmücken. 


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Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.

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