

Lego macht Mario endlich zur Minifigur
Seit 2020 hüpft Mario als elektronische Figur durch Legos Parcours. Ab 2027 stehen Minifiguren im Zentrum: Lego bringt acht neue Sets. Was mit dem bisherigen interaktiven System passiert, sagt der Hersteller nicht.
Für einen Klempner war Mario bei Lego bisher ziemlich gross geraten. Als Lego und Nintendo ihre gemeinsame Themenwelt 2020 starteten, bekam der Videospielheld keine Minifigur. Stattdessen erschien eine deutlich grössere elektronische Spielfigur mit Displays in Augen, Mund und Bauch, einem Lautsprecher und einem Sensor.

Sein Sensor erkennt Farben und liest Aktionscodes. Dabei sammelt die Figur digitale Münzen und spielt Geräusche ab. Klassische Minifiguren fehlten sechs Jahre lang. Das ändert sich am 1. Januar 2027.
Eine erste Mario-Minifigur hatte Lego bereits im März angeteasert. Nun hat der Hersteller an der Gamescom acht neue Sets vorgestellt. Lego nennt die Sets eine «Auffrischung» der Themenwelt. Künftig steht das Spiel mit Minifiguren im Zentrum.
Acht Sets zwischen 10 und 100 Franken
Das günstigste Set ist «Marios Röhrensprung» mit 61 Teilen für knapp zehn Franken. Mario springt darin aus einer grünen Röhre. Drückst du einen Hebel, fliegt ein Gumba aus dem Weg.

Quelle: Lego
Am anderen Ende der Reihe steht «Feuer-Mario und Bowsers Festung». Das Set enthält 850 Teile, kostet zum Start bei Lego direkt knapp 100 Franken und bringt Feuer-Mario, Peach, Bowser, Koopa und Gumba zusammen.

Quelle: Lego
Preislich dazwischen liegen drei «Mario Kart»-Sets, ein Strandabenteuer, Marios Haus mit Yoshi sowie ein Kampf zwischen Feuer-Luigi und Koopa. Zwei der Neuheiten eignen sich für Kinder ab vier Jahren – eine Premiere für die Super-Mario-Reihe.

Quelle: Lego
In jedem der acht Sets steckt mindestens eine Minifigur. Mario und Luigi gibt es in mehreren Varianten, darunter im Feuer-Outfit. Mario erscheint zusätzlich in Badehose. Dazu kommen Peach, Toad, Yoshi und Bowser Jr.

Quelle: Lego
Bowser bleibt deutlich grösser und kommt als übergrosse Lego-Figur. Koopas, Gumbas und weitere Wesen ergänzen die Sets als kleinere Figuren oder gebaute Modelle.

Quelle: Lego
Ganz gewöhnliche Minifiguren sind Mario und seine Freunde trotzdem nicht. Auf den vertrauten Körpern sitzen eigens geformte Köpfe. Lego führt ausserdem neue Elemente für Schildkrötenpanzer und Fragezeichenblöcke ein.
Ausgerechnet jetzt weniger Technik
Der Kurswechsel kommt zu einem auffälligen Zeitpunkt. Lego baut mit «Smart Play» gerade eine neue interaktive Plattform auf. Der Smart Brick reagiert mit Licht und Sound auf Bewegungen und Figuren. Nach Star Wars hat Lego das System im August auch auf Pokémon ausgeweitet.
Bei Super Mario geht Lego mit den neuen Sets in die andere Richtung. In den bisher veröffentlichten Produktangaben taucht «Smart Play» nicht auf. Lego sagt auch nicht, ob das bisherige Mario-System neben der neuen Figurenwelt weiterläuft.
Damit verfolgt Lego vorerst zwei gegensätzliche Ansätze: mehr Technik bei Smart Play, weniger Technik bei Super Mario.
Was aus dem alten System wird
Lego spricht von einer Auffrischung, aber nicht von einem Abschied. Die Ankündigung lässt offen, ob die elektronischen Figuren 2027 im Sortiment bleiben und mit den neuen Sets funktionieren. Lego sagt auch nicht, ob es die App weiter unterstützt.
Ich habe beim Hersteller extra nachgefragt. Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags gab es aber keine Antwort. Für alle mit einer bestehenden Sammlung ist das mehr als ein Detail. Bleiben die elektronischen Figuren erhältlich, ergänzt Lego seine Mario-Welt um ein zweites Spielprinzip. Verschwinden sie, endet ein sechsjähriges System, während Lego mit «Smart Play» bereits das nächste aufbaut.
Klar ist nur: Mario passt künftig auch ins übliche Minifigurenformat. Ob sein elektronischer Vorgänger daneben weiterspielt oder in der Röhre verschwindet, muss Lego noch erklären.
Was gefällt dir besser: klassische Minifiguren oder der elektronische Parcours? Schreib es in die Kommentare.
Bezahlt werde ich dafür, von früh bis spät mit Spielwaren Humbug zu betreiben.
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