Voller Spielfreude: Der Autor mit seiner Oculus Rift.
Voller Spielfreude: Der Autor mit seiner Oculus Rift.
Produktvorstellung

Meine Erfahrungen in der virtuellen Realität

Roy Sonderegger
Roy Sonderegger
Zürich, am 04.10.2016
HTC Vive, Oculus Rift und bald Playstation VR. Virtual Reality ist endlich Wirklichkeit. Nach anfänglichen Lieferschwierigkeiten sind die VR-Brillen mittlerweile ziemlich gut erhältlich. Gerne teile ich mit euch meine Erfahrungen, damit ihr wisst, auf was ihr euch einlasst. So viel vorneweg: Es lohnt sich.

Vor gut einem Jahr hatte ich die Gelegenheit, die HTC Vive vor dem offiziellen Release zu testen. Zu diesem Zeitpunkt handelte es sich noch um ein Vorserien-Modell. Die Erfahrung hat mich trotzdem umgehauen.

Voller Spannung hatte ich damals das VR-Headset aufgesetzt und: «Wow, ich bewege mich in einer völlig anderen Welt.» Die Demo «The Blu» war die erste Erfahrung, die mir geblieben ist. Mit diesem gigantischen Wal, der hautnah an mir vorbeigeschwommen ist und mir mit seinem riesigen Glupschauge direkt in die Seele gestarrt hat. Richtig krass. Danach etwas Ernsteres: Zombies abknallen. Und zwar genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte: Einfach mit den bewegungsempfindlichen Vive-Controllern im Raum rumfuchteln, zielen, Abzug drücken, Zombie tot! Ich hatte die Zukunft gesehen und wusste: Das Teil muss ich haben.

Kaufen, anschliessen, loslegen

Sobald die Vive dann online bei HTC erhältlich war, habe ich sie mir bestellt und mich wie ein kleines Kind, das auf seinen neuen Lego-Bagger wartet, gefreut. Vor dem Release wurden die Hardware-Mindestanforderungen bekannt gegeben. Könnte knapp reichen – wenn man beide Augen zudrückt:

  • AMD-FX-8150
  • 8GB DDR3-RAM
  • ASUS GTX-970

Laser-Basisstationen an der Wand montiert, den benötigten Platz geschaffen (3.2x2.2m), Vive angestöpselt und installiert. Der Spass konnte losgehen: «The Lab» und auch «The Blu» liefen trotz eher langen Ladezeiten super und ich durfte dem Wal wieder und wieder Hallo sagen, bis wir unzertrennliche Freunde wurden. Zombies abknallen war als nächstes dran. Die Demoversion von «The Brookhaven Experiment» kann ich wärmstens empfehlen. Die Freundin meines Mitbewohners war dabei einfach köstlich zu beobachten (akustisch wie auch visuell). Leider habe ich das Video davon nicht mehr. Einen Eindruck erhaltet ihr aber im Video, den wir am Demo-Event mit unseren Kunden gedreht haben:

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Weitere coole Games, die ich mit der Vive ausprobiert habe, waren «Vanishing Realms», ein Action-Adventure-RPG-Verschnitt (von einer einzelnen Person entwickelt!), welcher eindrucksvoll zeigt, wie das VR-Erlebnis einen extrem positiven Effekt auf dieses Genre haben kann. Schwert in der einen, Schild in der anderen Hand und damit rumfuchteln, Angriffe abwehren, ducken, ausholen und austeilen – das macht richtig Freude und gibt ein extrem befriedigendes Gefühl, wenn man einen 2.5m grossen Skelettkrieger zur Strecke bringt!

«Tilt Brush» war ebenfalls eine witzige Erfahrung. Man kann es sich vorstellen wie Paint, nur halt eben in VR. Man kann um das gezeichnete herumgehen und es von allen Seiten betrachten. Mein erstes Kunstwerk war ein…ähm.. Gesicht mit zwei grossen Augen und einer langen, hängenden Nase ;-). (Kein Witz – der erste Kollege vom Marketing der dieses Programm ebenfalls getestet hat, hat komischerweise genau das gleiche Gesicht gezeichnet. Hmm..)

Die stärkste Wirkung erzielen meiner Meinung nach Horror-Games. Dabei bin ich eigentlich nicht so der Horror-Fan. Ich habe mir aber gedacht, wenn schon, dann richtig und in Virtual Reality. Schliesslich habe ich ein kleines Game gefunden. «The Visitor», welches ein junger Gamedesigner eigentlich bloss entwickelt hat, um seine Freunde zu erschrecken. Mir erging es nicht besser. Ich hab mich so erschrocken, dass ich die Vive vom Kopf reissen musste... Ich muss aber zugeben, dass ich eher schreckhafter Natur bin. Andere haben da wohl weniger Mühe.

Wenn der Magen muckt, muss ein neuer PC her

Wie ich meinen neuen PC zusammengestellt habe, erkläre ich in diesem Beitrag:

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Neuer PC vs. Oculus Rift

Mit meinem neuen Setup war ich schliesslich bereit, die Oculus Rift zu testen, welche sich zwecks (noch) fehlenden Touch/Move-Controllern auf ein sitzendes Erlebnis beschränkt. Die Games welche Oculus bietet, sind zum Teil die gleichen wie bei der HTC Vive. Hier drei Spiele, die ich auf der Oculus getestet habe.

Dirt Rally

Ich würde mich zwar als einen guten Fahrer bezeichnen, jedoch ist das virtuelle Rasen in einem Rallye-Auto ein ganz anderes Kaliber. Hinter dem virtuellen Steuer zu sitzen, den Co-Piloten neben sich zu sehen (und zu hören) und dabei auf bergigen Strecken rumzuschleudern, ist definitiv ein aussergewöhnliches Erlebnis. Auch wenn ich nach ca. 5 Metern schon das erste Mal auf dem Dach gelandet bin – ein resistenter Magen ist hier trotz flüssiger Framerate ein Muss! Wer in den Genuss einer VR-Brille kommt, sollte so etwas unbedingt ausprobieren.

EVE: Valkyrie

Ein Bubentraum: Im Cockpit eines Weltraumjägers sitzen und Dogfights bestreiten wird wahr. Obwohl ich auf meinem Stuhl vor dem Bildschirm mit der Rift sitze, komme ich mir vor, wie ein echter Pilot. Das Gefühl , im Weltall rumzudüsen und sich dreidimensional bewegen zu können, hat einen ganz besonderen Reiz – davon darf definitiv noch mehr kommen! Sony Eve Valkyrie (PS4, DE, FR, IT, EN) erscheint übrigens auch zum Release der Playstation VR.

Lucky’s Tale

Ein klassisches Jump&Run, wie es viele noch aus der N64- oder Playstation (One)-Ära kennen. Allerdings steuert der Spieler die Kamera mit dem Kopf. Zudem gibt es einige witzige Integrationen des VR-Headsets. Zum Beispiel wenn sich der Held Lucky in einer Höhle befindet und man nur einen eingeschränkten Bereich mit der eigenen Sicht ausleuchten kann (siehe Bild). Das Spiel ist eher als Gimmick gedacht (wird bis dato gratis zur Oculus mitgeliefert) und die Immersion ist durch die Kameraperspektive nicht ganz so stark. Die Welt ist aber richtig knuffig und man möchte die witzig animierten Tierchen lieber zum Spielen einladen, als sie platt zu stampfen.

Fazit: Ein vielversprechender Start mit einer noch vielversprechenderen Zukunft

Virtual Reality im Gaming-Bereich befindet sich noch ziemlich am Anfang. Die ersten marktfähigen Geräte (Oculus Rift und HTC Vive) bieten aber bereits ein unbeschreibliches Gefühl. Man taucht auf eine völlig neue Weise in die Spielwelt ein. Mit der Einführung der Playstation VR im Oktober wird die Zielgruppe noch massiv vergrössert und die kommenden Jahre werden zeigen, in was für eine Richtung es gehen wird. Die Basis dafür ist nun geschaffen. Bethesda hat für 2017 «Fallout 4 VR» angekündigt, was ein grosser Meilenstein im VR-Bereich werden könnte. Was meine Erfahrung hat gezeigt, dass VR ein wahrer Genuss ist, jedoch auch entsprechende Hardware voraussetzt, um das Erlebnis richtig geniessen zu können. Es gibt zudem noch sehr viele Games und Apps, welche ich noch nicht ausprobiert habe. Sicher ist, dass uns Gamern eine spannende Zeit bevorsteht.

Was habt ihr für Erfahrungen mit VR gemacht? Welche VR-Brille werdet ihr euch holen? Ich freue mich auf eure Kommentare unten.

VR-Brillen aus unserem Sortiment

Zu guter letzt freut es mich Euch verkünden zu dürfen, dass wir ab sofort offiziell die HTC Vive verkaufen dürfen, inklusive dem entsprechenden Zubehör, als offizieller Partner von HTC. Die erste Lieferung erwarten wir Mitte Oktober, ungefähr in diesem Zeitraum werden wir dann auch die Oculus Rift (EU-Version) und die Playstation VR erstmals erhalten.

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Roy Sonderegger
Roy Sonderegger
Category Sourcing Manager, Zürich
Mit der Gaming-Welt bin ich schon früh in Kontakt gekommen. Aufgewachsen mit Gameboy, SNES und Star Wars-Kassetten, waren Luke, Link und Ark (davon schwinden mir immer noch die Sinne... #insiderjoke) meine Helden. Später haben mich dann «westlichere» Titel wie Baldur’s Gate oder Gothic geprägt, bis ich dann schlussendlich auch noch Halo und Call of Duty entdeckt habe. Die Duron 700 MHz CPU habe ich einmal zum Geburtstag geschenkt gekriegt, bis ich sie dann mangels damaliger Kenntnisse und Übertakt-Wahn verbraten habe. Mittlerweile habe ich zudem auch schon auf einigen kleinen bis sehr grossen Bühnen in der Schweiz gespielt, weil ich mit der Musik eine zweite grosse Leidenschaft entdeckt habe.

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